Spielebeurteilung

Pokémon: Let's Go

19.12.2018
Der neueste Ableger der beliebten Pokémon-Serie lässt nicht nur die Herzen der Fans höherschlagen. Für Neueinsteiger und Eltern bietet das Spiel streckenweise einen Begleiter-Modus, der ein stressfreies Mitspielen ermöglicht.
  • Genre:
  • Herausgeber:
    The Pokémon Company & Nintendo
  • Plattform:
    Nintendo Switch
  • Erscheinungsdatum:
    November 2018
  • USK:
    ohne Altersbeschränkung
  • spielbar:
„Gotta catch ‘em all!“ – Der Pokémon-Slogan beschreibt auch beim neuesten Ableger wieder das oberste Ziel: Fang alle Taschenmonster und werde Champion der Pokémon-Liga.

Noch vor dem Kauf stellt sich die erste wichtige Frage: Mit welchem Pokémon möchten wir dieses Abenteuer beginnen? Pikachu oder Evoli? Eltern sollten ihren Kindern hier aufmerksam zuhören, um nicht Gefahr zu laufen, die „falsche“ Version des Spieles zu schenken.

Unser Begleit-Pokémon ist immer mit dabei. Hier sitzt Evoli auf unserem Kopf und trägt unser Outfit.

Waren die Pokémon Spiele lange Zeit nur auf die Nintendo Gameboy- und 3DS-Konsolen beschränkt und damit grafisch langsam aus der Mode gekommen, gibt es mit dem neuesten Ableger das erste Mal ein grafisch ansprechenderes Spiel der Reihe. Dabei unterscheidet es sich spielerisch und erzählerisch nicht grundlegend von den übrigen Spielen der Reihe.

„Pokémon: Let’s Go, Pikachu/Evoli“ ist ein Adventure -Spiel, in dem wir Pokémon trainieren. Wir können unsere Spielfigur im Laufe des Spiels individuell kleiden. Das funktioniert sogar mit unserem Begleit-Pokémon, mit dem wir auch während des Spielverlaufs immer mal wieder interagieren müssen damit es sich bei uns auch wohl fühlt.

In der fiktiven Region „Kanto“ leben neben Menschen auch wilde Pokémon, also Wesen von unterschiedlicher Gestalt und Größe, die von uns gefangen, aufgezogen und trainiert werden können. Teilweise entwickeln sich die gefangenen Pokémon im Laufe des Spiels bei entsprechendem Training zu stärkeren, besonderen Pokémon. Die Pokémon lassen sich dabei in unterschiedliche Klassen einteilen und sind, ähnlich wie beim Stein, Schere, Papier-Prinzip, der einen Klasse überlegen und der anderen unterlegen. Dieser taktische Aspekt sorgt dafür, dass wir im Laufe des Spieles versuchen, unser mitgeführtes Team von maximal sechs Pokémon aufeinander abzustimmen. Insgesamt gibt es im Pokémon-Universum mittlerweile 809 verschiedene Pokémon, wovon 151 in diesem Spiel zu fangen sind.

Unser aktuelles Team von sechs Pokémon. Neben dem aktuellen Level wird sogar das Geschlecht des jeweiligen Pokémon angezeigt.

Wichtig: Dabei unterschieden sich die beiden Versionen nicht nur beim Start-Pokémon (Evoli oder Pikachu) sondern in 15 zusätzlichen unterschiedlichen Pokémon, die jeweils in der anderen Version nicht fangbar sind.

Zwei Ziele können wir im Spielverlauf verfolgen: Der Aufstieg in der Pokémon-Liga durch Wettkämpfe in verschiedenen Arenen und das Fangen aller hier lebenden Pokémon um, die eigene Sammlung zu vervollständigen. Dabei treffen wir ab und an auch auf die Schergen und Scherginnen des „Team Rocket“, die nach der Weltherrschaft streben, dabei aber immer wieder kläglich versagen und so komödiantische Szenen liefern. In den Wettkämpfen treten wir gegen verschieden starke TrainerInnen in verschiedenen Arenen an. Aber auch unterwegs trifft man immer wieder auf BewohnerInnen, die gern ihre Pokémon gegen unsere antreten lassen möchten. In den Duellen und Wettkämpfen kämpfen die Pokémon bis zur Erschöpfung – nach einer Niederlage sind sie geschwächt und können von uns mit wenig Aufwand im Pokécenter oder durch Tränke wieder aufgepeppelt werden.

