Spielebeurteilung

Dreamfall Chapters: The Longest Journey

20.04.2015
Mit Dreamfall Chapters: The Longest Journey wird die Geschichte um die Parallelwelten Stark und Arcadia zu einem Abschluss gebracht. Das in einzelne Episoden aufgeteilte Adventure ist eher für Fans der Serie geeignet. Neueinsteiger finden nur schwer in die komplexe Story, die nahtlos an die Vorgänger anknüpft.

Dreamfall Chapters: The Longest Journey spielt in zwei verschiedenen Parallelwelten: Stark, einer futuristischen Version der Erde im Jahr 2220, und Arcadia, ihr magisches Gegenstück. Die Geschichte knüpft nahtlos an die Geschichte des Vorgängers Dreamfall an und begleitet drei verschiedene Hauptfiguren auf ihrem Abenteuer. Während in der Welt von Stark Zoë versucht, ihre Erinnerung wiederzuerlangen, soll Kian eine Rebellion im Reich von Arcadia anführen. Die dritte Hauptfigur, Saga, folgt der Mission, die beiden Welten wieder zusammenzuführen.

Zoë versucht in Stark, einer futuristischen Version der Erde, ihr Gedächtnis wiederzufinden.
Dreamfall Chapters: The Longest Journey ist ein in Episoden aufgeteiltes 3D-Adventure, in dem man hauptsächlich mit anderen Charakteren spricht, die Spielwelt erforscht und Rätsel löst. Jede Episode ist in Kapitel unterteilt, die eine der drei Hauptfiguren zugeteilt sind. Die Spielenden steuern die Figuren in einer Third-Person-Perspektive mittels den WASD -Tasten. Gegenstände oder Figuren, mit denen man interagieren kann, werden durch einen kleinen Kreis markiert. Diese Interaktionen führt man dann per Mausklick aus.

Kain kombiniert einen Pfeil mit einem öligen Tuch, schon hat er eine Fackel, die er anzünden kann.
Die Geschichte des Spiels führt auf ein festgelegtes Ende hin. Dennoch gibt es einige Stellen, an denen die Spielenden Entscheidungen treffen müssen – und zu einem gewissen Grad Ereignisse beeinflussen können. Ist das Spiel mit dem Internet verbunden, kann man durch Klick auf einen Button sehen, für welche Option sich die Mehrheit der anderen Spielenden entschieden hat.

Zoë steht in einer Traumwelt ihrem alten Ich gegenüber. Legt sie Wert, auf das was sein könnte, oder das was war? Die Entscheidung, die sie trifft, wird Konsequenzen für den Spielverlauf haben.
Bei Dreamfall Chapters: The Longest Journey handelt es sich um den dritten und finalen Teil der „The Longest Journey“-Reihe. Im Hauptmenü gibt es ein kurzes Video, in dem die Ereignisse der ersten beiden Spiele zusammengefasst werden. Die erste Episode von Dreamfall Chapters: The Longest Journey erschien im Oktober 2014, die zweite im März 2015. Die Erscheinungsdaten der kommenden Episoden sind noch nicht bekannt.

Bildnachweis

[1]Red Thread Games[2]Red Thread Games[3]Red Thread Games

Pädagogische Beurteilung:

Der Einstieg in Dreamfall Chapters: The Longest Journey fällt als Neuling eher schwer. Auch mit dem Video, das die vorangegangen Ereignisse zusammenfasst, bleibt die Geschichte zu Beginn verwirrend. Die Steuerung wird in kurzen Erklärungen den Spielenden zwar näher gebracht, aber wofür die verschiedenen Symbole eigentlich stehen, erfährt man erst durch Ausprobieren. Das Spiel richtet sich eher an Spielende, welche die Vorgänger der Reihe bereits kennen.

Für Spannung sorgt der Einfluss, den man auf die Spielwelt nehmen kann. Durch den Satz „Person XY merkt sich deine Entscheidung“ oder „Die Balance der Spielwelt hat sich verändert“, weiß man, dass eine bestimmte Entscheidung Konsequenzen haben wird – jedoch nicht wann und welche. Ansonsten ist das Gameplay in Dreamfall Chapters: The Longest Journey eher ruhig gestaltet. Kampf- oder Schleichabschnitte sind ausgespart, das Hauptaugenmerk liegt auf den Dialogen und den Rätseleinlagen. Es gibt zwar die ein oder andere Situation, in der man schnell agieren soll und unter Zeitdruck gesetzt wird – beispielsweise soll man schnell einen Hebel betätigen –, ein Scheitern hat allerdings keine Konsequenzen. Ist man nicht schnell genug, beginnt die Sequenz einfach von vorne.

Motorische Fähigkeiten sind in Dreamfall Chapters: The Longest Journey daher weniger gefragt. Dafür wird in den Rätseleinlagen das Kombinieren der Gegenstände zur logischen Denkaufgabe. Für die Lösung muss man oftmals um die Ecke denken, Hilfestellungen gibt es in dem Spiel nicht. Als knifflig erweist sich auch die Steuerung. Interaktionspunkte kann man nämlich nur anklicken, wenn man einen bestimmten Abstand zu dem jeweiligen Gegenstand hat. Den zu erreichen ist gar nicht so einfach.

In Dreamfall Chapters: The Longest Journey sind auch Gewaltdarstellungen präsent. An mehreren Stellen hat beispielsweise Kian die Möglichkeit, eine Person zu töten. Zwar sind diese Szenen nicht sehr detailliert dargestellt und schaffen so Distanzierungsmöglichkeiten. Dennoch wird die Entscheidung, jemanden zu töten, in die Hände der Spielenden gelegt.

Fazit:

Für Kenner der Serie hat Dreamfall Chapters: The Longest Journey einen, vor allem dank der zahlreichen Entscheidungsmöglichkeiten, spannenden Abschluss der Trilogie zu bieten. Neulingen fällt der Einstieg in die komplexe Geschichte dagegen schwer. Auch Gewalt, die man stellenweise selbst verantwortet, ist präsent. Dreamfall Chapters: The Longest Journey eignet sich daher erst für ein Publikum ab 14 Jahren.
Sarah Pützer
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