Spielebeurteilung

Full Pipe

10.09.2010
Auf der Suche nach einem fehlenden Pantoffel, begeben sich die Spielenden bei diesem Point & Click-Adventure in ein labyrinthartiges Kanalsystem. Die skurrile Grafik versprüht ihren ganz eigenen Charme. Wer einfach nur entdecken und rätseln möchte, wird Spaß an dem Spiel haben.
Erstmals in Russland Ende 2003 auf den Markt gebracht, erscheint das Independent Game von Künstler Ivan Maximov in Deutschland nun in komplett überarbeiteter Form.
Der Protagonist der kleine Dude entdeckt auf der Suche nach einem Pantoffel ein geheimnisvolles Labyrinth aus Röhren.

Protagonist ist der kleine Dude. Ihm wurde im Schlaf sein Pantoffel stibitzt. Auf der Suche danach entdeckt er unter seinem Bett ein Loch, durch das er in ein geheimnisvolles Labyrinth aus Rohren gelangt. Um seinen Pantoffel wieder zu finden, muss Dude sich durch das gesamte Röhrensystem bewegen. Die Spielenden helfen ihm bei dieser Aufgabe. Dabei treffen sie auf viele skurrile Fantasiegestalten und müssen Rätsel lösen. Es gilt beispielsweise Gegenstände zu finden, um sie mit anderen Charakteren zu tauschen, damit diese wiederum neue Gegenstände liefern oder den Spielenden den Weg zu weiteren Räumen eröffnen. Häufig finden sich Hinweise auf die Lösungen in der unmittelbaren Umgebung der entsprechenden Wesen, wie beispielsweise zerbrochene Varianten der benötigten Gegenstände. Auch wirre Skizzen an den Wänden geben Tipps.
Im Röhrensystem trifft Dude auf skurrile Fantasiegestalten und muss Rätsel lösen, Gegenstände finden oder tauschen.

Neben den genannten Rätseln warten auf die Spielenden kleine Geschicklichkeitsspiele. Hier kommt es auf das richtige Timing an, wenn Dude beispielsweise beim Schaukeln so abspringen muss, dass er direkt in einem Rohr landet.
Das Independent Game ist ein Point & Click-Adventure, das vom Künstler Ivan Maximov stammt.

Das Spiel wird, wie für ein Point & Click-Adventure üblich, allein mit der Maus gespielt. Mit ihr bewegen die Spielenden den Hauptcharakter. Sie klicken auf bestimmte Bereiche auf dem Spielbildschirm, rufen Dudes Rucksack (Inventar) auf und benutzen die darin enthaltenen Gegenstände. Eine Karte gibt außerdem einen Überblick über die bereits erkundeten Areale und ermöglicht den Spielenden, diese per Mausklick erneut zu besuchen.

Aufgrund der geringen Systemanforderungen kann Full Pipe auf praktisch jedem PC gespielt werden.
Anne Sauer
Dieses Spiel wurde getestet von:

Pädagogische Beurteilung:

Dude ist schon ein komischer Kauz. Halb Mensch halb etwas Undefinierbares. Und genauso erfrischend skurril wie Dude sind auch die Gestalten, auf die er im Kanalsystem unter seinem Bett stößt. Eben dieser auffällige Stil ist es, der dem Spiel seinen ganz persönlichen Charme gibt.

Die Anforderungen an die Spielenden sind bei diesem Point & Click-Adventure vergleichsweise gering. Das Spiel kommt ganz ohne Text aus, die Geschicklichkeit voraussetzenden Minispiele sind eher als Auflockerung zu verstehen statt als wirkliche Herausforderung. Und auch logisches Denkvermögen wird nur in begrenztem Maße benötigt, vielmehr lösen die Spielenden die einzelnen Rätsel mittels Try & Error- Durchläufen. Das heißt sie finden oft nur durch bloßes ausprobieren heraus, ob und welche Wirkung eine Aktion hat beziehungsweise welche Bedürfnisse eines Wesens es gerade zu befriedigen gilt. Erschwerend kommt hinzu, dass man mit den Röhrenbewohnern weder großartig interagieren noch sprechen kann. Sie geben höchstens unverständliche Laute von sich oder winken ab, wenn sie einen Gegenstand aus Dude’s Inventar nicht benötigen. So werden dann Inventargegenstände der Reihe nach angeboten, in der Hoffnung eine Reaktion auszulösen. Eine Logik ist nicht immer erkennbar. Verwirrend kann es im weiteren Spielverlauf werden, wenn mehr Räume freigespielt sind. Dann nämlich werden auch Gegenstände wieder benötigt, die zuvor in anderen Räumen zurückgelassen wurden.
Die Gefahr dabei: aufkommende Frustration. Die Spielenden werden häufig auf eine Geduldsprobe gestellt, von der sie an einigen Stellen nur noch eine Komplettlösung befreien kann. Und eine solche Lösungshilfe ist leider nicht im Spiel selbst integriert sondern muss auf externen Internetseiten gesucht werden.

