Spielebeurteilung

The Elder Scrolls: Blades

11.09.2019
The Elder Scrolls: Blades ist ein mobiler Ableger von Skyrim, einem der beliebtesten Rollenspiele der letzten Jahre. Wie schneidet das Rollenspiel im Vergleich ab? Inwiefern bremsen entsprechende Free2Play -Mechaniken den Spielfortschritt?
Geschichte
Die Hauptfigur gehört zu einer Geheimorganisation des kaiserlichen Imperiums, den sogenannten Blades, auf Deutsch Klingen. Diese wurden von den Erzfeinden des Imperiums, den hochelfischen Thalmor, vertrieben. Die Spielfigur findet bei ihrer Rückkehr ihre Heimatstadt zerstört vor. Nur der Älteste Junius befindet sich noch in der Stadt und erzählt, dass die Blutkönigin dahinter stecken soll. Damit beginnt das Abenteuer, die Stadt wieder aufzubauen und herauszufinden was eigentlich genau vor sich geht. In dieser Hauptquest entfaltet sich eine interessante Geschichte, an deren Ende ein mächtiger Hexenkönig zu besiegen ist. Bis die Spieler den Hexenkönig antreffen, können bis zu 50 Spielstunden vergehen.

Aus der Ego-Perspektive erkundet man Wälder, Katakomben und Höhlen, kämpft und erbeutet Ausrüstung und Rohstoffe.

Spielmechanik
Zu Beginn des Spiels kann aus verschiedenen „Rassen“ ein Charakter erstellt werden. Im Charakter-Editor können daneben auch Geschlecht und Aussehen der Spielfigur bestimmt werden. Aussehen und Geschlecht haben dabei keinen Einfluss auf den Spielverlauf, je nach Rasse gibt es jedoch unterschiedliche Vorteile, z.B. ein Plus auf Giftschaden bei der Katzenrasse Khajiit.

Mit den gefundenen Rohstoffen kann die zerstörte Heimatstadt wieder aufgebaut werden.

Solche Werte können durch gefundene oder selbst hergestellte Ausrüstungsgegenstände wie Rüstungen, Schuhe und Waffen verbessert werden. Zur Herstellung werden in der Stadt bestimmte Gebäude, wie beispielsweise eine Schmiede, benötigt. Die Stadt besteht zu Beginn des Spiels aus Ruinen, welche nach und nach durch neue Gebäude ersetzt werden müssen. Dafür werden neben Gold auch verschiedene Rohstoffe, wie Holz und Kalk, benötigt. Wenn die notwendigen Rohstoffe vorhanden sind, benötigen die Gebäude mit fortschreitendem Spielfortschritt zunehmende Zeit um fertiggestellt zu werden.

Rohstoffe, Gegenstände und Gold werden durch das Erledigen von Aufträgen und Missionen erlangt. Diese finden in drei unterschiedlichen Gebieten statt: einem Höhlenkomplex, einem Wald und einem Tunnelsystem. Daneben gibt es noch den sogenannten Abgrund, dieser ist eine endlose Aneinanderreihung der drei verschiedenen Gebiete. Nach jedem Level steigt die Schwierigkeit, aber auch die zu gewinnenden Belohnungen, welche wieder für den Stadtaufbau oder für die Charakterausrüstung nützlich sein können.

Während der Kampf-Duelle steht je ein begrenzter Vorrat für Angriffe (Ausdauer, grün) und Zauber (Magicka, blau) zur Verfügung.

Die Kämpfe gestalten sich dabei recht simpel. Sobald ein Gegner die Spielfigur sieht, kommt es zu einem Kampf 1 gegen 1. Bei mehreren Gegnern treten diese direkt nacheinander gegen die Spielfigur an. Mit einem Tipp auf den Bildschirm entscheiden die Spieler, von welcher Richtung ihre Spielfigur zuschlägt oder ob Magie bzw. spezielle Fähigkeiten eingesetzt werden sollen. Magie kostet Magicka und Fähigkeiten kosten Ausdauer.
Über einen Fertigkeitsbaum können kämpferische und magische Fertigkeiten freigeschaltet werden.

Neben den direkten Belohnungen gibt es noch Erfahrungspunkte, welche die Spielfigur mächtiger werden lassen. Beim Levelaufstieg können die Fähigkeiten der Spielfigur ausgebaut werden. Soll die Spielfigur eher mit Magie hantieren oder doch lieber mit dem Schwert? Der Talentbaum ist dabei längst nicht so komplex wie in Skyrim und selbst eine Spielfigur, die eher mit Magie vertraut ist, wird nicht um den ein- oder anderen Schwerthieb herum kommen.

In-App-Käufe
Neben den Rohstoffen, Erfahrungspunkten und dem Gold gibt es auch regelmäßig Truhen als Belohnungen. Diese gibt es in vier unterschiedlichen Qualitäten: Holz, Silber, Gold und Truhen der Alten. Diese Truhen enthalten dringend benötigte Rohstoffe und Gegenstände. Je wertvoller die Truhe, desto wertvoller die darin enthaltenen Gegenstände. Jedoch steckt hinter den Truhen ein Zufallsalgorithmus, so dass nie sicher ist, was sich in der jeweiligen Truhe befindet. Die Spieler müssen bei einer Holztruhe fünf Sekunden warten, bei Silbertruhen eine Stunde, bei Goldtruhen sechs Stunden und bei den wertvollsten Truhen der Alten sogar zwölf Stunden, bis diese geöffnet werden können. Dabei kann immer nur eine Truhe gleichzeitig geöffnet werden. Zudem können nicht unendlich viele Truhen gleichzeitig im Inventar gesammelt werden.

