Spielebeurteilung

Tom Clancy’s Splinter Cell

15.03.2011
Splinter Cell entstammt dem Universum des berühmten US-Schriftstellers Tom Clancy. Die Spielenden begeben sich in die Rolle von Geheimagent und Einzelgänger Sam Fischer auf scheinbar hoffnungslose Missionen. Teil eins der Reihe.


Die Spielenden schlüpfen in die Rolle von Geheimagent Sam Fisher, der im Jahr 2004 in die georgische Hauptstadt Tiflis geschickt wird, um dort die beiden vermissten CIA Agenten Alison Madison und Blaustein zu finden. Ihr Weg führt durch die unterschiedlichsten Gebäudekomplexe der Stadt, in denen sie verschiedene Informationen oder Informanten finden oder aufsuchen muss. Sie werden von einem Team aus den Vereinigten Staaten unterstützt, von denen sie wichtige Hinweise bekommen, die sie zu ihren nächsten Zielen führen.

Die Charaktere im Spiel sind Menschen, die in ihrem Verhalten und ihren Bewegungen (anschleichen, abseilen, verschiedene Sprünge ausführen und verschiedene Objekte benutzen) der Wirklichkeit entsprechen. Die Hauptperson ist der Agent Sam Fisher, der alleine seinen Auftrag bewältigen muss. Dabei ist es sehr wichtig, dass er sich unauffällig, möglichst leise bewegt und keine Zivilisten tötet. Sein direkter Vorgesetzter ist Mr. Lambert, der hauptsächlich während der Mission mit ihm kommuniziert. Des Weiteren erhält Sam von Vernon Wilkes Jr. alles nötige Equipment. Anna Grímsdottir unterstützt ihn bei Problemen im Hightech-Bereich. Als Gegner treten diverse Terroristen auf, an deren Spitze der georgische Präsident Kombayn Nokoladze steht. Zu den Feinden zählen außer den Terroristen auch noch georgische und chinesische Offiziere. Auch scheint die georgische Polizei mit den Terroristen zu kooperieren. Um die Mission zu erfüllen, soll er die beiden vermissten Agenten finden und befreien.

Das Spiel „Splinter Cell" wurde speziell für die Xbox Konsole entwickelt und steht mittlerweile auch auf dem PC zur Verfügung. Im beigefügten Booklet erfahren die Spielenden, wer ihre Gegner sind und welche Waffen zur Verfügung stehen. Außerdem bekommen die Spielenden wichtige Hinweise, wie sie sich am besten bewegen und ihren Auftrag gut erfüllen kann. Es ist ein typisches Agentenspiel, für das die realistische Darstellung der Personen charakteristisch ist.

Ähnliches Spiel

Tom Clancy´s H.A.W.X.
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3 Kommentare

Lissy Walter und Simone Freimuth, Magister Pädagogik, 22 & schreibt:

Der Protagonist Sam Fisher stellt den typischen Einzelkämpfer dar, der in kritischen Situationen auf sich selbst gestellt ist und mit seinem Equipment die Gefahren meistern muss. Die Spielfigur verfügt über sehr viele Funktionen und ist daher sehr komplex in ihren Funktionen, während des ganzen Spiels muss sich der Spieler intensiv auf die Augen-Hand-Koordination konzentrieren, da schnelle Reaktionen erforderlich sind.

Am Anfang des Spiels steht ein Trainingsprogramm, bei dem sich der Spieler mit den vielfältigen Funktionen von Sam Fisher vertraut machen kann. Er steht hierbei unter keinerlei Druck und kann alles in Ruhe ausprobieren, für Fehler wird er nicht bestraft. Das Spiel hat einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad: Am Anfang bewegt sich Sam Fisher geschützt über Häuserdächer, später muss er auf offener Straße laufen, sich immer wieder nach Versteckmöglichkeiten umschauen und wird mit Feinden konfrontiert. Der Stresspegel steigt besonders an uneinsichtigen Stellen (Ecken, dunkle Höfe), da überall Feinde lauern könnten. Immer wieder wird Spannung aufgebaut, da der Spieler ständig in neue Situationen kommt und diese nicht immer gleich einschätzen kann.