Positiv hervorzuheben ist die übersichtliche Karte im Spiel. Sie zeigt den Spielenden nicht nur visuell deren eigene Fortschritte, indem sie sich zunehmend mit den freigespielten Räumen füllt. Sie erspart einem auch unnötiges Hin- und Herlaufen beim Lösen der Rätsel. Vor allem im späteren Spielverlauf wird man diese Möglichkeit zu schätzen wissen.

Fazit:

Die Skurrilität zieht sich in Full Pipe durch das gesamte Spiel, von der Optik bis zu den zu lösenden Aufgaben. Wer gerne ausgiebig rumprobiert, um ans Ziel zu gelangen und eine Menge Geduld mitbringt, für den ist Full Pipe die richtige Wahl. Erwachsene und Jugendliche mag das Spiel eventuell unterfordern beziehungsweise durch die fehlende Logik eher abgeschrecken. Die allgemein triste und ungemütliche Stimmung im Spiel macht es wiederum für Kinder möglicherweise uninteressant. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorher die kostenlose Demo auszuprobieren. Aufgrund der geringen Anforderungen eignet sich Full Pipe generell für Spielende ab sechs Jahren.
Anne Sauer
Dieses Spiel wurde beurteilt von:

Siehe auch

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The Book of Unwritten Tales hat etwas, das vielen Adventures fehlt: eine ordentliche Portion Charme. Es fesselt die Spielenden von Beginn an und nimmt sie mit auf eine Reise durch die wundersam verrückte Welt von Gnomen, Elfen und anderen Fantasiewesen. Und dazu ist es auch noch unglaublich witzig.

Bildnachweise

[1]Spielbar.de[2]Full Pipe / Daedalic / igdb.com[3]Full Pipe / Daedalic / igdb.com[4]Full Pipe / Daedalic / igdb.com[5]Machinarium / Daedalic / store.steampowered.com[6]The Whispered World / Daedalic / gog.com[7]The Book of Unwritten Tales / HMH Interactive / mobygames.com

1 Kommentar

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Dude ist schon ein komischer Kauz. Halb Mensch halb etwas Undefinierbares. Und genauso erfrischend skurril wie Dude sind auch die Gestalten, auf die er im Kanalsystem unter seinem Bett stößt. Eben dieser auffällige Stil ist es, der dem Spiel seinen ganz persönlichen Charme gibt.

Die Anforderungen an die Spielenden sind bei diesem Point & Click-Adventure vergleichsweise gering. Das Spiel kommt ganz ohne Text aus, die Geschicklichkeit voraussetzenden Minispiele sind eher als Auflockerung zu verstehen statt als wirkliche Herausforderung. Und auch logisches Denkvermögen wird nur in begrenztem Maße benötigt, vielmehr lösen die Spielenden die einzelnen Rätsel mittels Try & Error- Durchläufen. Das heißt sie finden oft nur durch bloßes ausprobieren heraus, ob und welche Wirkung eine Aktion hat beziehungsweise welche Bedürfnisse eines Wesens es gerade zu befriedigen gilt. Erschwerend kommt hinzu, dass man mit den Röhrenbewohnern weder großartig interagieren noch sprechen kann. Sie geben höchstens unverständliche Laute von sich oder winken ab, wenn sie einen Gegenstand aus Dude’s Inventar nicht benötigen. So werden dann Inventargegenstände der Reihe nach angeboten, in der Hoffnung eine Reaktion auszulösen. Eine Logik ist nicht immer erkennbar. Verwirrend kann es im weiteren Spielverlauf werden, wenn mehr Räume freigespielt sind. Dann nämlich werden auch Gegenstände wieder benötigt, die zuvor in anderen Räumen zurückgelassen wurden.
Die Gefahr dabei: aufkommende Frustration. Die Spielenden werden häufig auf eine Geduldsprobe gestellt, von der sie an einigen Stellen nur noch eine Komplettlösung befreien kann. Und eine solche Lösungshilfe ist leider nicht im Spiel selbst integriert sondern muss auf externen Internetseiten gesucht werden.

Positiv hervorzuheben ist die übersichtliche Karte im Spiel. Sie zeigt den Spielenden nicht nur visuell deren eigene Fortschritte, indem sie sich zunehmend mit den freigespielten Räumen füllt. Sie erspart einem auch unnötiges Hin- und Herlaufen beim Lösen der Rätsel. Vor allem im späteren Spielverlauf wird man diese Möglichkeit zu schätzen wissen.

Die Skurrilität zieht sich in Full Pipe durch das gesamte Spiel, von der Optik bis zu den zu lösenden Aufgaben. Wer gerne ausgiebig rumprobiert, um ans Ziel zu gelangen und eine Menge Geduld mitbringt, für den ist Full Pipe die richtige Wahl. Erwachsene und Jugendliche mag das Spiel eventuell unterfordern beziehungsweise durch die fehlende Logik eher abgeschrecken. Die allgemein triste und ungemütliche Stimmung im Spiel macht es wiederum für Kinder möglicherweise uninteressant. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorher die kostenlose Demo auszuprobieren. Aufgrund der geringen Anforderungen eignet sich Full Pipe generell für Spielende ab sechs Jahren.

10.09.2010 um 11:16


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