Spielebeurteilung

Neverwinter

04.12.2014
Neverwinter ist ein durchschnittliches Onlinerollenspiel, das sich jedoch mit seinem integrierten Editor von anderen Konkurrenten desselben Genres abhebt. Dank geringer Systemvoraussetzungen und zahlreicher Einstiegshilfen eignet es sich ideal für Genreneulinge.

Neverwinter ist ein Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (kurz: MMORPG), das auf dem Dungeon & Dragons-Universum basiert. Beginn und Aufbau sind Rollenspiel-typisch: Man erstellt sich zunächst aus einer vorgegebenen Auswahl an Rassen und Klassen seinen eigenen, wahlweise weiblichen oder männlichen, Spielcharakter. Details wie Frisur oder Körperform können dabei angepasst werden.

Aus einer Auswahl an Gesichtsformen, Frisuren, Haar- und Augenfarben etc. stellen die Spielenden ihren Wunschcharakter zusammen.
Im Spiel selbst bewegt man sich mit Tastatur und Maus durch eine fantasievolle Welt, besiegt bösartig gesinnte Fantasiewesen und löst Quests. Jeder besiegte Gegner und jede gelöste Quest bringen Erfahrungspunkte, mit denen der Charakter auflevelt und an Stärke und Fähigkeiten gewinnt.

Abgrenzen kann sich Neverwinter von anderen MMORPGs mit seinem integrierten Editor, „The Foundry“ genannt, mit dem sich ganz eigene Karten und Quests erstellen lassen. Zur Verfügung stehen hier alle Bausteine, die auch in Neverwinter selbst zu finden sind: von einzelnen Maps, über Gebäude und Gegenstände, bis hin zu Computergesteuerten Charakteren (NPCs) und Gegnern. Ob einfaches, schlauchförmiges Dungeon, in dem der Kampf im Vordergrund steht, oder epische Geschichte mit komplexen Dialogen, es bleibt jedem selbst überlassen, wie er oder sie den Editor nutzt. Die eigene Kreation kann anschließend innerhalb des Spiels für die Neverwinter-Community freigegeben werden.

Im Spielinternen Editor "The Foundry“ lassen sich ganz eigene Karten und Quests erstellen.
Neben dem Erkunden der Welt, was prinzipiell auch im Alleingang möglich ist, spielt man in einigen als Gruppeninstanzen gekennzeichneten Dungeons zu fünft gegen mächtige computergesteuerte Gegner. Wer lieber den Wettbewerb sucht, kann dies im PvP (Player versus Player) Modus tun. Hier spielen jeweils fünf gegen fünf auf einer Map mit drei Punkten, die in typischer „Capture the Flag“-Manier eingenommen und möglichst lange gehalten werden müssen.

Beim PvP spielen zwei Fünferteams gegeneinander. Ziel sind Punkte auf der Karte, die eingenommen und gehalten werden müssen.
Neverwinter ist Free2Play , sprich kostenlos spielbar. Es besteht jedoch die Möglichkeit, innerhalb des Spiels reales Geld für virtuelle Güter auszugeben. Eine dauerhafte Internetverbindung wird benötigt, um Neverwinter spielen zu können.

Bildnachweis

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Pädagogische Beurteilung:

Neverwinter erfordert – wie viele Vertreter der MMORPGs - eine gewisse Einarbeitungszeit. Das Spiel schafft es aber, diese sehr angenehm zu gestalten. Die ersten Schritte machen die Spielenden unter Anleitung. Nach und nach werden sie an die Steuerung herangeführt. Auch sind nicht alle Spielinhalte (Begleiter, Gruppen-Instanzen, PvP-Arenen etc) sofort in ihrer ganzen Komplexität verfügbar, sondern werden erst im Spielverlauf freigeschaltet. Für Spielende mit kaum ausgeprägter Orientierungsfähigkeit (wie mich) auch sehr hilfreich ist ein glitzernder Pfad, der einem stets den Weg weist und zwar nicht nur im anfänglichen Tutorial sondern auch bei späteren Quests.

Ist man einmal im Spiel drin geht die Steuerung leicht von der Hand. Dennoch wird eine gute Hand-Augen-Koordination und Reaktionsgeschwindigkeit, insbesondere bei den Kämpfen, abverlangt. Wichtig ist auch, die Stärken und Schwächen der eigenen Klasse genau zu kennen. In PvP-Kämpfen ist außerdem Teamwork gefragt, um erfolgreich aus einem Match zu gehen.

Die PvP-Kämpfe mit und gegen andere Spielende sind es auch, die für Unterhaltung in Neverwinter sorgen, denn hier gleicht aufgrund der zufälligen Zusammenstellung der Gruppen kein Match dem vorherigen. Und auch die schon erwähnte „The Foundry“ sorgt als Quelle schier unzähliger Abenteuer für Langzeitunterhaltung, sowohl bei Ersteller/innen neuer Quests als auch bei Spielenden. Abgesehen davon hält sich die Abwechslung in Neverwinter jedoch in Grenzen. Da helfen auch neue Erweiterungen der Welt sowie zusätzliche Charakterklassen (wie der kürzlich hinzugekommene „Wachsame Waldläufer“) und Sammelobjekte nur bedingt.

Der Free2Play-Charakter – und damit auch dem möglichen Erwerb virtueller Güter mit realem Geld – ist zwar präsent. Wer kein Geld im Spiel ausgeben möchte, kann vieles aber auch durch Fleiß und investierte Zeit erreichen. Bei der Grafik muss man allerdings im Vergleich zu anderen aktuellen Titeln wie Guild Wars 2 oder Final Fantasy XIV Abstriche machen. Vor allem die Charaktere selbst wirken eher kantig. Dafür sind die technischen Voraussetzungen für das Spiel vergleichsweise gering.

Fazit:

Neverwinter ist im Großen und Ganzen ein durchschnittliches MMORPG. Durch den Editor erhält es jedoch eine für MMORPGs ungewöhnliche, kreative Komponente, die Fans von Rollenspielen lieben werden. Hier können sie sich kreativ ausleben und ihre ganz eigenen epischen Abenteuer für sich und andere erstellen. Der Aufgrund der für MMORPGs typischen Bindungsfaktoren, die zu intensiven Spielphasen führen können, eignet sich Neverwinter ab einem Alter von 14 Jahren.
Anne Sauer
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