Spielebeurteilung

Diablo 3

25.06.2012
12 Jahre warteten die Spielenden seit der Erstveröffentlichung von Diablo 2 auf den Nachfolger des Action-Rollenspiels. Entsprechend groß waren die Erwartungen zu Diablo 3. Leider konnten nicht alle (bisher) erfüllt werden. Diablo 3 mangelt es auf Dauer an Abwechslung und Langzeitmotivation.
Erneut ziehen dunkle Wolken über Tristam auf, dem Gebiet, das schon im zweiten Teil der erfolgreichen Diablo-Reihe vom mächtigen Dämon Diablo völlig verwüstet wurde. Seitdem sind 20 Jahre im Spiel vergangen. Nun heißt es für die Spielenden erneut, die Welt vor dem schrecklichen Dämon und seine höllischen Dienern zu befreien.

Besiegte Helden lassen Gold oder Gegenstände fallen. Dieses Beute-System macht einen großen Teil des Spielreizes aus.
Zu Beginn steht, wie für ein Rollenspiel typisch, die Erstellung eines Spielcharakters. In Diablo 3 haben die Spielenden die Wahl zwischen fünf unterschiedlichen Klassen: Barbar, Hexendoktor, Mönch, Damonenjäger und Zauberer. Jede dieser Klassen hat spezifische Eigenschaften und Fähigkeiten und kann sowohl als weiblicher als auch männlicher Charakter gespielt werden.
Im Spiel bewegen sich die Spielenden in einem von vier Schwierigkeitsgraden wahlweise allein in der Rolle ihres erstellten Charakters, gemeinsam mit einem Computer gesteuerten Teamkollegen oder zusammen mit bis zu drei Mitspielenden im Kooperationsmodus von Map zu Map durch eine Welt namens Sanktuario. Ihnen begegnen unzählige, feindlich gesottene Fantasiewesen, gegen die sie sich im Kampf behaupten müssen. Bei Erfolg werden sie mit Erfahrungspunkten belohnt, mit denen sie ihren Charakter aufleveln und ihn mit neuen Fähigkeiten ausstatten können. 60 Level können die Spielenden insgesamt erreichen.

Die Charaktere können sich auf bestimmte Zaubersprüche spezialisieren, dies jedoch auch rückgängig machen. Auf diese Weise können die Charakterwerte nicht verbaut ("verskillt") werden.
Neben Erfahrungspunkten hinterlassen besiegte Gegner aber auch Waffen und Gegenstände, die die Spielenden stärker und widerstandsfähiger machen können.
Ein Auktionshaus bietet in Diablo 3 außerdem die Möglichkeit Gegenstände von anderen Spielenden zu erwerben beziehungsweise eigene Fundstücke, die nicht benötigt werden zu verkaufen. Die Zahlung hier erfolgt hier mit Münzen, die im Spiel zu finden sind. Im Echtgeld-Auktionshaus kann wie der Name schon verrät wird mit realem Geld bezahlt.

Mithilfe der Freundesliste kann man das Spiel kooperativ bestreiten.
Diablo 3 ist an einen so genannten Battlenet-Account geknüpft und erfordert eine dauerhafte Internetverbindung.
Anne Sauer
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Bildnachweise

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Pädagogische Beurteilung:

Diablo 3 ist ein actionreiches Rollenspiel. Der erste Kampf lässt somit nicht lange auf sich warten. Die Gegner sind noch schwach und von ihrer Anzahl her überschaubar. Doch schon wenig später stürzen sich Scharen von Diablos Dienern auf die Spielenden. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt da nicht. Eine gute Beobachtung, schnelle Auffassungsgabe und Reaktionsgeschwindigkeit sind von Nöten. Die Spielenden müssen sich jederzeit der Vor- und Nachteile ihrer gespielten Charakterklasse bewusst sein. Fernkämpfer wie der Dämonenjäger beispielsweise sind in der Regel Nahangriffen hilflos ausgeliefert und sollten daher stets eine gewisse räumliche Distanz zwischen sich und den Gegnern wahren. Die Gegner selbst sind deutlich als Fantasiefiguren erkennbar. Die isometrische Darstellung der Kämpfe von schräg oben mit einer entsprechenden Entfernung sorgt zusätzlich für einen gewissen Abstand zum Geschehen. Dennoch wird Gewalt in Diablo 3 deutlich dargestellt. Gegner verlieren Blut und Körperteile, schreien zum Teil vor Schmerz.

Die Story unterhält Fans von Action-Rollenspielen. In vier Akten wird das Rätsel um die dämonenhafte Bedrohung nach und nach gelüftet - mit einigen unerwarteten Wendungen – und mündet letztendlich in dem entscheidenden Kampf um Gut und Böse. Schade ist allerdings, dass der Spielverlauf für die unterschiedlichen Charakterklassen bis auf wenige Zwischensequenzen identisch ist. Hat man Diablo 3 einmal durchgespielt, wird ein höherer Schwierigkeitsgrad freigeschaltet. Die Monster sind hier stärker, herausfordernder und hinterlassen auch bessere Gegenstände. Inhaltlich ändert sich aber nichts.
Für Abwechslung und Dynamik sollen zufällig generierte Maps sorgen. Das funktioniert jedoch nur bedingt, beschränkt sich die Zufälligkeit doch oft auf die Platzierung verborgener Höhlen oder Katakomben an einem von drei möglichen Orten. Auch die bessere Gegenstände und neue Fähigkeiten durch höhere Level sorgen nur bedingt für die nötige Motivation, sich wiederholt durch die gleichen Maps zu schlagen.
Der Kooperationsmodus mit Freunden oder anderen Spielenden ist da schon motivierender. Gemeinsames Spielen in der Gruppe ist zudem sehr viel einfacher und effizienter als im Alleingang. Leider ist die Anzahl der Gruppenmitglieder auf vier begrenzt. Möchten mehr Freude miteinander spielen, müssen sie sich auf verschiedene Gruppen aufteilen. Ein PVP-Modus, in dem Spielende gegeneinander antreten und sich direkt vergleichen können, steht leider noch aus (Stand: 20. Juni 2012).

Bislang kann Diablo 3 somit nur kurzfristig unterhalten. Ob der vom Entwickler versprochene PVP-Modus das ändert, bleibt abzuwarten.
Aufgrund des kampfbetonten Grundmusters des Spiels, dem man sich nicht entziehen kann, und der Darstellung der Gewalt eignet sich Diablo nicht für Spielende unter 16 Jahren.
Anne Sauer
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Siehe auch

Kampfszene in Diablo
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Diablo (1997)

Diablo ist der erste Teil einer erfolgreichen Computerspielserie. Die Spielenden erhalten hier die Aufgabe, die Welt vor dem mächstigen Dämon Diablo zu befreien. Dazu begeben sie sich durch zahlreiche Labyrinthe voller Gegner und anderer Gefahren.

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