Spielebeurteilung

Monster Hunter: World

15.05.2019
Gemeinsam große Drachen bestaunen und bekämpfen, auf einer Insel Belohnungen erbeuten und Materialien sammeln: In „Monster Hunter: World“ können die Spielenden über eine Insel ziehen und Jagd auf verschiedene Monster machen.
Das Spiel bietet ein ereignisreiches und schnelles Spielerlebnis in einer offenen Spielwelt. Ganz rollenspieltypisch können die Spielenden gemeinsam oder auch alleine Aufgaben erfüllen und Belohnungen sammeln, um den eigenen Charakter in Ausrüstung und Fähigkeiten zu verbessern. „Monster Hunter: World“ bietet auch ein Onlineerlebnis, so dass das Spiel nicht erst nach der Kampagne endet.

Story

Das Spiel wirft uns in das bunte Treiben auf einem Schiff voller “Jäger” genannter Söldner, die auf dem Weg zu einem großen Auftrag sind. Gerade haben wir an einem der Tische Platz genommen, werden wir auch schon von einem der anderen Passagiere befragt, wer wir sind.

Was folgt, ist eine sehr umfangreiche und detaillierte Charaktererstellung sowie die Auswahl eines sogenannten “Palicos”, eines zahmen Tieres, das uns auf Abenteuern begleitet.

Zu Anfang können alle Spielenden einen eigenen Charakter und einen Begleiter, einen sogenannten Palico entwerfen; ein kleines Trier, das uns begleitet und unterstützt.


Die Neulinge können sich noch kurz selbst als Jäger vorstellen, bevor wir von einer Unruhe auf dem Schiff aufs Deck getrieben werden. Dort bemerken wir, dass unser Schiff anscheinend von einer Art Vulkan gestreift worden ist. Später stellt sich heraus, dass der Vulkan, so kann man aus der Ferne erkennen, ein riesiger Drache ist, über den wir uns bewegen. Dieser wilde Einstieg schüttelt uns so lange durch, bis wir schließlich von einem flugsaurierartigen Wesen gegriffen und auf die neue, unbenannte Insel geflogen werden.

Von dort aus müssen wir einen Weg in unser Basislager finden, wo uns weitere Jäger vorgestellt werden und wir das Lager mit all seinen Stationen kennenlernen. Wir erfahren von einem Rat, dass die “Elder Drachen” anfangen sich über das Meer zur sogenannten “neuen Welt” zu bewegen. Eine Gruppe Forschender möchte diese Geschehnisse untersuchen und verstehen, warum die Elder Drachen diese Reise vollziehen.

Vom Rat werden wir in die aktuellen Geschehnisse eingeweiht und erhalten unsere Aufträge.


Monster Hunter: World reiht sich mit seinem Spielerlebnis in eine zehnjährige Reihe von Capcoms Spielen ein, die alle Survivalfunktionen und typische Rollenspielelemente enthalten. Das Spiel hat eine lange Einleitungsphase, in der die Welt und der Anfang der Story erklärt wird. So dauert es bereits eine Stunde Spielzeit, bis wir überhaupt die erste Mission bestreiten. Außerdem fallen die langen Ladezeiten auf, da das Spiel online gespielt wird.

Im Tutorial selbst werden viele Erklärungen nur am Bildschirmrand eingeblendet, was zu einer leichten Unübersichtlichkeit führt, wenn man gleichzeitig versucht dem Spielgeschehen zu folgen und alle Informationen aufzunehmen. Wer Onlinerollenspiele kennt, wird hier jedoch keine Probleme haben.

Spielmechaniken und Gameplay

Das Spiel lässt sich mit seiner Kampagne in ca. 40-50 Spielstunden abschließen, allerdings bieten die Onlinefunktionen und Mehrspielermöglichkeiten weitaus mehr Spielstunden, in denen man Missionen mit Freundinnen und Freunden abschließen kann.

In der Spielwelt lenken wir unseren selbstdesignten Jäger aus der Schulterperspektive, wobei die Aktionen und Möglichkeiten sich nicht von klassischen Rollenspielen unterscheiden. Die Dialoge sind nicht komplett vertont, sondern werden durch verschiedene Sprachelemente angedeutet und müssen während des Spielverlaufs gelesen werden.
Zu Anfang erkundet man viel die Umgebung und interagiert mit nicht-spielbaren Charakteren (NPCs), um grundlegende Steuerung und Funktionen des Spiels kennenzulernen. Für den Spielfortschritt müssen Quests abgeschlossen werden, man kann jedoch auch während oder zwischen den Aufträgen Pflanzen oder Gegenstände sammeln, klettern, schmieden, handeln oder mit seinen Begleiterinnen und Begleitern reden.

Ist ein Gegner besiegt, wie im Bild rechts in der Ecke, können wir Gegenstände oder Items aufsammeln. Hier wird jedoch auf übermäßig gewaltvolle Darstellungen verzichtet.


Im Trainingsbereich können wir unsere Waffen erst einmal in einer Art Trockenübung erproben, bevor wir auf eine Mission gehen. Die Steuerung gestaltet sich dabei nicht komplexer als notwendig. Jeder Knopf wird einer Kampfbewegung zugeordnet, so dass die Kombination und Abfolgen neue Kampfaktionen ermöglichen. Wichtig ist es hier eher darauf zu achten, dass sich die Waffen je nach Kampfstil verschieden verhalten.

Online Multiplayer

Neben der Kampagne, die alleine bestritten wird, können sich Spielerinnen und Spieler auch zusammenschließen, um Online-Quests, aber auch Missionen aus der Solokampagne zusammen zu meistern.

