Spielebeurteilung

Dreams

20.05.2020
Mit Dreams werden eigene Spielträume wahr. Das Spiel stellt ein Baukastensystem zur Verfügung, mit dem man eigene Spiele entwickeln und mit der Community teilen kann. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos.
Mit dem Playstation 4 Exklusiv-Titel Dreams haben die Entwickler von Little Big Planet ein Spiel auf dem Markt gebracht, das schon vor seinem Release am 14. Februar für große Aufmerksamkeit gesorgt und einige Preise bei der Gamescom 2019 gewonnen hat. Dreams bietet zwei Modi an: das „Traumformen“ und das „Traumsurfen“. Ersteres fordert die Kreativität der Spieler*innen heraus und erlaubt es, selbstständig eigene Spielideen zu verwirklichen. Dies kann einige Zeit fordern, je nachdem wie hoch der Anspruch an das eigene Spiel ist.

Die Spielmodi Traumsurfen und Traumformen bilden die Grundpfeiler des Spiels.

Traumformen

Das Spiel versteht sich als Baukasten mit allen nötigen Werkzeugen um die eigene Spielwelt – den eigenen „Traum“ zu verwirklichen. Es bietet eine spielerische Umgebung, in der Spiele ohne jegliche Programmierkenntnisse entwickelt werden können. Hier bietet das Spiel eine Werkzeugpalette mit einfachen geometrischen Formen, fertig gestalteten Vorlagen wie Steine, Felsen, Bäume, Brücken, Wege und einem Audio-Tool, womit die Spielewelt akustisch untermalt werden kann. Die Werkzeugpaletten werden dabei von der Community und dem Entwickler-Studio kontinuierlich erweitert, wodurch unzählige Designelemente zur Verfügung gestellt werden.

Im persönlichen Bereich, dem „Zuhause“, gewinnt man einen ersten Einblick in die Möglichkeiten außerhalb des Traumformens und kann sich ganz nach Belieben einrichten.

Das Spiel wird durch einen sogenannten „Imp“ oder „Wichtel“ gesteuert, der wie ein Cursor fungiert und die Interaktion erlaubt. Der Einstieg wird den Spieler*innen durch ein angeleitetes Tutorial denkbar leicht gemacht. Dabei werden durch einfache und aufeinander aufbauende Prüfungen die Steuerung, die Navigation und die Interaktion in der Umgebung, das Aufbau-Menü mit allen Werkzeugen und die Integration einer Spielmechanik nahegebracht. Die Steuerung ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, da nicht nur die üblichen Knöpfe und Sticks des Controllers genutzt werden, sondern auch dessen Neigungssensoren als zusätzliches Steuerungselement im 3D-Raum fungiert. Dies hat man schnell verinnerlicht. Gesteuert wird das Spiel dabei mit dem üblichen Dualshock-Controller oder optional dem Move-Controller, wobei bei beiden sowohl Konzentration als auch motorische Fähigkeiten abverlangt werden.

Man kann unzählige Vorlagen aus verschiedenen Themen für sein Traumprojekt verwenden. Unter den Vorzeit-Modellen lassen sich unter anderem viele Tempel-Elemente finden.

Neben dem Wichtel verfügt der oder die Spieler*in über eine weitere Figur. Diese fungiert als eine Art Stuntman, mit dem sich die soeben erstellte Spiellandschaft und -mechanik testen lässt. Haben sich Fehler eingeschlichen oder läuft etwas anders als vorgesehen, kann man dies korrigieren. Dabei entstehen phasenweise Herausforderungen, die gelöst werden wollen und mit entsprechenden Erfolgen und Motivationen einhergehen.

Sobald im Bearbeitungsmodus die ersten Elemente eingesetzt sind, kann man die Welt im Spielmodus testen.

Empfehlenswert wäre es, von Anfang an einen klaren Plan zu haben, in dem man das Spielprinzip die Geschichte, die Charaktere, die Spielwelt und den Ablauf, festlegt, also ein Drehbuch entwickelt und dieses beim Formen seines Traums durchgeht. Dabei wird einem schnell bewusst, wie umfangreich das Entwickeln eines Spiels eigentlich ist.

Traumsurfen

Das „Traumsurfen“ ist der andere Hauptbestandteil von Dreams. Hier kann man, wenn die Spieler*innen es entsprechend freigegeben haben, die Träume der anderen ausprobieren, kommentieren, liken und sogar für die eigenen Projekte weiterbearbeiten und nutzen. Hier findet sich zwar einiges, das mehr schlecht als recht ist oder unfertig, jedoch lassen sich hier ebenso einige Spieljuwelen entdecken. Der Entwickler Media Molecule hat auch selbst einige Träume zum Spielen erstellt, die erahnen lassen, wie mächtig das Baukastensystem von Dreams ist. In diesem Spielmodus kann man schnell einige Stunden in den verschiedenen Träumen verbringen.

