Spielebeurteilung

Rocksmith

01.07.2013
Der Weg von der ersten Gitarre zum erfolgreichen Rockstar ist lang und erfordert viel Übung. In Rocksmith kann man diesen Aufstieg im eigenen Wohnzimmer erleben. Eine echte E-Gitarre, ein automatisch angepasster Schwierigkeitsgrad und rockige Songs motivieren zum üben – auch gemeinsam mit Freunden.

Von ersten, teilweise unbeholfenen Auftritten in kleinen Clubs bis hin zu großen Konzerthallen mit Tausenden Zuschauern, kann man in Rocksmith seine eigene Rock-Geschichte schreiben. Die Musikauswahl umfasst dabei über 50 Stücke von berühmten Interpreten wie Queen und Santana bis hin zu moderneren Stücken von Muse und Eric Clapton.

Während bei den meisten Musikspielen wie Rock Band 3, oder Guitar Hero eine Tastatur oder verschiedenartige Controller die eigentlichen Instrumente ersetzen, geht Rocksmith einen anderen Weg: Hier dient eine reale E-Gitarre (oder ein E-Bass) als Eingabeinstrument. Das Spielprinzip bleibt allerdings gleich: Trifft man während eines Songs die richtigen Töne, erhält man Punkte. Diese Rocksmith-Punkte schalten neue Auftrittsorte, weitere (virtuelle) Ausrüstung, wie Verstärker mit verschiedenen Effekten sowie neue Spieltechniken und Arrangements für Songs frei.

Screenshots

Im Spiel wird das Griffbrett des Instruments mit Blick von schräg oben dargestellt, die vier (Bass) oder sechs (Gitarre) Saiten sind zusätzlich farblich markiert. Während eines Songs bewegen sich die Töne auf ihrer jeweiligen „Bahn“ (dem Bund auf dem Griffbrett) in Richtung der Spielenden auf eine Ziellinie zu. Erreicht ein Ton diese Linie, sollte er gespielt werden. Zusätzlich sind die Töne farblich markiert, entsprechend der korrekten Seite. Im Mehrspieler-Modus für zwei Instrumente bleibt diese Darstellung in einem geteilten Bildschirm erhalten.

Um zu spielen, ist eine E-Gitarre oder E–Bass mit einem 6,35mm (1/4 Inch)-Klingenausgang notwendig. Akustische Gitarren können hierfür auch mit einem zusätzlichen Tonabnehmer ausgerüstet werden. Ein Plektrum (ein Plättchen zum Anschlagen der Stahlsaiten) sowie ein Tragegurt für die Gitarre erleichtern darüber hinaus das Spielen. Zahlreiche weitere Songs können als DLC erworben werden.

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Pädagogische Beurteilung:

Von dem Moment an, wenn der erste selbstgemachte rockige Sound der Gitarre erklingt, kommt mit Rocksmith richtiges Musiker-Feeling auf. Die Aufmachung, die Auswahl der Songs und nicht zuletzt die rauchige Erklärer-Stimme im Spiel wirken authentisch und sorgen, insbesondere bei Rock-Fans, auf Anhieb für Spielspaß. Die Tatsache, dass man eine richtige Gitarre und keinen Plastik-Controller mit bunten Knöpfen nutzt, trägt ebenfalls stark zur Atmosphäre bei.

Grundsätzlich ist Rocksmith für alle geeignet, die Spaß an Rockmusik haben und eine Gitarre oder Bass bedienen können. Musikalisches Vorwissen ist nicht notwendig, da sämtliche Grundlagen im Laufe des Spiels erklärt werden. In zahlreichen, anschaulichen Videos lernt man sein Instrument zu stimmen und verschiedene Spieltechniken wie „Slides“, „Sustaines“ und „Bendings“. Zusätzliche Minispiele, bei denen es auf Genauigkeit und Timing ankommt, sorgen für weiteren Trainingsspaß. Normale Noten sieht man in Rocksmith zu keiner Zeit. Trotzdem werden hier auch Profis herausgefordert: Der Schwierigkeitsgrad des Spiels passt sich während eines Songs dem Können der Spielenden an. Werden Töne öfter ausgelassen oder falsch gespielt, müssen im nächsten Abschnitt weniger Saiten angeschlagen werden. Im Gegensatz dazu steigen Häufigkeit und Komplexität auch innerhalb eines Stückes sehr schnell an, wenn man beweist, dass man die Techniken beherrscht.

Um Erfolg in Rocksmith zu haben benötigt es Koordination, Reaktionsfähigkeit und das technische Verständnis (z.B. zum Stimmen der Saiten). Die Stahlsaiten drücken vor allem anfangs unangenehm an den Fingern und auch mit der Größe der Gitarren kann es bei kleineren Händen zu Problemen kommen. Zum Herunterdrücken der dicken Basssaiten ist noch etwas mehr Kraft von Nöten. Hier ist Durchhalten und Üben angesagt. Es gibt im Handel auch passende, kleinere Gitarrenmodelle, die den Einstieg erleichtern. Bei Spielenden unter 10 Jahren sollte abhängig von den Fähigkeiten des Kindes eine individuelle Begleitung durch die Eltern gewährleistet sein, um auch bei Durststrecken oder technischen Schwierigkeiten den Spaß nicht zu verlieren.

Rocksmith bietet sich somit unabhängig von Alter oder Vorwissen als zugängliches und zugleich herausforderndes Musikspiel für E-Gitarre beziehungsweise E-Bass an. Und absolut nichts spricht dagegen, gemeinsam mit seinen jungen oder jugendlichen Kindern ein Instrument zu erlernen und im Mehrspielermodus miteinander zu musizieren. So kann Rocksmith auch ein Einstieg in die eigene Banderfahrung mit Freunden sein. Generell gilt die Devise: Solange Musik mit Spaß an der Sache ausgeübt wird, ist sie für jede Altersgruppe und Erfahrungsstufe ein Gewinn.
Christian Knop
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