Spielebeurteilung

3D Dot Game Heroes

05.07.2010
Die Liebe zum Pixel: Helden aus den Kindertagen der Computer- und Konsolenspiele hatten noch Ecken und Kanten. Heutzutage zählt realistische Darstellung. 3D Dot Game Heroes schafft eine Verbindung zwischen aktueller 3D-Grafik und Retro-Look. Eine Hommage an die Spieleklassiker.
Das 2D-Königreich Dotnia wurde einst vom Schattenkönig Onyx in Dunkelheit gehüllt. Ein tapferer Held sperrte den Bösewicht damals in ein magisches Artefakt und stellte den Frieden wieder her. Ruhm und Ehre galten dem Helden, aber auch dem Königreich. Als der Ruhm verblasste, beschloss der König, sein zweidimensionales Königreich in ein zeitgemäßeres, dreidimensionales Gewand zu hüllen.
"3D Dot Game Heroes" verbindet aktuelle 3D-Grafik mit einem Retro-Look.

Die Einwohner Dotnias haben sich kaum an das neue 3D gewöhnt, da stiehlt der „Dunkle Bischof“ das Artefakt, um es für seine finsteren Pläne zu nutzen. Wieder ist ein Held gefragt, der das Land vor der drohenden Dunkelheit bewahrt. Die Spielenden übernehmen diese Rolle.
Im Spiel bewegen sich die Spielenden in einer Fantasiewelt von Map zu Map, überwinden Hindernisse und interagieren mit der Spielwelt.

Das Spielprinzip ist angelehnt an das der Zelda-Reihe: Anfangs ausgestattet mit einem Schwert und einem Schild, bewegen sich die Spielenden in einer Fantasiewelt von Map zu Map. Sie schlagen dabei alles klein, was sich ihnen in den Weg stellt, egal ob Büsche oder kleiner Monster. Andere Bewohner des Königreichs geben ihnen hilfreiche Tipps auf den Weg. Die Spielenden erkunden geheime Höhlen, finden versteckte Kisten und lösen kleine Rätsel. Letztere bestehen beispielsweise darin, Steinblöcke in eine bestimmte Position zu verschieben oder Schalter zu betätigen, um Türen zu öffnen.

Die eigenen Waffen und Ausrüstungsgegenstände lassen sich während des Spiels aufwerten. Beim Schwert beispielsweise äußert sich das in der Größe. Auf der höchsten Entwicklungsstufe nimmt die Waffe nahezu den ganzen Bildschirm ein.
Abgesehen von den vorgefertigten Charakteren gibt es die Möglichkeit, eigene Helden in einem Editor zu erstellen.

Das Spiel stellt eine Fülle von Charakteren zur Verfügung, aus denen die Spielenden ihren Avatar wählen können – von einfachen Rittern und Zauberern bis hin zu Engeln oder gar dem Weihnachtsmann. Den Spielverlauf selber beeinflusst die Auswahl nicht. Abgesehen von den vorgefertigten Charakteren, können die Spielenden ganz nach Belieben Pixel für Pixel eigene Helden in einem Editor erstellen und in das Spiel importieren. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Wer das einmal ausprobieren möchte, kann dafür den Online-Charaktereditor nutzen.
Anne Sauer
Dieses Spiel wurde getestet von:

Pädagogische Beurteilung:

„Back to the roots“! Mit seiner ungewöhnlichen 3D-Interpretation pixeliger Spieleklassiker sticht 3D Dot Game Heroes vor allem optisch aus der Masse hervor. Die Landschaft, die Figuren, einfach alles besteht aus scheinbar überdimensionalen Pixeln in 3D, die ein wenig an Lego-Steine erinnern. Die Anspielungen auf Spieleklassiker wie Zelda und Co finden sich optisch, musikalisch und im Spielablauf.

Ideenreich ist das ungewöhnliche Schwert des Hauptcharakters, das teleskopartig ausfährt, wenn man zuschlägt. Das Schwert vergrößert sich mit steigender Entwicklungsstufe und bekommt damit eine flächendeckende Wirkung. Auf den ersten Blick ein großer Vorteil gegenüber den Gegnern. Verlieren die Spielenden aber nur ein klein wenig Lebensenergie, schrumpft das Schwert auf seine ursprüngliche Größe und das Spiel nimmt wieder an Schwierigkeit zu. Die Helden müssen dann näher an den Gegner heran, diesen blocken oder auch einmal die Flucht ergreifen. Hier sind Geschicklichkeit und Taktik gefragt, denn jeder Gegner in 3D Dot Game Heroes hat unterschiedliche Eigenschaften und Reaktionen, auf die sich die Spielenden einstellen müssen.
Wurde erst einmal Lebensenergie verloren, kann schnell der Tod des Helden folgen. Frust kommt dennoch nicht auf, denn erreichte Spielfortschritte gehen nicht verloren. Die Spielenden werden lediglich zurück zum Eingang der zuvor besuchten Höhle oder Landschaft befördert.

Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, sich mittels Editor Pixel für Pixel eigene 3D-Charaktere zu erschaffen. Das erfordert etwas Übung und räumliche Vorstellungskraft, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, sich kreativ auszuleben, und das Spiel mit seinem ganz persönlichen Helden aus Kindheitstagen zu erleben. So fühlt man sich ab der ersten Spielsekunde Jahre zurückversetzt und kann in Erinnerungen schwelgen – vorausgesetzt man hat welche.

Fazit:

Bedenkliche Gewaltdarstellungen gibt es in 3D Dot nicht. Es spritzt kein Blut, und auch besiegte Gegner zerfallen lediglich in die einzelnen Würfel, aus denen sie bestehen. Alles wirkt kindlich und irreal. Dennoch ist das Spiel nur bedingt für Kinder geeignet. 3D Dot ist vergleichsweise textlastig, gesprochen wird nicht – eben genau wie zu den Anfängen der Computerspiele. Hinzu kommt, dass es sich dabei ausschließlich um englische Texte handelt. Der Spielverlauf erschließt sich zwar auch ohne Englischkenntnisse, so manch ein Hinweis oder eine lustige Aussage könnten den Spielenden aber entgehen. Überhaupt sind Anspielungen auf Spieleklassiker, die dem Spiel seinen Charme verleihen, für Kinder und Jugendliche vermutlich nur schwer nachvollziehbar. Und der Stil spricht weniger eine Generation an, die mit realistischer Grafik aufgewachsen ist. Nostalgiker dagegen, die gern an die Anfänge der PC- und Konsolenspiele zurückdenken, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
Anne Sauer
Dieses Spiel wurde beurteilt von:

Siehe auch

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Bildnachweise

[1]Spielbar.de[2]3D Dot Game Heroes / TopWare / playstation.com[3]3D Dot Game Heroes / TopWare / playstation.com[4]3D Dot Game Heroes / TopWare / playstation.com[5]Nintendo

1 Kommentar

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

„Back to the roots“! Mit seiner ungewöhnlichen 3D-Interpretation pixeliger Spieleklassiker sticht 3D Dot Game Heroes vor allem optisch aus der Masse hervor. Die Landschaft, die Figuren, einfach alles besteht aus scheinbar überdimensionalen Pixeln in 3D, die ein wenig an Lego-Steine erinnern. Die Anspielungen auf Spieleklassiker wie Zelda und Co finden sich optisch, musikalisch und im Spielablauf.

Ideenreich ist das ungewöhnliche Schwert des Hauptcharakters, das teleskopartig ausfährt, wenn man zuschlägt. Das Schwert vergrößert sich mit steigender Entwicklungsstufe und bekommt damit eine flächendeckende Wirkung. Auf den ersten Blick ein großer Vorteil gegenüber den Gegnern. Verlieren die Spielenden aber nur ein klein wenig Lebensenergie, schrumpft das Schwert auf seine ursprüngliche Größe und das Spiel nimmt wieder an Schwierigkeit zu. Die Helden müssen dann näher an den Gegner heran, diesen blocken oder auch einmal die Flucht ergreifen. Hier sind Geschicklichkeit und Taktik gefragt, denn jeder Gegner in 3D Dot Game Heroes hat unterschiedliche Eigenschaften und Reaktionen, auf die sich die Spielenden einstellen müssen.
Wurde erst einmal Lebensenergie verloren, kann schnell der Tod des Helden folgen. Frust kommt dennoch nicht auf, denn erreichte Spielfortschritte gehen nicht verloren. Die Spielenden werden lediglich zurück zum Eingang der zuvor besuchten Höhle oder Landschaft befördert.

Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, sich mittels Editor Pixel für Pixel eigene 3D-Charaktere zu erschaffen. Das erfordert etwas Übung und räumliche Vorstellungskraft, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, sich kreativ auszuleben, und das Spiel mit seinem ganz persönlichen Helden aus Kindheitstagen zu erleben. So fühlt man sich ab der ersten Spielsekunde Jahre zurückversetzt und kann in Erinnerungen schwelgen – vorausgesetzt man hat welche.

Bedenkliche Gewaltdarstellungen gibt es in 3D Dot nicht. Es spritzt kein Blut, und auch besiegte Gegner zerfallen lediglich in die einzelnen Würfel, aus denen sie bestehen. Alles wirkt kindlich und irreal. Dennoch ist das Spiel nur bedingt für Kinder geeignet. 3D Dot ist vergleichsweise textlastig, gesprochen wird nicht – eben genau wie zu den Anfängen der Computerspiele. Hinzu kommt, dass es sich dabei ausschließlich um englische Texte handelt. Der Spielverlauf erschließt sich zwar auch ohne Englischkenntnisse, so manch ein Hinweis oder eine lustige Aussage könnten den Spielenden aber entgehen. Überhaupt sind Anspielungen auf Spieleklassiker, die dem Spiel seinen Charme verleihen, für Kinder und Jugendliche vermutlich nur schwer nachvollziehbar. Und der Stil spricht weniger eine Generation an, die mit realistischer Grafik aufgewachsen ist. Nostalgiker dagegen, die gern an die Anfänge der PC- und Konsolenspiele zurückdenken, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

29.06.2010 um 19:02


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