Spielbeurteilung

FIFA 21

21.01.2021
  • Genre:
  • Herausgeber:
    Electronic Arts
  • Plattform:
    PC, PlayStation, Xbox, Nintendo Switch
  • Erscheinungsdatum:
    Oktober 2020
  • USK:
    ohne Altersbeschränkung
  • spielbar:
    ab 8 Jahre (ohne In-App-Käufe oder gemeinsam mit Erwachsenen) und ab 18 Jahre (alleine)
Seit 28 Jahren erscheint jedes Jahr ein neuer Teil der FIFA Fußball-Simulation. Dabei ist die Serie jedes Jahr wieder an der Spitze der Verkaufscharts und kostet je nach Edition zum Start zwischen 70 und 100 Euro. Das Spiel ist seit jeher auf allen gängigen Videospiel-Plattformen vertreten.

FIFA 21 ist eine Fußballsimulation, bei der Spielende die Kontrolle über ein ganzes Fußballteam übernehmen. Dazu steuern sie je die Person in der Nähe des Balles direkt.


Sammelkarten im Modus Ultimate Team

Der mit Abstand beliebteste Modus in FIFA ist „Ultimate Team“. Hier erstellen sich Spieler*innen einen virtuellen Verein und können sogar ihr Heimstadion individuell anpassen und gestalten. Spieler für die eigene Mannschaft bekommt man in Karten-Paketen. Das ähnelt den allseits bekannten und beliebten Panini-Sammelbildern, nur eben digital. Die Pakete lassen sich wahlweise mit der In-Game-Währung „Münzen“ oder direkt mit Echtgeld kaufen. Die Münzen bekommt man durch regelmäßiges Spielen und durch das Erfüllen von kleinen und großen Aufgaben im Spiel. Wie auch bei den Panini-Bildern kann man aus den Paketen auch besonders seltene Karten ziehen. Je seltener dabei die Karte, desto stärker ist der Spieler dann auch auf dem Feld.
Die Kartenpacks in Fifa Ultimate Team (FUT) können mit Münzen oder Fifa Points bezahlt werden.

Zusätzlich lassen sich mit Spielern, die real in derselben Mannschaft spielen oder gespielt haben, geschickte Kombinationen auf den Positionen erstellen, die zusätzliche Boni gewähren. Die Karten orientieren sich an der aktuellen Leistung der Spieler in der realen Welt. Das bedeutet, dass Cristiano Ronaldo und Toni Kroos auch in FIFA 21 entsprechend spielstark sind.
Durch Top-Leihspieler, meist für wenige Spiele geliehen, werden die Spieler*innen angefüttert, um in neue Spieler zu investieren und ihre Mannschaft zu verbessern.

Es gibt auch einen aktiven Online-Transfermarkt, über den man Spieler-Karten mit anderen Spieler*innen handeln und tauschen kann. Nebenbei gibt es natürlich noch eine Menge anderer kosmetischer Gegenstände, mit denen ich meine Trikots oder mein Stadion aufhübschen kann. Die teuersten Kartenpakete kosten 2500 Münzen oder umgerechnet etwa 30 Euro. Dafür bekommt man dann 30 Gegenstände, 30 goldene und 30 seltene Karten. Was sich aber genau dahinter verbirgt, ist vom Glück abhängig.
Ein FIFA Point kostet umgerechnet etwa einen Cent. Es ist nur eine von zwei Ingame-Währungen.

Es gibt noch andere Modi, die wir nur kurz erklären wollen:
  • Im Karrieremodus kann man als Trainer oder auch Spieler in einem Verein der Wahl einsteigen und mit diesem Verein versuchen die Spitze der Liga zu erreichen.
  • Im Modus „Volta Football“ dreht sich alles um Straßenfußball auf dem Kleinfeld. Hier kann man die Geschichte von ein paar Straßenkickern in einem Story-Modus nachspielen.
  • Der Anstoß-Modus ist der Modus für das schnelle Spiel. Hier wählt man sich selbst eine Mannschaft und seinen Gegner aus und spielt wahlweise mit Freund*innen oder alleine gegen den Computer. Dieser Modus ist am besten geeignet, wenn man gemeinsam spielen möchte und ist unabhängig von der Internetverbindung spielbar.


