Spielebeurteilung

Parkitect

18.04.2019
Wer schon immer mal einen Vergnügungspark bauen und verwalten wollte, der ist hier genau richtig. Doch Vorsicht, der Job ist nicht gerade einfach. „Parkitect“ ist ein komplexer Manager. In pädagogischer Hinsicht wertvoll!
  • Genre:
  • Herausgeber:
    Texel Raptor
  • Plattform:
    PC, Mac
  • Erscheinungsdatum:
    November 2018
  • USK:
    nicht geprüft
  • spielbar:
In „Parkitect“ gestaltet und verwaltet der Spieler oder die Spielerin einen Vergnügungspark. Es werden Wege, Läden, Dekorationen und Fahrgeschäfte gebraucht. Das Personal will eingestellt und koordiniert werden. Die Preise müssen festgelegt und Werbekampagnen geplant werden. Das Spiel erinnert stark an die Reihe „Rollercoaster Tycoon“, deren neuester Teil „Rollercoaster Tycoon World“ gefloppt war. Parkitect übernimmt die bewährten Mechaniken der Atari-Reihe und macht sinnvolle Ergänzungen.

Wieviel soll der Burger kosten? Erfolgreiches Management des Vergnügungsparks erfordert Feinabstimmung.

Die Vielfalt der Aufgaben im Spiel lässt schon erahnen, dass der Einstieg ins Spiel vor allem Neulingen im Tycoon-Genre schwerfallen könnte. Dem schaffen die Entwicklerinnen und Entwickler Abhilfe, indem sie die Spielenden in einem Tutorial durch die wichtigsten Bedienelemente führen. Hier gibt es eine ganze Menge Text zu lesen, ein Voiceover wäre eine große Hilfe. Im Rahmen einer Kampagne werden die Spielerinnen und Spieler vor immer schwierigere betriebswirtschaftliche Herausforderungen gestellt. Sie müssen zum Beispiel eine bestimmte Anzahl an Besucherinnen und Besuchern in den Park locken, deren Zufriedenheit steigern oder mit bestimmten Attraktionen Gewinne einheimsen. Parkitect bietet auch einen Szenario-Editor , damit der eigene Traum vom Vergnügungspark ohne Einschränkungen erfüllt werden kann. Zudem können eigene Level erschaffen werden.

Mit dem Szenario-Editor können Spielerinnen und Spieler das Baugelände für ihren Park selbst gestalten.

Besonders viel gestalterische Freiheit bleibt Spielerinnen und Spielern beim Bau der Achterbahnen. Diese können individuell gestaltet werden, wobei sich die Steuerung im Vergleich zu den ersten Rollercoaster Tycoon-Teilen sehr verbessert hat. Parkitect glänzt hier besonders mit pfiffigen grafischen Darstellungen verschiedener Werte wie etwa der Geschwindigkeit und den G-Kräften im Verlauf der Bahn. Um eine große Beliebtheit zu erreichen, ist ein gutes Abwägen zwischen Spannung und Schutz der Fahrgäste entscheidend; diesen kann nämlich auch mal schlecht werden. Schade ist, dass eine Kamera aus der Ego-Perspektive fehlt, um die Fahrt auf der eigenen Kreation als Gast erleben zu können. Diese Funktion bietet der Konkurrent „Planet Coaster“.

Daten und Diagramme helfen beim Bau der perfekten Achterbahn.

Damit der Park-Alltag funktioniert, müssen natürlich Wege geputzt, für Sicherheit gesorgt und die Gäste animiert werden. Dafür wird Personal eingestellt. Neu ins Genre bringt das Spiel die Figur des „Trägers“, der Waren zu den Läden bringen. Eine Neuerung, die eine schöne Ergänzung in das Spiel bringt, ohne es unnötig zu verkomplizieren. Insgesamt ist der Bereich Management in Parkitect sehr durchdacht.

Wer Parkitect spielt, hat eine Menge Verantwortung: Trägerinnen und Träger bringen Vorräte zu den Verkaufsbuden. Zur Erholung benötigen sie einen Pausenraum.

Matthias Köberlein (bpb)
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Bildnachweise

[1]Texel Raptor / Parkitect / Screenshot by spielbar.de[2]Texel Raptor / Parkitect / Screenshot by spielbar.de[3]Texel Raptor / Parkitect / Screenshot by spielbar.de[4]Texel Raptor / Parkitect / Screenshot by spielbar.de[5]Texel Raptor / Parkitect / Screenshot by spielbar.de

Pädagogische Beurteilung:

Komplexe Lernangebote
Welcher Preis der richtige ist, wieviel und wo investiert werden muss – all das sind Fragen, mit denen Spielerinnen und Spieler in Parkitect konfrontiert werden. Das ausgewogene Simulations-Spiel erfordert und fördert vorausschauendes Denken und Verständnis für Wechselwirkungen. Damit sich Erfolgserlebnisse einstellen, ist entweder Vorerfahrung mit Tycoon-Spielen oder eine Spielzeit von mehreren Stunden notwendig, weshalb das Spiel erst ab dem mittleren Grundschulalter zu empfehlen ist.

Community
Parkitect hat zwar keinen Mehrspieler-Modus und erfordert nach dem Download auch keine Internetverbindung mehr. Dennoch gibt es eine optionale, spielinterne Online-Community, die selbst erstellte Inhalte (User Generated Content) zum kostenlosen Download zur Verfügung stellt. Hier können Achterbahnen und Dekorations-Elemente eingereicht werden und Auszeichnungen erhalten. Die gegenseitige Wertschätzung kreativer Leistungen bringt eine soziale Ebene ins Spiel.

Entschleunigung
Wie bei Wirtschaftssimulationen üblich, kommt es auch hier nicht auf Reaktionsfähigkeit an. Zwar kann die Spielgeschwindigkeit, wenn gewünscht, erhöht werden, aber grundsätzlich lässt das Spiel genug Zeit, alles nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Dabei ist manchmal auch etwas Geduld gefragt, wenn auch nicht so viel wie bei Echtzeit-Simulationen wie dem Landwirtschafts-Simulator. Natürlich kann das Ganze auch in Arbeit ausarten; sobald das Spielen als Stress oder Last wahrgenommen wird, empfehlen sich einfachere Spiele oder eine Pause.

Fazit:

Parkitect ist pädagogisch wertvoll: Hier wird grundlegendes betriebswirtschaftliches Denken vermittelt und viel Raum für Kreativität gelassen. Eltern können sich freuen, wenn ihre Kinder dieses Spiel spielen, sollten jedoch deren Spielzeit altersgerecht begrenzen. Insbesondere jüngere Spielerinnen und Spieler können von der Komplexität des Spiels überfordert sein.
Matthias Köberlein (bpb)
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