Sichere Spiele-Webseiten für Kinder

17.05.2019
Kinder fasziniert digitales Spielen früh. Spielbar.de stellt Spielangebote von Kinderwebseiten, Institutionen und Fernsehsendern vor und gibt Hinweise zur Einordnung.

Die Faszination fürs Spielen und damit auch für Online-Spiele auf digitalen Geräten kennen schon jüngere Kinder: Sie suchen nach Spielen über das Tablet, wollen von Erwachsenen wissen, welche Spiele-Apps sie auf ihrem Smartphone haben oder schauen anderen beim Spielen zu. Wie verschiedene Studien zeigen, nimmt digitales Spielen einen wichtigen Teil in der kindlichen Internet- und Mediennutzung ein. Nur 27% der 6- bis 13-Jährigen spielt laut Ergebnissen der KIM-Studie 2018 nicht, der größere Teil spielt regelmäßig vor allem an Konsolen, Computern und/oder Smartphones.

Die Spieleseite Spieleaffe ist eine beliebte Webseite der Zielgruppe; beliebte Computer-, Konsolen- oder Onlinespiele sind FIFA, Die Sims, Minecraft oder Super Mario. Je älter die Zielgruppe, desto öfter nutzen sie auch Spiele für das Smartsphone, wie die KIM-Studie zeigt. Nicht alle dieser digitalen Spieleangebote sind explizit für Kinder konzipiert: Manche schalten Werbung oder erschweren es, mit dem Spielen nach einer bestimmten Zeit aufzuhören. Weitere relevantere Kriterien, die bei der Bewertung von Spieleplattformen für jüngere Kinder helfen, sind mögliche Kosten(-fallen), die Qualität und Vielfalt der Spieleangebote und die Frage, wie kindgerecht die Inhalte sind.

Kinderwebseiten bieten Orientierung

Eine erste Möglichkeit, passende Spiele für Kinder zu finden, ist die Suche über Kindersuchmaschinen oder Kinderwebseiten. Dazu gehören zum Beispiel die BLINDE KUH, fragFinn, KL!CK-T!PPS oder das Internet-ABC. Sie finden Mini-Spiele unterschiedlichster Anbieterinnen und Anbieter, versehen diese wie im Fall der BLINDEN KUH mit einer Altersempfehlung und einer Spielkategorie und leiten zu den entsprechenden Webangeboten weiter. Für die Aufnahme bei der BLINDEN KUH müssen die Spiele kostenlos sein und dürfen keine Werbung beinhalten. Diese Vorsortierung ist für Erwachsene hilfreich und schafft einen redaktionell betreuten Rahmen. Häufig sind Geschicklichkeits-, Sport-, Lern- und Denkspiele verlinkt. Charakteristisch für diese Mini-Spiele ist, dass sie kurzweilig sind und ein definiertes Ende haben. Die Spiele sind außerdem leicht verständlich und basieren oft auf bekannten Spielprinzipien wie Memory oder Puzzle, sodass auch jüngere Kinder schnell ins Spielen kommen. Für erfahrenere Spielerinnen und Spieler verlieren die Mini-Spiele aufgrund des ähnlichen Aufbaus möglicherweise aber an Reiz.

„BLINDE KUH“: Für Kinder im Grundschulalter bieten Kindersuchmaschinen wie die BLINDE KUH eine vorsortierte Auswahl an Mini-Spielen.


Spielen und Wissensvermittlung in einem

Über die redaktionell betreuten Kinderseiten finden sich auch Spieleplattformen von Institutionen aus dem Bildungsbereich. Ein Beispiel dafür ist die werbefreie Spiele- und Forscherwelt der „Stiftung Haus der kleinen Forscher“, die sich für die frühe Bildung in MINT-Fächern einsetzt. Hier sind die Spiele in eine kindgerechte Wissensplattform mit kurzen Artikeln, Bildern und Forschungsideen zu den Themen Umwelt, Technik oder Licht eingebettet. Die Spiele geben den Kindern einen klaren „Forschungsauftrag“ und haben dadurch ein definiertes Ziel: Spielerinnen und Spieler müssen z. B. einen Roboter so programmieren, dass er einen Garten durchläuft oder eine Waage austarieren und dafür mit Gewichten rechnen. Für Erwachsene stellt die Plattform lernbegleitende Informationen zu jedem Spiel in der Seitenleiste bereit. Die Spiele unterschieden sich in ihren Spielprinzipen und werden in höheren Leveln teilweise recht komplex. In Ansätzen ist so aufbauendes Spielen und Knobeln möglich, auch wenn die Einleitung in die Spiele und Informationen zwischendurch teilweise sehr ausführlich sind.

„Haus der kleinen Forscher“: Im Spiel „Ronjas Roboter“ müssen Kinder Befehle richtig zusammensetzen. In höheren Leveln kommen Hindernisse dazu.