Die Duelle der Pokémon sind mit comichaften Gewaltdarstellungen animiert. Hier wird ein Venusaur mit einem herabfallenden Steinschlag malträtiert.

Steuerung

Auf unserem Weg durch die Spielwelt erleben wir verschiedenste Abenteuer und können den BewohnerInnen bei unterschiedlichsten Problemen helfen. Zusätzlich gilt es, ein Auge auf unsere Sammlung und die Umgebung zu haben um Pokémon zu fangen, die wir noch nicht besitzen. Hierfür brauchen wir im Spiel immer einen guten Vorrat an Pokébällen, die wir mit Hilfe des Switch Controllers virtuell auf die Pokémon werfen um sie darin einzufangen.

Das fangen eines wilden Pokémon mit einem Pokéball gestaltet sich nicht immer einfach und will geübt sein.

Achtung: Beim Spielen sollte man auf jeden Fall die Handschlaufen der Controller anlegen! Bei der Steuerung versteckt sich leider auch ein kleiner Frustfaktor: Sie ist nicht sehr gelungen und das Werfen der Pokébälle funktioniert teilweise nur unzureichend. Um das Wurf-Gefühl zu verbessern, gibt es einen zusätzlich erwerbbaren Controller von Nintendo in Form eines Pokéballs. Dieser verfügt über einige Zusatzfunktionen, die das Spielgefühl weiter verbessern und die Möglichkeit geben sollen, unsere Lieblingspokémon auch außerhalb des Spiels mit uns herumzutragen – dies ist aber für den Spielspaß absolut kein Muss.

Multiplayer

Das Spiel kann ab einem bestimmten Punkt zu zweit lokal gespielt werden, wobei die zweite Person jedoch mit einigen teils erheblichen Einschränkungen leben muss. Tipp: Dies erweist sich jedoch gerade für Eltern, die mit ihrem Kind gemeinsam spielen wollen, aber noch nicht über viel Spielerfahrung verfügen, als absoluter Glücksgriff: Man läuft als Sidekick mit eingeschränkten Funktionen nebenher und kann ohne viel Stress gemeinsam mit dem Kind spielen.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, gegen Freunde online anzutreten und die gefangenen Pokémon zu tauschen. Achtung: Für den Online Modus wird eine Nintendo Switch Online-Mitgliedschaft benötigt, die mit weiteren, fortlaufenden Kosten verbunden ist.

Wer schon mal die App Pokémon Go auf dem Smartphone gespielt hat oder spielt, kann dort gefangene Pokémon auf die Switch-Konsole transferieren. Das funktioniert per Bluetooth und mit Hilfe des Smartphones. Diese Option gilt es jedoch zuerst freizuspielen.

Auf dem Rücken des drachenähnlichen Glurak reisen wir schneller. Auf unserem Weg begegnen wir vielen unterschiedlichen Menschen und Pokémon.

Spielumfang

Die grundsätzliche Geschichte des Spiels ist in ca. 20-30 Spielstunden durchgespielt und fertig erzählt. Das ist aber zum Teil auch davon abhängig wie genau man die Dialoge verfolgt und ob man mit allen Bewohnern interagiert. Dabei bleibt es in der Regel jedoch nicht: Abseits des Erzählstrangs gibt es seltene Pokémon, die man nur durch bestimmte Nebengeschichten und Rätsel freischaltet.

Der Pokédex, in dem alle bereits gefangenen oder gesichteten Arten dokumentiert werden.

