Spielebeurteilung

Tom Clancy’s The Division

09.08.2016
Verlassene Häuser, umgestürzte Autos und eisige Kälte: Im Shooter Tom Clancy’s The Division bricht ein Virus unter den Bewohnern einer Großstadt aus – und führt zu einem Ausnahmezustand. Nur die Agenten der „Division“ können die Bevölkerung in dieser Krise vor räuberischen Banden schützen.

Tom Clancy's The Division spielt in den Vereinigten Staaten unser Zeit. Ganze Großstädte sind fast menschenleer. Schuld daran ist ein Virus, der von Terroristen am Black Friday über Geldscheine verbreitet wurde. Der Konsumwahn der Menschen führte dazu, dass die Bevölkerung in wenigen Tagen stark minimiert wurde und der absolute Ausnahmezustand ausgerufen wurde. Verlassene Autos blockieren die Straßen und die Häuser sind aufgrund der niedrigen Temperaturen kaum mehr bewohnt.

Ein bedürftiger Zivilist benötigt Hilfe.
Als einer der Überlebenden schlüpft der Spieler in die Rolle eines Agenten der „Division“. Die Agenten sollen die schutzlose Bevölkerung in der Krisensituation beschützen. Denn bei all dem Chaos in den Großstädten haben einige Banden die Situation dazu genutzt, für sich selber Ressourcen zu horten und dabei alles aus dem Weg zu räumen, was sie daran hindert.

Auf den Straßen der Großstadt herrscht Anarchie. Die Agenten der "Division" halten gefährliche Banden in Schacht.
Als Agent ist es die Aufgabe des Spielers, Ressourcen für die Auffangstationen zu sammeln und Zivilisten zu beschützen oder zu befreien. Dies kann der Spieler durch Nebenmissionen und kleine Events tun. Neben der großen Open-World Spielkarte, auf der nur virtuelle Personen (NPCs) anzutreffen sind, gibt es noch eine Besonderheit des Spiels: die „Darkzone“. Dies ist ein abgegrenztes Areal, in dem Spieler gegen Spieler (PVP) antreten können. Hier gibt es besonders viele Ressourcen, die hart von anderen menschlichen Spielern umkämpft sind.

Die Darkzone ist der große „Spieler gegen Spieler“ Bereich des Spiels. Dort ist es möglich, seltene Ressourcen und Waffen zu finden.

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Pädagogische Beurteilung:

Wer hetzt, verpasst alles

Die Vorgeschichte wird zu Beginn kurz mithilfe eines Videos erklärt, danach wird der Spieler direkt in das Geschehen geworfen. Was "The Division" jedoch leider fehlt, ist ein roter Faden. Nach dem sehr linearen Intro, werden die Agenten lediglich in der Stadt New York abgesetzt. New York wurde für das Spiel in verschiedene Stadtgebiete aufgeteilt, in denen es jeweils einen Stützpunkt und viele verschiedene Missionen gibt. Wer sich die Zeit nimmt, kann viele atmosphärische Eindrücke des Spiels erleben. Doch wird keine zusammenhängende Hauptstory vermittelt, sondern nur kleine, oft vergangene Ereignisse. Da diese immer an verschiedenen Orten erlebt werden, kommen viele Handlungsstränge durcheinander oder haben gar keine Zusammenhänge.

Es ist und bleibt im Kern ein Shooter

Wenn man mit anderen Spielern zusammen spielt, kann man in so einer Situation gerettet werden. Im Einzelspieler-Modus ist man aber direkt K.O. und muss wieder beim letzten Stützpunkt starten. Verschiedene Waffenarten erfordern immer einen anderen Spielstil. Eine Schrotflinte erfordert eine kurze Distanz, um Gegner effektiv treffen zu können. Mit einem Scharfschützengewehr lauert man dagegen eher abseits und macht auf lange Distanz Schaden. Wie man sich auch entscheidet, jede Waffe hat ihre Vor-und Nachteile. Es liegt letztlich an dem Spieler, welchen Spielstil er bevorzugt.
Obwohl das Spiel mit Handlungssträngen und Levelsystem einige Rollenspielelemente enthält, so ist es im Kern letztlich doch „nur“ ein Shooter. Die Missionen bestehen zum größten Teil aus Feuergefechten, die mit zunehmender Spielzeit irgendwann recht eintönig werden können. Und gerade die NCPs bieten im späteren Spiel keinen großen Reiz mehr.