Steuerung

Gesteuert wird FIFA am besten mit einem Controller, wie er bei den Spielekonsolen bereits vorhanden ist. Aber auch mit der Tastatur ist die Steuerung durchaus möglich. Das Spielgeschehen beobachtet man aus der klassischen Stadionperspektive, also so, wie man es auch aus Fernsehübertragungen gewohnt ist. Man steuert dabei immer eine einzelne Spielfigur auf dem Feld und kann jederzeit einen anderen eigenen Spieler übernehmen. Alle anderen Spielfiguren auf dem Feld werden dauerhaft computergesteuert, bis man sie wieder übernimmt und selbst steuert.

In den Zwischensequenzen wird sichtbar, wie originalgetreu die Spieler nachgebildet werden.

Multiplayer

Gespielt werden kann in unzähligen Modi. Entweder klassisch gegen den Computer, mit oder gegen Freund*innen. Und entweder gemeinsam vor dem Bildschirm oder online. Dabei ist kein Cross-Play möglich, also kein gemeinsames Spielen über verschiedene Plattformen. Jemand mit einer Nintendo Switch kann zum Beispiel nicht gegen Playstation-Spieler*innen spielen. Dasselbe gilt auch für die FIFA Version. Beide müssen FIFA 21 besitzen, um gemeinsam spielen zu können.
In der Wiederholung sieht man einen Zweikampf kurz vor einem Torschuss.

Andreas Langer
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Pädagogische Beurteilung:

Kosten

Seitdem FIFA den Ultimate Team-Modus eingeführt hat, gibt es die Möglichkeit, Echtgeld im Spiel auszugeben und das tun viele auch. Möglich ist dies entweder über Playstation-Guthaben, Paysafe-Cards, PayPal oder auch Kreditkarten. Auf den Konsolen können Eltern können diese Bezahlmöglichkeiten in den jeweiligen Systemeinstellungen einschränken. Hierzu raten wir grundsätzlich beim Kauf einer aktuellen Konsole. Der Modus wird online über das Internet gespielt und sorgt gerade dann für Frust, wenn man auf stärkere Gegner mit besseren Mannschaften trifft. Gewinnentscheidend ist dabei nicht immer unbedingt das Können, sondern leider auch, wer wie viele starke Karten aus den Paketen zur Verfügung hat („Pay to Win“). Je mehr man investiert, desto wahrscheinlicher ist es, eine Mannschaft mit vielen starken Spielern aufzubauen. Da die genauen Inhalte der Kartenpakete beim Kauf unbekannt und vom Glück abhängig sind („Lootboxen“), kann dies zu viel Frust führen. Auf YouTube gibt es unzählige Videos, in denen junge Menschen erklären, dass sie viel Geld investieren, um viele Karten Packs hintereinander zu öffnen. Ähnlich wie bei Glücksspielen besteht also die Gefahr, die Kontrolle über die eigenen Ausgaben zu verlieren. Das Geschäftsmodell des Ultimate-Team-Modus ist auch unter FIFA-Spieler*innen umstritten.
Ein Kartenpaket wird geöffnet und die beste Karte des Pakets bekommt eine besondere Präsentation mit Feuerwerk. In diesem Fall Shkodran Mustafi aus Deutschland.

Altersempfehlung

Die eigentlichen Fußball-Partien in Fifa21 lassen sich ab etwa 8 Jahren wunderbar zum gemeinsamen Spielen in der Familie nutzen. Wenn man zu zweit, dritt oder gar viert vor dem gemeinsamen Fernseher zusammen die Lieblingsmannschaft zum Sieg oder an die Spitze der Liga führt, ist das ein tolles Erlebnis und macht richtig viel Spaß.

Jedoch ist mit „Ultimate Team“ ein pädagogisch problematischer Spielmodus enthalten: die Verlockung, für bessere Spielkarten zu bezahlen, ist in diesem Modus erheblich. Die glücksspielähnlichen Mechaniken können unter Umständen teuer werden und für viel Frust und Ärger in der Familie sorgen. Kinder und Jugendliche geraten häufig in die Versuchung, das Taschengeld in Form von Paysafe-Cards für diese Inhalte auszugeben.