Andreas Langer
Dieses Spiel wurde getestet von:

Bildnachweise

[1]Pokémon: Let's Go / The Pokémon Company & Nintendo / Screenshot by spielbar.de[2]Pokémon: Let's Go / The Pokémon Company & Nintendo / Screenshot by spielbar.de[3]Pokémon: Let's Go / The Pokémon Company & Nintendo / Screenshot aus Video "Red Battle Pokemon Let's Go Pikachu Eevee" von Collector Togami, https://www.youtube.com/watch?v=wGgzpQgXOfQ[4]Pokémon: Let's Go / The Pokémon Company & Nintendo / Screenshot by spielbar.de[5]Pokémon: Let's Go / The Pokémon Company & Nintendo / Screenshot by spielbar.de[6]Pokémon: Let's Go / The Pokémon Company & Nintendo / Screenshot by spielbar.de

Pädagogische Beurteilung:

Das Pokémon-Franchise ist Kindern bereits im Grundschulalter bekannt und geläufig. Am Spielprinzip hat sich mit Blick auf die Vorgänger, außer der hübscheren Grafik und der erleichterten Fangmechanik, nicht viel verändert. Das Spiel bietet eine Menge Spielspaß, in der Regel ist jedoch nach circa 2 Stunden Spielen am Stück die Luft merklich raus. Trotzdem ist man durchaus motiviert, die Geschichte in den nächsten Tagen fortzusetzen. Die Geschichte, die grafisch in einer ansprechenden, bunten und märchenhaften Welt erzählt wird, ist ohne Zweifel kinderfreundlich und das Spiel kommt ohne explizite Inhalte aus, allerdings bringen uns nur Duelle mit anderen TrainerInnen in der Geschichte voran. Die Pokémon duellieren sich mit verschiedensten fantastischen Attacken, sinken bei einer Niederlage erschöpft zu Boden und müssen dann wieder fit gemacht werden.
Aufgrund des hohen Leseaufwands der zum Handlungsverlauf beitragenden Dialoge empfehlen wir das Spiel Kindern ab 8 Jahren und selbstverständlich auch ihren Eltern. Dialoge gibt es in dem Spiel eine Menge und ohne die Dialoge aufmerksam zu lesen und zu verfolgen kommt man nicht weit. Auch hier versteckt sich Potential und eine Chance für Eltern, gemeinsam zu spielen und die Dialoge abwechselnd zu lesen.

Fazit:

Pokémon: Let’s Go präsentiert das einfache Spielprinzip ansprechend und kindgerecht. Da es Kinder wie Erwachsenen unterhält und streckenweise zu zweit an einer Konsole gespielt werden kann, eignet es sich zum gemeinsamen Spiel mit einem Elternteil. Davon profitieren ganz besonders jüngere Kinder, welche die Texterzählungen noch nicht eigenständig lesen können.
Andreas Langer
Dieses Spiel wurde beurteilt von:

Siehe auch

Pokémon Sonne Mond - Teaserbild
Spielebeurteilung

Pokémon Sonne / Mond

Auf nach Alola: Das neuste Abenteuer der Pokémon-Reihe führt die Spielenden auf eine tropische Inselregion. Dabei überzeugt Pokémon Sonne und Mond mit altbewährtem Spielprinzip und erfrischenden Neuerungen an den richtigen Stellen gleichermaßen.

Pokemon GO Logo
Spielebeurteilung

Pokémon GO

Mit Pokémon GO werden Träume wahr: Ab sofort können sich Spielende in der realen Welt auf die Jagd nach Pokémon begeben und zum besten Trainer aller Zeiten werden. Toller Zeitvertreib für Pokémon Fans aller Altersklassen. Doch Vorsicht im Straßenverkehr und vor zusätzlichen Kosten.

Pikatchu
Spielebeurteilung

Pokémon-Spielhaus

Pokémon gibt es als App nun auch für die ganz Kleinen. Im Spielhaus können Kids knuffige Pokémon sammeln und kleine Spiele entdecken. Das Spiel steht kostenlos im Appstore bereit und enthält keine Kostenfallen.