Alleine kommst du nicht weit

Das Spiel ist dafür konzipiert, dass man es gemeinsam mit Freunden oder Fremden – welche man bei den Safepoints treffen kann - spielt. Es fällt schon sehr früh im Spiel auf, dass solo zu spielen eine große Herausforderung darstellt. Gerade Bosskämpfe gestalten sich besonders schwer. Denn diese sind nicht selten sehr stark und habe eine große Anzahl an Gegnern um sich herum. In der teils sehr offenen Spielkarte verliert man dabei rasch den Überblick und der Spieler kann sehr schnell von den Gegnern überrannt werden. Selbst die Deckung hilft dann bei wuchtiger Feuerkraft nicht mehr aus.

Umso wichtiger ist es deshalb, sich Kameraden zu suchen. Ob direkte Freunde oder Fremde aus dem Spiel ist hierbei nicht wichtig. Ein integrierter Sprachchat bietet den Spielern die Möglichkeit, sich über Mikrofon miteinander abzusprechen und Strategien zu entwickeln. Für Eltern ist hier zu beachten, dass Jugendliche und Erwachsene ohne Filter miteinander spielen und kommunizieren können. Über die Risiken von Internetkommunikation sollte mit Jugendlichen jedoch im Alter von 16 Jahren bereits gesprochen und Regeln vereinbart worden sein.

Gewalt wie in einem Bruce Willis Film

"The Division" hat ein gewalthaltiges Setting. Waffen werden permanent zur Wahrung der eigenen Interessen eingesetzt und in der Regel wird nicht gefragt, sondern geschossen. Die Gefechte sind taktisch geprägt und finden in einem realistischen urbanen Setting statt. Gegner werden sichtbar getroffen, jedoch ist die Darstellung von Treffern als moderat zu bezeichnen. Allerdings kann es z.B. vorkommen, dass Gegner am Boden krabbeln und der Spieler ihnen „noch den Rest geben muss“. Die dargestellte Gewalt geht nicht über die Darstellung von Action-Filmen mit einer höheren Alterseinstufung hinaus.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

Tom Clancy's The Division bietet durch seinen Mehrspieler-Modus und der Darkzone eine gute Langzeitmotivation. Das Spiel ist atmosphärisch, actionreich und bietet einige interessante Geschichten. Leider gehen diese während des actionreichen Gameplays sehr schnell unter. Das Spiel ist von der USK mit der Alterfreigabe „Keine Jugendfreigabe“ versehen worden, was faktisch einer Einstufung ab 18 Jahren entspricht. Die raue Atmosphäre, die dargestellte Gewalt und das anarchistische Szenario mit einer zweifelhaften Moral ist für Jugendliche unter 18 nicht geeignet.

Siehe auch

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Tom Clancy’s Rainbow Six Siege

In Tom Clancy’s Rainbow Six Siege stehen sich die Spezialeinheit Team Rainbow und eine unbekannte neue Terroreinheit gegenüber. Die Kämpfe sind spannend und fordernd, das Setting äußerst realitätsnah. Der Ego-Shooter eignet sich nur für Erwachsene, die mit dem Genre bereits vertraut sind.

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Doom (2016)

Mit Doom (2016) wird ein Meilenstein der Ego-Shooter-Geschichte neu aufgelegt. Dabei treffen schnelle, actionreiche Kämpfe auf moderne 3D-Grafik. Die gezeigte Gewalt wirkt dadurch detailreicher und realistischer als beim Klassiker – und hat in Kinderhänden nichts zu suchen.

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