Spielebeurteilung

Destiny 2

15.01.2019
Im zweiten Teil des Online-Rollenspiels „Destiny“ haben die Spielenden abermals die Möglichkeit, in die Rolle eines Hüters zu schlüpfen und im Team gemeinsam Missionen zu bestreiten. Das Spiel bietet eine fantasievolle Umgebung und taktisches Teamplay, enthält jedoch auch versteckte Kosten.
“Destiny 2” ist ein Online-Multiplayer Spiel, welches Elemente des Rollenspiels mit einem Ego-Shooter verbindet. Neben den Story-Missionen bietet das Spiel eine weitläufige offene Spielwelt, die alleine oder gemeinsam erkundet werden kann. Außerdem ist es möglich, sich zu Teams zusammenzuschließen und gegen andere Spieler Online anzutreten.

Story

Wie bereits im Vorgänger des Spiels geht es bei Destiny 2 um eine Science-Fiction-Geschichte, in der man als Spieler in die Rolle eines sogenannten “Hüters” schlüpft, um in einer postapokalyptischen Welt (um das Jahr 2700) die Erde, aber auch weitere Planeten vor den Angriffen feindlicher Alien-Spezies zu beschützen.

Der Reisende wird zu Anfang der Hauptstory angegriffen und die Hüter müssen zusehen, wie eine neue Bedrohung ihren Planeten und ihren Beschützer befällt.

Die “Hüter” beziehen ihre Macht und ihre Aufträge vom sogenannten Reisenden, der im Spiel zunächst als eine schwebende Kugel über der Erde dargestellt wird und wie ein göttlicher Mentor wirkt. Im zweiten Teil der Geschichte erscheint er inaktiv, es wird jedoch erklärt, dass er in der Vergangenheit der Menschheit große Fortschritte in Technologie, Waffen und Vorteile in Kriegen ermöglicht habe. Die Hüter sind die Vertreter des Reisenden und werden von sogenannten Geistern begleitet, welche in Form von kugelförmigen, fliegenden Drohnen auftreten und einem Hochleistungscomputer mit künstlicher Intelligenz gleichen. Diese verleihen ihnen zusätzliche Kraft und sind zugleich die Verbindung der Hüter mit dem Reisenden.

Die Hüter werden stets von ihren "Geister" genannten Drohnen begleitet, welche ihnen Macht verleihen.

Im zweiten Teil dieser Geschichte wird die Erde von einem neuen, bisher unbekannten Feind angegriffen und es ist die Aufgabe des Spielenden, die Angreifer abzuwehren.

Gameplay

Im Mittelpunkt des Gameplays, das im Ego-Shooter-Stil gestaltet ist, stehen dabei größtenteils Kampfhandlungen. Lediglich in beruhigten Zonen zwischen den Missionen stehen die Verbesserung von Fähigkeiten, Equipment oder das Kaufen und Verkaufen von Ausrüstungs-Gegenständen im Mittelpunkt des Spielgeschehens.

Feuergefechte stehen im Mittelpunkt des Gameplays in Destiny 2. Auch wenn die Waffen und Projektilen durchaus realistisch ist, wird auf besonders brutale Darstellungen und insbesondere auf Blut bei gefallenen Feinden verzichtet.

Spielprinzip, Spielmodi und Gestaltung des Spiels unterscheiden sich nicht grundlegend vom Vorgänger. Dabei ist zu beachten, dass das Spiel nur online, also ausschließlich mit vorhandener Internetverbindung gestartet werden kann und das gemeinsame Spielen ein fest integrierter Bestandteil des Gameplays ist. Ein wirklicher Singleplayer ist nicht vorhanden und nach der Hauptstory orientiert sich das Gameplay stark an Elementen von klassischen Online-Rollenspielen (MMOs genannt). Neben den knapp 15 Stunden Spielzeit, die für die Hauptstory aufgebracht werden müssen, bieten sich diverse Möglichkeiten für Spielende, weiter zu spielen. Die Spielmodi variieren zwischen einer Variante, bei der sich Spielende gegen die Gefahren der Spielwelt verbünden (P.v.E. - Player versus Environment genannt). Dieser Spielmodus stellt den Schwerpunkt des Spiels dar. Daneben kann man auch gegen andere Spieler kämpfen (P.v.P. Player vs. Player genannt), unter anderem in einem klassischen Deathmatch-Modus, bei dem zwei Teams gegeneinander antreten, um das jeweils andere Team möglichst schnell zu eliminieren.

Hier greift ein Hüter einen Feind im Nahkampf an. Die Aktion wird durch Lichteffekte größtenteils verdeckt.

Rollenspiel-Elemente

Vor Spielbeginn haben die Spielenden die Möglichkeit eine Klasse für Ihren Charakter zu wählen und das Aussehen individuell anzupassen. Es gibt dabei die drei Klassen „Titan, „Jäger“ und „Warlock“, die sich im Vergleich zum Vorgänger nun stärker voneinander unterscheiden, was besondere Spielstile und Rollen fördert.