Dass das Spiel dennoch von der USK eine Freigabe ab null Jahren erhalten hat, ist dadurch zu erklären, dass die Lootboxen nicht als Glücksspiel, sondern als „zufallsgenerierte Spielvorteile“ bewertet wurden. Die Diskussion, ob es sich bei Lootboxen wie denen in „Ultimate Team“ um Glücksspiel handelt und entsprechend die Alterseinstufung beeinflussen sollten, ist in vollem Gange. In Belgien sind Lootboxen seit 2018 sogar als „illegales Glücksspiel“ verboten. Hierzulande hat sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey dafür ausgesprochen, dass diese von der USK berücksichtigt werden sollen. In einem von der deutschen Spieleindustrie kritisierten Novellierungsentwurf des Jugendschutzgesetzes sollen die Kriterien der USK entsprechend überarbeitet werden.

Eltern sind gut beraten, ihre Kinder nur über einen eingeschränkten Kinderzugang FIFA 21 spielen zu lassen. Sofern dies nicht möglich ist, sollten Eltern zumindest dringend vorab Regeln absprechen und ein aufklärendes Gespräch zu den Risiken von „Ultimate Team“ führen. Ohne diese Vorsichtsmaßnahmen ist das Spiel für Kinder und Jugendliche nicht zu empfehlen.

Frust und Spielzeit

FIFA-Partien können für viel Frust sorgen. Man sollte hier immer auf das Spielverhalten des Kindes achten und für Ausgleich sorgen, wenn man bemerkt, dass der Frustfaktor zu groß wird. Es bietet sich bei FIFA an, die Spielzeiten des Kindes auf eine bestimmte Anzahl von Spielen zu begrenzen. Zudem gibt es bei FIFA 21 die Möglichkeit, Statistiken über das eigene Spielverhalten einzusehen. Dies kann ein Anlass zur Selbstreflektion sein.

Ein Novum ist, dass jetzt auch eine Kommentatorin, nämlich Esther Sedlaczek, neben den männlichen Sportkommentatoren eingesprochen hat.

Fazit:

Inhaltlich ist das neue FIFA, wie fast jedes Jahr, in Wirklichkeit nur ein Update zur Vorjahresversion. Das viel diskutierte Thema Lootboxen, hier in Form der Karten-Pakete, bleibt auch weiterhin der Hauptkritikpunkt dieser Spiele-Reihe. Besonders Kinder und Jugendliche lassen sich von solchen Systemen zum Geldausgeben verleiten. Dass man mit den gekauften digitalen Karten im nächsten FIFA-Teil nichts mehr anfangen kann, ist für viele im Affekt nicht überschaubar.
Andreas Langer
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Siehe auch

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Kosten digitaler Spiele

Viele Spiele geben vor, kostenlos zu sein. Meistens bezahlen Spieler/innen letztlich dennoch. Spielbar.de zeigt, welche Bezahlmodelle es gibt und wie Spieler/innen sich vor allzu hohen Kosten schützen können.

Bildnachweise

[1]FIFA 21 / Electronic Arts / Pressebild (https://www.ea.com/de-de/games/fifa/fifa-21/next-level/media)[2]FIFA 21 / Electronic Arts / Screenshot aus offiziellem Gameplay-Trailer (https://www.youtube.com/watch?v=Jmliox1trPQ)[3]FIFA 21 / Electronic Arts / Screenshot by spielbar.de[4]FIFA 21 / Electronic Arts / Screenshot by spielbar.de[5]FIFA 21 / Electronic Arts / Screenshot by spielbar.de[6]FIFA 21 / Electronic Arts / Screenshot by spielbar.de[7]FIFA 21 / Electronic Arts / Screenshot by spielbar.de[8]FIFA 21 / Electronic Arts / Screenshot by spielbar.de[9]Electronic Arts[10]Rocket League / Psyonix[11]Jörg Hertle / pixabay.com/nl/photos/bouwen-live-te-huur-3930593/ / creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de, (cc by/1.0/)

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