Spielebeurteilung

Apex Legends

01.04.2019
Als Letzte überleben: viele Jugendliche kennen das Spielprinzip schon von Fortnite: Battle Royale. Doch Apex Legends ist in erster Linie ein Ego-Shooter und deshalb nichts für Jugendliche.
Apex Legends ist ein Free-to-play-Online-Spiel im Spielmodus Battle-Royale. Das heißt: Wer überlebt, gewinnt. Die Spielwelt basiert auf dem Spiel Titanfall und bewegt sich zwischen Apokalypse, Science-Fiction und Fantasy. Es gibt keine Rahmenhandlung – gespielt wird in Dreierteams in Spielrunden von etwa 20 Minuten. Das Gameplay und die Grafik werden von Spielemagazinen gelobt. Schon nach einer Woche spielten 25 Millionen Menschen mit.

Bei Apex Legends kommt es auf gekonntes Schießen an.


Apex Legends verbindet die Genres Ego-Shooter und Battle-Royale. Es wird aus der Egoperspektive gespielt. Je drei Spielerinnen und Spieler kämpfen im Team gemeinsam um ihr Überleben. Sie haben die Wahl zwischen acht Charakterklassen, wovon zwei erst im Laufe der Zeit freigespielt werden. Die insgesamt 60 Spielenden werden zu Beginn aus einem Flugzeug abgeworfen. Am Boden angekommen muss erst einmal die Ausrüstung auf der Karte aufgesammelt werden – dann wird geballert. Das Team, das am Ende übrig bleibt, gewinnt.

Beim Spielbeginn koordiniert ein Mitspieler den Sprung ins Geschehen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich am Anfang der Runde vom Teamleader zu trennen, um auf eigene Faust zu handeln.


Das Spiel verfügt über acht verschiedene Helden-Charaktere, die sich in Aussehen und Fähigkeiten unterscheiden. So kann man sich entscheiden, welche Rolle man im Team einnehmen will. Mit Ausnahme des freundlichen Roboters Pathfinder handelt es sich bei allen um menschliche und relativ finstere Charaktere. Der „toxische Fallensteller Caustic“ sowie der „holografische Trickser Mirage“ können freigespielt oder gekauft werden.

Die Charaktere sind recht finster und haben wenig Hintergrundgeschichte.


Die Ausrüstung im Spiel ist äußerst komplex. Es gibt die typischen Ausrüstungsgegenstände Waffen, Munition, Rüstungen, Schilde und Medi-Packs. Die Waffen können mit gefundenen Bauteilen vielfältig verbessert werden. Rüstungen und Aufbauten besitzen zudem Level , sodass sie stärker oder schwächer wirken. Die Position gefundener Gegenstände kann den anderen beiden Teammitgliedern durch einen einfachen Klick auf das Mausrad mitgeteilt werden.

Die Waffen können mit gefundenen Aufsätzen modifiziert werden.


Electronic Arts hat im Fall von Apex Legends auf ein Pay-to-win-Prinzip verzichtet, das Spiel ist im Prinzip also vollständig kostenlos spielbar. Viele kosmetische Extras wie Skins und Emotes können gekauft werden. Alle Gegenstände können jedoch auch freigespielt werden. Für die beiden Extra-Charaktere sind allerdings zwischen fünf und 20 Stunden Spielzeit zu erwarten. Um das Spiel zu meistern sind sicher noch viele Stunden mehr notwendig. Neben der Ingame-Währung Apex-Münzen gibt es noch Herstellungsmetalle und Legenden-Token. Im März 2019 wurde ein Battlepass eingeführt. Durch dieses Abo können Spielerinnen und Spieler schneller Gegenstände erspielen.

Apex-Packs enthalten kosmetisches Zubehör und kosten umgerechnet einen Euro pro Stück. Die Wahrscheinlichkeiten für Items werden offengelegt.

Matthias Köberlein (bpb)
Dieses Spiel wurde getestet von:

Pädagogische Beurteilung:

Im Verhältnis zum ähnlichen Spiel „PlayerUnknown's Battlegrounds“, das von der USK ab 16 Jahren freigegeben ist, erscheint deren Urteil zu Apex Legends auf den ersten Blick zu streng. Die USK gibt dem Spiel keine Jugendfreigabe. Begründet wird dies insbesondere durch brutale „Finishing Moves“:
„So kann im Spiel menschlich gestalteten Spielfiguren ins Gesicht getreten, mit dem Messer in die Seite gestochen oder mit dem Rücken auf die Figur gesprungen werden. In einigen Animationen ist danach zu sehen wie die Gewinnerfigur eine Siegerpose einnimmt, die den Unterlegenen verhöhnt, und gegen die Kamera schlägt bzw. tritt“, so die USK.

Teamplay und Kommunikation
Im Unterschied zu anderen Battle-Royale-Shootern ist bei Apex Legends die Kommunikation und Kooperation für den Erfolg entscheidend. Das Spiel bietet zahlreiche Möglichkeiten der Kommunikation: Neben dem Sprach- und dem Textchat gibt es die Möglichkeit, taktische Hinweise per Klick auf das Mausrad zu geben. So lassen sich die Position von Gegnern oder Gegenständen mit den beiden Teammitgliedern teilen. Apex Legends ist kein Spiel für Einzelgänger. Nur wer sich zu dritt über die Karte bewegt, kann gewinnen. Das Spiel bietet auch die Möglichkeit, gefallene Teammitglieder wiederzubeleben. Es besteht ein großer Anreiz, als festes Team zu trainieren und so Taktiken zu verbessern.

Mikrotransaktionen
EA hat das Geschäftsmodell bei Apex Legends vor dem Hintergrund der Diskussion um Lootboxen ohne Pay-to-Win-Aspekte und sehr transparent gestaltet. Für die Überraschungskisten namens Apex-Packs werden die Gewinn-Wahrscheinlichkeiten offengelegt. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Anreize Geld auszugeben. Die Zusatzinhalte sind grundsätzlich kosmetisch und bringen keinerlei Spielvorteil. Eine Ausnahme stellen die beiden Spielfiguren dar, die mit eigenen Fähigkeiten Einfluss auf die Spielmechanik haben. Das animiert dann schon dazu, umgerechnet 7,50 Euro pro Spielfigur auszugeben.


Komplexität
Um das Spiel zu meistern und den Gegnern überlegen zu sein, erfordert Apex Legends eine ganze Menge Training. Der Teamcharakter, die unterschiedlichen Fähigkeiten der Klassen und das ausgeklügelte Loot -System sowie die Möglichkeit zur Wiederbelebung machen das Spiel außerordentlich komplex. Das Spiel bietet ein kurzes Tutorial , das die Grundlagen der Steuerung vermittelt. Danach heißt es üben, üben, üben. Um erfolgreich zu sein ist ein hoher Zeitaufwand notwendig.

Fazit:

Apex Legends ist ein spannendes Spiel mit einer durchdachten Spielmechanik und eignet sich gut zum gemeinsamen Spielen. Für Jugendliche ist es jedoch nicht geeignet, weil das Töten von menschlichen Charakteren im Mittelpunkt steht und die zentrale Strategie zum Sieg darstellt.
Matthias Köberlein (bpb)
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Siehe auch

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Bildnachweise

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