Metro Warp

18.12.2015
Hängen die Menschen zu viel an ihrem Smartphone? In Metro Warp wird dieser Gedanke humorvoll in einem anspruchsvollen Denkspiel umgesetzt. Zombieartige Smartphone-Nutzer wollen von A nach B, die Spielenden müssen dabei helfen. Ein kleine, feine Rätseleinlage, die zum um-die-Ecke-Denken anregt.

Im Indie-Denkspiel Metro Warp muss man eine Gruppe von Menschen zum richtigen Ausgang geleiten. Der Clou: Die Figuren schauen alle auf ihr Smartphone. Daher sind sie so abgelenkt, dass sie bei jedem Hindernis einfach nach links laufen – egal, ob da der Weg frei ist, eine andere Person im Weg steht oder hinter der Ecke ein Abgrund lauert.

Durch die verdrehten Blöcke ist in Metro Warp vor allem räumliches Denken gefragt.
Metro Warp ist in 50 verschiedene Level aufgeteilt, die als abstrakte 3D-Modelle im Raum schweben. An einer Stelle befindet sich eine Tür, durch welche die Figuren in die Spielwelt eintreten. An einer anderen Stelle befindet sich der Ausgang, zu dem die Figuren finden müssen. Die Spielenden lenken den Menschenstrom, indem sie Schilder auf dem 3D-Gebilde platzieren und so die Menge zum Abbiegen zwingen. Meint man die richtige Lösung gefunden zu haben, klickt man auf den Play-Button und die Figuren bewegen sich automatisch über die Oberfläche der Puzzle-Monumente. Hat es eine bestimmte Anzahl zum Ausgang geschafft, gilt das Level als beendet. Stoßen zwei Figuren ineinander oder fällt jemand in ein Loch, muss man am Lösungsweg weitertüfteln.

Dieser Block dient als eine Art Menü, von dem aus man die Level auswählen kann. Die schwarz gefärbten sind bereits geschafft, die grün gefärbten noch nicht.
Mit jedem weiteren Level kommen neue Elemente dazu, die den Schwierigkeitsgrad in Metro Warp erhöhen. Beispielsweise strömen die Figuren plötzlich aus zwei Türen oder ein „Rechts-Abbiegen“-Schild muss ebenfalls eingesetzt werden.

Im Verlauf des Spiels kommen immer mehr Eingänge, aus denen Menschen strömen, hinzu. Zwei Personen können allerdings nicht gleichzeitig in den Ausgang springen – sonst wär das Ganze ja zu einfach.

Bildnachweis

[1]Another Yeti[2]Another Yeti[3]Another Yeti

Pädagogische Beurteilung:

Smombie – das Kunstwort aus den Begriffen „Smartphone“ und „Zombie“ wurde 2015 von einer Jury zum Jugendwort des Jahres gewählt. Damit sind Menschen gemeint, die durch den ständigen Blick auf ihr Smartphone so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen – Menschen wie man sie in Metro Warp findet. Ob nun subtile Gesellschaftskritik oder ein witziger Aufhänger, Metro Warp setzt das Phänomen der Smombies gekonnt in einem innovativen Puzzlespiel um.

Metro Warp beginnt sehr direkt – ein Tutorial oder ähnliches gibt es nicht. Dank leichten Einstiegsleveln erklärt sich aber das Spielprinzip ganz von selbst. Um die Level in dem Spiel zu lösen, muss man vor allem um die Ecke denken können. Die Perspektive lässt sich nämlich nur eingeschränkt drehen, sodass räumliches Denken gefordert wird. Die Spielenden müssen außerdem von alleine herausfinden, wie sich die Figuren verhalten. Dafür probiert man seine Lösungen immer wieder aus, lernt aus seinen Fehlern und setzt das Gelernte wiederum um. Eine bestimmte Reihenfolge, in der man die Rätsel lösen muss, gibt es in Metro Warp nicht. Man schaltet die Level in Gruppen frei, sodass man stets mehrere zur Auswahl hat. So wird Frust bei kniffligen Passagen entgegen gewirkt.

Wer mit Denkspielen nicht viel anfangen kann, wird mit Metro Warp keine Freude haben. Eine Geschichte hinter den Smartphone abhängigen Figuren sucht man vergeblich. Und auch an Abwechslung fehlt es. Zwar kommen neue Elemente nach und nach hinzu, allerdings bleiben Hintergrund, Farben und Musik immer gleich. Dadurch wirkt Metro Warp in punkto Design schnell eintönig.

Fazit:

Metro Warp ist ein kleines, aber feines Denkspiel, das zum um-die-Ecke-Denken anregt. Das Spielprinzip ist schnell erlernt und mit dem Thema Smartphone-Zombies humorvoll umgesetzt. Allerdings ist das Spiel nur für Rätselfreunde ab 10 Jahren geeignet, da ein Tutorial oder eine motivierende Hintergrundgeschichte fehlen.
Sarah Pützer
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Siehe auch

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