Hat der Spieler einen Teil der Mission erfüllt, bekommt er ein positives Feedback von seinem direkten Vorgesetzten. Gab es dagegen zivile Opfer oder machte Sam Fisher einen Fehler (zu laut sein, gesehen
werden) wird die Mission abgebrochen oder der Agent getadelt. Scheitert man immer wieder an derselben Aufgabe kann das schon einmal zu Frustration führen.

Gewalt wird stärker belohnt als friedliches Verhalten. Dieser letzte Aspekt ist als problematisch einzustufen, da Gewalt legitimiert oder oftmals als einzige Lösung dargestellt wird. Den Nationalitäten werden gewisse Charaktermerkmale zugewiesen und es entsteht dadurch eine Wertung.

Das Spiel ist in erster Linie an jugendliche Jungen gerichtet, da es sich mit der Geheimagententhematik beschäftigt. Es wird großer Wert auf strategisches Denken gelegt. Außerdem tauchen immer wieder Gewaltaspekte auf (feindliche Terroristen erschießen, Gegner zur Kooperation zwingen, Zivilisten niederschlagen). Die Darstellung der Gewalt hält sich graphisch in Grenzen, es fließt kaum Blut, die Personen fallen ohne großes Geschrei um.

Das Wichtigste in Kürze:
• Typisches Gut-Böse-Schema
• Gewalt wird belohnt
• für ältere Jungen geeignet

21.04.2004 um 17:43
Lissy Walther und Simone Freimuth, 22 & 20 schreibt:

Tom Clancy’s Splinter Cell - ein Gesprächsprotokoll:

Lissy: Toll! Ein Agentenspiel (ironisches Grinsen) - eines von den Spielen wo ich immer den Kopf schüttel, wenn mir Leute erzählen, dass sie dabei entspannen können. Ich habe hyperventiliert, mein Blutdruck war auf 180 und ich war oft kurz davor, Monne den Controller zu entreißen und alles anders zu machen.

Simone: Wenn ich eines nicht mag, dann Spiele, bei denen man rumschleichen und Leute erschießen muss...

Simone: Auch die Aufmachung des Spiels fand ich nicht so gut, ein Kerl mit Nachtsichtgerät entspricht nicht wirklich meinem Schönheitsideal. Außerdem finde ich so was wirklich alltagsfern.

Lissy: Nun ja, wie soll ich die Schwierigkeit einschätzen, wenn wir nur bis zum zweiten Level kamen. Eins weiß ich auf jeden Fall: Die Feinde wurden immer gemeiner, tauchten in Horden auf und meine Munition ging mir aus.

Simone: Für mich war die Mission schlicht unlösbar. Ich bleibe lieber Hausfrau als mit Nachtsichtgerät in Gebüschen umherzuschleichen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich keinerlei Orientierungssinn habe. Der ist aber dringend nötig.

Lissy: Interesse weckten bei mir eingebaute Aktionsfelder, die mich auf Objekte aufmerksam machten, aber ich kann Sams Liebe zu Coladosen irgendwie nicht nachempfinden, denn leider kann ich diese nicht als effektives Abwehrmittel gegen Feinde benutzen.

Lissy: Typisch "pflichtbewusster Mann", der Protagonist, der sich keine Pause gönnt und immer die Welt retten muss. Die Terroristen und die Polizei sind übernervös und lassen nicht mit sich reden, sondern ballern gleich drauf los. Die Zivilisten sind auch nicht gerade hilfreich - Angsthasen und Verbündete der Polizei. Da hat Sam kaum eine andere Wahl, als sie auszuschalten.

Simone: Bei diesem Spiel kann man schnelle Reaktionen lernen. Außerdem finde ich es gut, dass man auch eine Alternative zum schleichen und Abballern hat. Allerdings ist es nicht gut, dass es ohne Gewalt schwieriger ist.

Lissy: Man muss ein gutes Selbstbewusstsein haben, denn ohne würde dein Sam ziemlich arm dran sein. Auf Entscheidungen, die du als Spieler triffst, folgen Konsequenzen und du musst damit rechnen, dass du deinen Agenten im nächsten Moment in einen Kugelhagel führst. Dementsprechend musst du dann neu anfangen und kannst Dich erneut durchquälen.