Bekannte Spielfiguren aus dem Fernsehen


Beliebte Webseiten und damit auch Orte für Online-Spiele sind in der Altersgruppe die Web-Angebote bekannter öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehsender wie z. B. KiKA, WDR, Toggo oder Nick. Wie auch im Fernsehen sind die Plattformen der privaten Sender allerdings nicht werbefrei, sodass sich Kinder vor jedem Spielstart auf einen Werbeclip einstellen müssen, der für Kinderprodukte wirbt. Dafür ist die Spieleauswahl sehr groß. Ein weiterer Vorteil der öffentlich-rechtlichen Angebote dagegen ist, dass sie ihre Spiele kurz beschreiben und dadurch vorsortieren. Bei NICK sehen Kinder z. B. erst nach dem Werbeclip, wie das Spiel aussieht. Eine Beschreibung erleichtert Kindern die Auswahl und vermeidet langes Durchklicken, das zu langen Suchzeiten führt und frustrierend sein kann.

Fernsehsender mit Spieleangebot: Öffentlich-rechtliche und private Sender unterscheiden sich wegen der Vorstrukturierung der Spielinhalte und Werbung.


Allen Sendern ist aber gemein, dass sie Spiele mit bekannten Figuren entwickeln, die Kinder aus Serien oder Filmen kennen und ein hohes Identifikationspotenzial bieten. Durch den Sendungsbezug richten sich die Spiele an verschiedene Altersgruppen und unterscheiden sich deshalb in ihrem Schwierigkeitsgrad. Einige der Mini-Spiele dürften für erfahrene Kinder keine Herausforderung darstellen. Teilweise gibt es aber mehrere Level, die längerfristiges Spielen ermöglichen.

Werbefinanzierte Angebote erschweren Regulation

Eine beliebte Spieleseite bei Kindern ist außerdem „spielAffe.de“. Die Spieleplattform lockt mit einer großen Spielevielfalt und ist für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos, jedoch nicht werbefrei. Teilweise lassen die Spiele außerdem In-App-Käufe zu. Die Werbeanzeigen zeigen nicht nur Produkte für Kinder und werben auch für andere Spiele. Dabei ist der Unterschied zwischen diesen verlinkten Werbeanzeigen und den eigentlichen Spielen nicht immer leicht zu erkennen. Mit ihrer E-Mail-Adresse, einem Passwort und einem Spitznamen können Kinder sich einen kostenlosen Community-Account registrieren, sich mit anderen austauschen und gegeneinander spielen. Die Registrierung muss allerdings nicht bestätigt werden, der Login funktioniert sofort. Erst mit einer Bestätigung kann die Community aber in vollem Umfang genutzt werden. Im Gegensatz zu anderen Mini-Spielen geschieht der Levelwechsel bei einigen Spielen außerdem automatisch. Dadurch wird es für Kinder schwer, ihre eigene Spielzeit zu regulieren, weil keine Pausen entstehen.

„Werbefinanzierte Angebote“: Werbeanzeigen für Spiele und Spielempfehlungen ähneln sich auf der Seite spielaffe.de.


Vielseitiges Angebot an Mini-Spielen

Viele Institutionen begegnen der kindlichen Begeisterung fürs Spielen mit kindgerechten Angeboten. Diese Mini-Spiele sind leicht verständlich, knüpfen an bekannten Spielprinzipien an und haben oft ein klar definiertes Ziel. Gerade schwierigere und levelbasierte Spiele ermöglichen längerfristiges Spielen und eigenen sich damit für erfahrenere Spielerinnen und Spieler. Sie erschweren es aber auch, die Spielzeit selbstständig zu beenden, vor allem wenn sie in ein vielseitiges Spieleangebot integriert sind, das nicht vorsortiert und Kindern so die Auswahl erleichtert.

Im Hanisauland, dem Angebot für Kinder der Bundeszentrale für politische Bildung, finden sich eine Reihe von Spielen. Für ältere Kinder, denen Kinderspiele zu langweilig sind, die aber zu jung für „USK 12“-Spiele sind, hat spielbar.de einige Spieleempfehlungen zusammengestellt. Über die erweiterte Suche finden sich mit der Einstellung „USK 6“ außerdem eine Vielzahl von Spielebeurteilungen weiterer geeigneter Spiele.
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Dieser Artikel wurde verfasst von:
Cornelia Jonas

Siehe auch

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Bildnachweise

[1]Kelly Sikkema / unsplash.com/photos/PMxoh8zJNb0[2]blinde_kuh.de / Screenshot by spielbar.de[3]meine-forscherwelt.de / Screenshot by spielbar.de[4]kika.de / Screenshot by spielbar.de[5]spielaffe.de / Screenshot by spielbar.de[6]Kamil S / https://unsplash.com/photos/NPP4Z-3dJe8