Auch hier gibt es Möglichkeiten zur gemeinsamen Vorbereitung. So kann man dem Spiel eines Freundes oder einer Freundin beitreten und sich auf seinem oder ihrem Schiff gemeinsam auf der Versammlungsebene treffen. Hier gilt es zu beachten, dass Spielende mit einem geringeren Level nicht an höheren Jagden teilnehmen können. Was dafür gedacht ist, ein schnelles Leveln zu verhindern, sorgt auch dafür, dass unerfahrenere Spielerinnen und Spieler im Freundeskreis zunächst allein losziehen oder sich anonymen Runden in ihrem Levelbereich anschließen müssen. Alternativ können Spielende mit höherem Level auch der Jagd des Anfängers beiwohnen, dabei sammeln sie selbst jedoch wenig Erfahrung.

Hat man eine Mission gemeinsam begonnen, hat man als Team drei Versuche, um die Quest zu bestehen. Fällt ein Teammitglied im Kampf, fällt bereits einer der Versuche weg. Die Belohnungen für die Quests werden aufgeteilt. Dies kann zu einem ausgeglichenem Gameplay führen, in der man als Gruppe agiert, oder zu angespannter Stimmung, wenn Mitglieder der Gruppe sich unkollegial oder unfair verhalten.

Auf der Insel treffen wir auf verschiedene Kreaturen, die wir je nach Quest bekämpfen oder fangen müssen.

Josephine Hohberg
Dieses Spiel wurde getestet von:

Bildnachweise

[1]Monster Hunter: World / Capcom / Screenshot by spielbar.de[2]Monster Hunter: World / Capcom / Screenshot by spielbar.de[3]Monster Hunter: World / Capcom / Screenshot by spielbar.de[4]Monster Hunter: World / Capcom / Screenshot by spielbar.de[5]Monster Hunter: World / Capcom / Screenshot by spielbar.de

Pädagogische Beurteilung:

Monster Hunter World reizt Spielerinnen und Spieler mit dem Abenteuer, eine Insel zu entdecken. Hier gibt es große eindrucksvolle Gegner, die Spielende herausfordern. Sie können Belohnungen gemeinsam erbeuten oder anspruchsvolle Gegner im Alleingang bezwingen. Einen zusätzlichen Anreiz bietet die detaillierte Grafik, vor allem die aufwendig gestalteten Landschaften.

Online-Multiplayer Erfahrung

Nachdem die Kampagne abgeschlossen ist, gibt es noch eine Reihe an Herausforderungen, die Online mit Freundinnen und Freunden oder auch allein gemeistert werden können. Hier ist zu beachten, dass für das Spielen eine Online-Mitgliedschaft nötig ist, wenn das Spiel auf einer Spielkonsole gekauft wurde. Für das Spielen fallen an dieser Stelle also noch zusätzliche Kosten an.

Das Onlineerlebnis animiert zur Zusammenarbeit und kann das Gemeinschaftsgefühl stärken. Eltern sollten hier beachten, dass Kinder unter Umständen auch mit anonymen anderen Spielerinnen und Spieler zusammen in eine Spielrunde gebracht werden. Diese Option kann ausgeschaltet werden.

Erfahrung sammeln im Abenteuer

Der Fokus bei Monster Hunter: World liegt eindeutig auf dem Spielspaß, der sich durch das Aufbauen eines Charakters und seiner Fähigkeiten ergibt. Durch den Spielfluss ergeben sich gerade im gemeinschaftlichen Spielen aber auch Regeln zwischen den Spielerinnen und Spielern, die die Sozialkompetenz durchaus fördern können. Regeln und Verordnungen, die in Gruppen bewusst oder unbewusst vereinbart werden, prägen hier das Spielerlebnis. Des Weiteren entwickeln die Spielerinnen und Spieler auf jeden Fall ein großes Durchhaltevermögen beim Sammeln von Erfahrung, Gegenständen und Gütern für Waffen und Ausrüstung.

Ein Risiko besteht, wie bei jedem Rollenspiel, in einem Ungleichgewicht zwischen Realität und virtueller Welt. Hier sollte darauf geachtet werden, dass Erfolgserlebnisse in virtuellen Welten nicht einhergehen mit Frustration, Verlusten oder schwierigen Konflikten im realen Leben. Sonst besteht die Gefahr, dass eine Konfliktklärung vermieden wird und Erfolge eher in virtuellen Welten gesucht werden. In einem ungesunden Ungleichgewicht kann dies schädlich für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen sein.

Gewaltdarstellung

Obwohl viele Quests darauf aufbauen, die Monster und Kreaturen der Insel zu jagen und zu töten, verzichtet Monster Hunter World auf eine besonders gewaltvolle Darstellung. Blut oder das Abtrennen von Gliedmaßen bleibt den Spielenden erspart. Hier kann auch positiv erwähnt werden, dass die gewaltvollen Handlungen zwar Teil des Spiels, aber nicht der einzige Bestandteil sind.

Fazit:

Insgesamt bietet Monster Hunter: World ein aufregendes Rollenspielerlebnis, bei dem die Jugendlichen in einer fantasievollen Welt gemeinsamen Aufgaben meistern können. Obwohl die Steuerung und die Informationen zu den Spielfunktionen sehr schnell erfasst werden müssen und die Story zum Teil sehr umfangreich erzählt wird, können erfahrene Spielende ab 14 Jahren ein tolles Spielerlebnis mit ihren Freundinnen und Freunden erleben. Sie sollten sich dabei von den Handlungen in der Fantasiewelt distanzieren können.
Josephine Hohberg
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