Bevor das Spiel startet, kann man einen eigenen Charakter erstellen und Merkmale individuell anpassen.

Sobald eine Klasse gewählt wird, erhalten die Spielenden bestimmte Fähigkeiten für ihren Charakter, die sie während des Kampfes nutzen können. Mit Hilfe von Erfahrung, die durch Kämpfe erlangt werden kann, können die Fähigkeiten ausgebaut werden und die Spielenden steigen mit zunehmender Spielzeit Stufen auf und erhalten dadurch mehr Stärke im Kampf, so wie Vorteile in Fertigkeiten und Ausrüstung.

Rollenspielelemente: Die Spielenden können Ausrüstung und Waffen je nach Klasse auswählen und anlegen.

Außerdem hat jeder Charakter die Möglichkeit, verschiedene Waffen und Rüstungsteile anzulegen. Die Gegenstände kann man für die spielinterne Währung auf einem Markt oder bei Händlern innerhalb der Spielwelt kaufen oder man findet sie bei besiegten Gegnern oder auch in Kisten, die in der Spielwelt platziert werden.

Kostenpflichtige Inhalte

Beim Erwerb von Destiny 2 ist zu beachten, dass das Spiel nur vollständig mit einer kostenpflichtigen Playstation-Plus-Mitgliedschaft gespielt werden kann und dass die Hauptstory durch sogenannten “Downloadable Content” (DLCs) erweitert wird, was bedeutet, dass für das komplette Spielerlebnis Inhalte online erworben werden müssen und dadurch zusätzliche Kosten entstehen.

Unabhängig davon gibt es die Möglichkeit, kosmetische Items auch mit echter Währung zu kaufen. Allerdings gibt es für reales Geld keine direkten Spielvorteile.
Josephine Hohberg
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Bildnachweise

[1]Destiny 2 / Bungie / Screenshot by spielbar.de[2]Destiny 2 / Bungie / Screenshot by spielbar.de[3]Destiny 2 / Bungie / Screenshot by spielbar.de[4]Destiny 2 / Bungie / Screenshot by spielbar.de[5]Destiny 2 / Bungie / Screenshot by spielbar.de[6]Destiny 2 / Bungie / Screenshot by spielbar.de[7]Destiny 2 / Bungie / Screenshot by spielbar.de

Pädagogische Beurteilung:

Destiny 2 bietet mit 16 Kapiteln und ca. 15 Stunden Spielzeit einen verhältnismäßig kurzen Story-Modus. Der Hauptteil des Spiels bilden jedoch jene Spielmodi, die online gemeinsam mit anderen Spielern aus der ganzen Welt bestritten werden. Dadurch und durch die Ausbaumöglichkeiten der Charaktere kann Destiny 2 genau wie der Vorgänger die Spielenden sehr lange beschäftigen.

Gewaltdarstellungen und Shooter-Elemente
Der Kern des Spiels ist das Ausschalten von gegnerischen Gruppierungen oder anderen Spielenden. Das Spiel wird in der Egoperspektive gespielt, und obwohl eine fiktive Geschichte mit fantasievollen Figuren und Ereignisse erzählt wird, ist die Darstellung von Waffen und Gewalt vergleichsweise realistisch gehalten. Die Darstellung von Blut oder besonders brutalem oder skrupellosem Vorgehen beschränkt sich dabei auf einige wenige Szenen. Dennoch beinhalten alle Spielmodi Handlungen, bei denen Waffen zum Einsatz kommen, um gegnerische Einheiten auszuschalten. Gewalt und Waffen können in Destiny 2 nicht umgangen werden, sondern sind fester Bestandteil des Spielerlebnisses.

Team-Play und taktisches Denken
Im Genre eines Online-Rollenspiel-Shooters lässt sich jedoch neben der Gewaltdarstellung ein großes Potential feststellen, was das Kennenlernen von taktischem Verhalten im Team betrifft. Einige Spielmodi setzen Zusammenarbeit und Absprache im Team voraus sowie problemlösendes Denken; auf diese Weise entsteht ein anspruchsvolles Spielerlebnis, welches für ältere Jugendliche geeignet ist, die sich von medialen Gewaltdarstellungen distanzieren können.

Der letzte große Kritikpunkt bleibt, dass selbst für Teile der Kampagne ein Playstation-Plus-Abonnement benötigt wird und auch für den Einzelspieler-Modus eine Internetverbindung benötigt wird. Damit verursacht das Spiel Zusatzkosten.

Fazit:

Durch die offene Online-Spielwelt und die starke Fokussierung auf Waffengewalt zeigt Destiny 2 Überschneidungen zur Erwachsenenunterhaltung. Da die Handlung in eine Fantasy-Welt eingebettet ist, können sich Jugendliche ab 16 Jahren vom Geschehen distanzieren. Für diese bietet Destiny 2 insbesondere im Teamspiel ein taktisches und vielseitiges Spielerlebnis.
Josephine Hohberg
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