Um eine gefundene Beutekiste zu öffnen, muss man bis zu 12 Stunden warten. Alternativ kann man Echtgeld einsetzen.

Mit der Premium-Währung Edelsteine können gefundene Truhen sofort geöffnet oder sogar direkt gekauft werden. Edelsteine können mit echtem Geld in einem extra Shop erworben werden. Hier gibt es auch Legendäre Truhen mit besseren Inhalten zu kaufen. Für ungefähr fünf Euro kann man 500 Edelsteine erwerben. Eine Goldene Truhe kann für 250 Edelsteine erworben werden, eine Truhe der Alten für 750 Edelsteine und eine Legendäre Truhe für 2500 Edelsteine – also für umgerechnet rund 25€.
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Dieses Spiel wurde getestet von:
Tobias Gäckle-Brauchler (medientyp.net)

Pädagogische Beurteilung:

Herausforderung
Das Spiel findet in einem Fantasy-Setting statt. Hauptziel ist der Wiederaufbau der Stadt und die Weiterentwicklung der Spielfigur. Dafür müssen die Spielenden ihre Rohstoffe gut im Blick behalten und managen. Ist es besser den gesammelten Stahl in ein neues Schwert oder in den Ausbau der Schmiede zu investieren? Soll als nächstes der Feuerball-Zauber erlernt oder doch lieber das Inventar vergrößert werden? Gerade in den ersten Spielstunden können diese Entscheidungen sehr knifflig sein.

Gewalt
Die Missionen für den Wiederaufbau der Stadt können nur mit dem Einsatz von Gewalt abgeschlossen werden. Die Darstellung eines Hiebes mit einer Waffe verzichtet dabei auf sichtbare Verletzungen und Bluteffekte bei den Gegnern. Es wird lediglich durch die Bewegung der Figuren ein Treffer dargestellt. Bei der Anwendung eines Zaubers werden Gegner oder der Bildschirm zum Teil in Flammen oder Blitze eingehüllt, ohne jedoch explizite Verletzungen zu zeigen. Wenn die eigene Spielfigur verletzt wird, färbt sich der Bildschirm an den Rändern kurz rot. Die getöteten Gegner bleiben jedoch als Leichen liegen.

Mikrotransaktionen
Die Truhen, allgemein besser bekannt als Lootboxen, sind weiterhin Gegenstand verschiedener Diskussionen. Da die Spieler beim Öffnen der Truhen immer etwas gewinnen, werden diese in der Regel nicht als Glücksspielelemente deklariert. Trotzdem können die Spieler nie sicher sein, die Rohstoffe oder Gegenstände zu bekommen, welche sie gerade benötigen. Durch die entsprechenden Wartezeiten erfordert das Öffnen der Truhen viel Geduld oder den Einsatz von Echtgeld. Hier baut das Spiel einen großen Druck auf, da die Spieler `ja nur noch diese paar Rohstoffe brauchen´, um das neue Gebäude zu bauen.

Jedoch können alle Gegenstände und Rohstoffe auch ohne Geldeinsatz erspielt werden.

Fazit:

The Elder Scrolls: Blades erreicht nicht die Qualität von Skyrim. Es fehlt an Spieltiefe und das Spiel ist an eine Free2Play-Mechanik des Wartens geknüpft. Wer jedoch unterwegs immer mal wieder auf dem Smartphone ein interessantes Rollenspiel sucht und Geduld mitbringt, hat mit Blades ein sehr unterhaltsames Spiel gefunden. Spieler ab 16 Jahren können in der Regel der Versuchung, Edelsteine für Unnötiges auszugeben widerstehen und die dargestellten Gewaltszenen in einen entsprechenden Kontext setzen.
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Dieses Spiel wurde beurteilt von:
Tobias Gäckle-Brauchler (medientyp.net)

Siehe auch

Spielebeurteilung

The Elder Scrolls: Skyrim

Der bereits fünfte Teil der beliebten Rollenspielreihe sorgt vor allem durch spielerische Freiheiten für Langzeitunterhaltung. Man entscheidet selbst, ob man der Hauptstory folgt, Nebenquests annimmt oder ziellos zu Fuß oder Pferd die große Spielwelt bereist. Für Entdeckerinnen und Entdecker ab 16 Jahren.

Lootboxen: An der Grenze zum Glücksspiel

Für viele Spiele werden Zusatzinhalte in Überraschungspaketen („Lootboxen“) angeboten. Eine aktuelle Studie der DAK sieht einen Zusammenhang zwischen solchen Glücksspielelementen und Suchtentwicklung.

Kosten digitaler Spiele

Viele Spiele geben vor, kostenlos zu sein. Meistens bezahlen Spieler/innen letztlich dennoch. Spielbar.de zeigt, welche Bezahlmodelle es gibt und wie Spieler/innen sich vor allzu hohen Kosten schützen können.

Bildnachweise

[1]The Elder Scrolls: Blades / Bethesda Softworks LLC / screenshot by spielbar.de[2]The Elder Scrolls: Blades / Bethesda Softworks LLC / screenshot by spielbar.de[3]The Elder Scrolls: Blades / Bethesda Softworks LLC / screenshot by spielbar.de[4]The Elder Scrolls: Blades / Bethesda Softworks LLC / screenshot by spielbar.de[5]The Elder Scrolls: Blades / Bethesda Softworks LLC / screenshot by spielbar.de[6]The Elder Scrolls: Blades / Bethesda Softworks LLC / screenshot by spielbar.de[7]The Elder Scrolls V: Skyrim / Bethesda Softworks[8]League of Legends / Riot Games / Pressematerial[9]Jörg Hertle / pixabay.com/nl/photos/bouwen-live-te-huur-3930593/ / creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de, (cc by/1.0/)