Simone: Ich finde, das Spiel ist hauptsächlich für Jungen.

Lissy: ..und für harte Mädels, die es den Männern mal zeigen wollen.

21.04.2004 um 17:45
infinite, 25 schreibt:

Anmerkung der spielbar-Redaktion: beim vorliegenden Kommentar handelt es sich um eine von der spielbar-Redaktion gekürzte Fassung.

Splinter Cell ist ein namhafter Vertreter des Subgenres "Ego-Schleicher", und zwar gar kein schlechter. Im Gegenteil, die spielerische, grafische und musikalische Umsetzung ist durchweg sehr gut.

In diesem Spiel verkörpert der Spieler einen Geheimagenten namens Sam Fisher, der sich stereotypisch durch verschiedene Missionen schießt und/oder schleicht. Die Missionen selbst bestehen aus einer Abfolge von fließend ineinander übergehenden Schauplätzen, in denen umherwandernde Gegner (Wachen) umgangen oder ausgeschaltet müssen. Meist wird der Spieler wenn er einen neuen Schauplatz betritt diesen zunächst observieren. Dabei ist es wichtig, die sich wiederholenden Bewegungsmuster der feindlichen Soldaten aus versteckter Position heraus zu beobachten und, am Besten ehe man in Aktion tritt, einen Plan auszuarbeiten. Wenngleich – teilweise bedingt durch die nicht allzu brillante KI, deren Funktionsweise recht schnell durchschaut ist – es nicht unmöglich ist, in Ego-Shooter Manier durch die Missionen zu stürmen, ist es weit befriedigender, einen subtileren und gewaltfreieren Weg zu finden. So habe ich mir beispielsweise als Bedingung gesetzt, niemanden zu töten. Das funktionierte auch sehr gut und ich empfand es als anspruchsvoller und spaßiger als stupides Metzeln. Lediglich ein Mord ist bedingt durch die Story unumgänglich, aber das ist akzeptabel.

Das Verhören von Gegnern gehört mit zu den spaßigsten Angelegenheiten, nicht nur weil es dem Spieler unbestritten ein gewisses Gefühl von Macht gibt, sondern auch durch die oft sehr komischen Dialoge. Viele Gegner müssen erst überzeugt werden, ihr Wissen mit Sam zu teilen und die Art wie er diese Überzeugung schafft (meist durch Gewaltandrohung und/oder –ausübung) lässt wohl nicht nur mir des Öfteren ein Grinsen übers Gesicht huschen.

Das Missionsdesign ist sehr kreativ, selten bewegt sich die Spielerfigur durch lange, langweilige Gangsysteme, meist geht er "querfeldein", so dass auch Kräne, Tiefgaragen, Fahrstuhldächer, Heizungsrohre oder Belüftungsschächte mit einbezogen werden. Dabei stellen sich immer wieder einmal levelbedingte Schwierigkeiten ein, etwa ein Dach aus knarrenden Dachlatten (was die im Gebäude umherstehenden Wachen alamiert, wenn man darauf herumläuft), Jump´n´Run-einlagen, Suchscheinwerfer, Überwachungskameras oder Minenfelder. Dennoch ist der Levelaufbau meist linear, so dass der Spieler nur durch die Wahl seiner taktischen Vorgehensweise kreativ sein kann. Die "Rätsel" haben ganz klar eine untergeordnete Rolle, die kaum über das "roter Schlüssel für rote Tür"-Prinzip hinausgeht. Das ist aber auch ganz gut so, denn wer James Bond gesehen hat erwartet von einem Geheimagenten nicht, dass er bei dem Versuch scheitert, ein actionfreies Rätsel zu lösen.

Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass die Spielzeit nicht allzu lang ist, so was wie Wiederspielwert ist jedoch da. Persönlich bin ich seit "Thief: The Dark Project" von solchen "Ego-Schleichern" besonders fasziniert und halte Splinter Cell daher schon per Definition für eines der besten Spiele, die in den letzten Jahren erschienen sind.

19.08.2006 um 17:44


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