Im Traumsurfen kann man auf Beispieltitel des Entwicklungsstudios sowie auf Spiele der Community zugreifen, diese ausprobieren und kommentieren.

Herausforderungen in diesem Spielmodus sind die wöchentlichen Community-Jams. Dabei werden bestimmte Themen vorgegeben, zu denen Spiele entwickelt werden sollen. Diese werden dann in der Community getestet und bewertet.

In den Community-Jams können Spieler*innen Spiele nach vorgegebenen Themen entwickeln und veröffentlichen

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Dieses Spiel wurde getestet von:
Yosof Rohesh

Pädagogische Beurteilung:

Schnell wird dem oder der Spieler*in vor allem eines deutlich: Ein Spiel zu entwickeln erfordert mehr als nur ein paar wenige Klicks. Es erfordert enorm viel Kreativität und Zeit, eine Geschichte zu entwickeln, Charaktere zu erschaffen und eine Spielwelt zu gestalten. Je nachdem, wie groß der eigene Anspruch ist, können hier unzählige Stunden ins Land ziehen. Man muss für seine Idee brennen und durchhalten. Wer durchgehalten hat, kann stolz auf das Ergebnis sein und kann sein Spiel mit der Community teilen.

Media Molecule legt dabei besonders großen Wert darauf, dass keine gewaltverherrlichenden oder sexistischen Inhalte in den Träumen eingebaut werden. Dies stellen sie zum einen sicher, indem keine entsprechenden Elemente in den Werkzeugpaletten der Traumformung enthalten sind. Zum anderen erarbeitet gibt esMedia Molecule ein Meldesystem, wodurch womit unangemessene Träume in von der Community identifiziert beanstandet und vom Entwickler gelöscht werden können, wenn Spieler*innen entsprechende Inhalte doch erstellt haben sollten.

Das Traumformen beinhaltet in seiner einfachen und visuellen Darstellung eines Programmiertools Programmieroberfläche eine komplexe Mechaniken, die sehr anspruchsvoll istsind. Ein hohes Maß an Kreativität, das dreidimensionale Denken und die motorischen Fähigkeiten spielen eine große Rolle bei der Bedienung und dem Aufbau der Spielwelt. Hier wird sich mit der Zeit zeigen, wie stark die individuelle Motivation und Interesse bei dem Spieler*innen ist, eigene Träume auch wirklich durchzuziehen.

Um die der Komplexität und dem enormen Zeitaufwand entgegenzuwirken, empfiehlt es sich für Eltern, mit ihren Kindern zusammen Etappen zu definieren, klare Ziele und Erfolge, die die Kinder motivieren. Dabei hilft es, einen klaren Spielplan Plan zu haben und die Etappen in die Spielszenen einzuarbeitenetappenweise vorzugehen. Außerdem können Eltern so zusammen mit den Kindern eine Projektgruppe bilden und als Team Träume entwickeln und Herausforderungen meistern. Gerade bei Dreams entwickelt der Spielspaß sich enorm stark aus, wenn man macht in der Gruppe Projekte angehtbesonders Spaß.

Fazit:

Eltern und ihren Kindern kann Dreams sehr viel Spaß machen. Wegen des komplexen Editors ist Dreams jedoch erst ab etwa 12 Jahren zu empfehlen. Zugleich sollte man im Hinterkopf behalten, dass von der Community erstellte Spiele theoretisch gewaltverherrlichende Inhalte verbreiten könnten. Daher sollten Eltern großes Interesse an den Aktivitäten der Kinder innerhalb des Spiels zeigen.
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Dieses Spiel wurde beurteilt von:
Yosof Rohesh

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Bildnachweise

[1]Dreams / Media Molecule / Screenshot by spielbar.de[2]Dreams / Media Molecule / Screenshot by spielbar.de[3]Dreams / Media Molecule / Screenshot by spielbar.de[4]Dreams / Media Molecule / Screenshot by spielbar.de[5]Dreams / Media Molecule / Screenshot by spielbar.de[6]Dreams / Media Molecule / Screenshot by spielbar.de[7]Dreams / Media Molecule / Screenshot by spielbar.de[8]Roblox / Roblox Corporation[9]littlebigplanet.com[10]Super Mario Maker 2 / Nintendo / screenshot by spielbar.de