Spielebeurteilung

Assassin's Creed II

21.12.2009
Das Action-Adventure führt die Spielenden ins Italien des 15. Jahrhunderts. Vor beeindruckender Kulisse gilt es eine Verschwörung aufzudecken. Der Hauptfigur ist beim Kampf gegen das „Böse“ jedes Mittel recht. Spannung ist dabei vorprogrammiert. spielbar ab 16 Jahren.


Der zweite Teil von Assassin’s Creed knüpft nahtlos an seinem Vorgänger an. Im ersten Teil schlossen Wissenschaftler den Barkeeper Desmond Miles an ein Gerät namens „Animus“ an, mit dessen Hilfe sie in die in seinem Erbgut enthaltenen Erinnerungen seiner Vorfahren eindrangen. Die Spielenden wurden als Altair ins späte 12. Jahrhundert zurück versetzt und lehnten sich dort gegen die Templer auf. In Assassin´s Creed II wird Desmond erneut an den Animus angeschlossen. Dieses Mal geht die Reise ins Italien des 15. Jahrhundert. Die Spielenden schlüpfen in die Rolle von Ezio Auditore, einem Meuchelmörder, und müssen eine finstere Verschwörung aufdecken.

Zu Beginn erleben die Spielenden hautnah die Geburt des neuen Helden. Schon hier muss er ums Überleben kämpfen. Es folgt ein Zeitsprung. Man befindet sich in Florenz des Jahres 1476. Ezio ist zu einem stattlichen Mann herangewachsen, jedoch noch recht unerfahren im Kampf. Nachdem sein Vater fälschlicherweise wegen Verrats zum Tode verurteilt wurde, schwört Ezio Rache an den Drahtziehern. Nach und nach erlernt er die Kunst des Kampfes. Ihm zur Seite steht unter anderem der junge Erfinder Leonardo da Vinci. Dieser stattet Ezio zum Beispiel mit einen Fluggerät aus, das ihn über die Stadt gleiten lässt.

Screenshots

Die Aufgaben, die Ezio im Spiel zu erledigen hat, reichen von kleinen Botengängen über das Finden bestimmter Gegenstände, das Eskortieren anderer Personen bis zum Ausführen mehr oder weniger geplanter Attentate. Die Aufgaben sind abwechslungsreich und werden zunehmend schwieriger. Schon bald bringt einen der direkte Weg nicht mehr zum Ziel. Die Umgebung und die Tageszeit müssen mit in die Überlegungen eingebracht werden. Man kann zum Beispiel in der Menschenmasse untertauchen und so in die Nähe einer bewachten Person gelangen, ohne erkannt zu werden.
Egal, um welche Angelegenheit es sich handelt, man hat immer die Wahl, Aufgaben abzulehnen. Eine Möglichkeit, die Schwierigkeitsstufe selbst zu ändern, gibt es in Assassin’s Creed II allerdings nicht.

Weiterführender Link

Prince of Persia

4 Kommentare

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Das Erste, was bei Assassin’s Creed II direkt ins Auge sticht, ist die beeindruckende Grafik und die damit erzeugte Atmosphäre. Man hockt beispielsweise auf dem Vorsprung einer Kirche. Die Sonne geht gerade auf und scheint ins Gesicht. Unter einem breiten sich die Dächer von Florenz aus. Von oben betrachtet, wirken die Menschen klein und unwichtig. Es beschleicht einen das Gefühl der Übermacht, ein Hauch von Freiheit, Unabhängigkeit und Stärke, was sich durch das gesamte Spiel zieht. Man glaubt alles zum Guten verändern zu können.

Die positive Atmosphäre trügt. Gewalt ist ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung. Um die Verschwörung aufzuhalten, müssen die verantwortlichen Hintermänner ausgeschaltet werden. Gewalt als Konfliktlösungsmittel wird im Spiel legitimiert, da es sich hier um den Kampf gegen das „Böse“ handelt.
Greift der Spielende dagegen unter Beobachtung „Unschuldige“ an wird dies durch die Bevölkerung negativ sanktioniert. Menschen schlagen Alarm, wenn sie Ezio auf der Straße sehen und Wachen greifen umgehend an. Diese Sanktionierung ist wirksam, denn sie erschwert den Spielenden das Lösen ihrer Aufgaben. Einerseits gibt es also diese lobenswerte Sanktionierung, wenn unschuldige Zivilisten angegriffen werden. Andererseits bleiben Konsequenzen aus, wenn ein solcher Angriff ohne Zeugen stattfindet. Es erscheint lediglich die nicht ernst zu nehmende Einblendung „Ezio darf keine Unschuldigen töten“. Das Heben des moralischen Zeigefingers bleibt an dieser Stelle halbherzig und wirkungslos.

Neben zahlreichen Gewaltdarstellungen ist ein kampfbetontes Grundmuster für Assassin´s Creed II charakteristisch. Um das Spielziel zu erreichen, kommt man um den ein oder anderen hinterhältigen Mord nicht herum. Das verlangt von den Spielenden eine grundlegende Reflexionsfähigkeit. Daher ist Assassin’s Creed II frühestens ab 16 Jahren spielbar.

Insgesamt spricht das Spiel vor allem Fans von Action-Adventures an. Diese bekommen eine sehenswerte Grafik und spannende Unterhaltung. Doch auch Genre-Neulinge und Spielende, die den Vorgänger nicht kennen, finden einen schnellen Einstieg in Assassin’s Creed II. Schritt für Schritt wird die Steuerung erklärt. Diese ist angenehm einfach. Bei den zahlreichen Klettertouren über den Dächern ist zum Beispiel kaum Präzision erforderlich. Dadurch kommt ein Spielfluss zustande. Man wächst mit Ezio Auditore und identifiziert sich deshalb schnell mit ihm.

Diese Identifikation, der Spielfluss und die real wirkende Welt von Assassin’s Creed II führen zu einem starken Immersionseffekt. Die Spielenden können vollständig in das Italien zu Zeiten der Renaissance eintauchen. Als Geschichtsstunde sollte das Spiel jedoch weniger verstanden werden. Vielmehr gilt es, auch die dargestellten historischen Gegebenheiten kritisch zu hinterfragen.

18.12.2009 um 11:42
Assassins Creed 2 Fan schreibt:

Nette Artikel

27.12.2009 um 15:55
ezio auditore schreibt:

ich finde assassins creed 2 einfach nur cool. ich hab den in einer woche fast 3 mal durch gespielt. an einem tag hab ich mehr als 10 stunden nur assassins creed 2 gespielt. also wäre es einfach meine empfehlung an alle, die keinen bock mehr auf langweilige spiele haben.

13.01.2010 um 16:31
Adrian schreibt:

Sicher eines der besten Spiele der letzten 2 Jahre der Nachfolger steht bereits in den Startlöchern und wird für die Konsole zum Weihnachtsgeschäft für den PC im ersten Quartal 2011 erscheinen.
Das es nicht um ein Spiel geht in dem Blümenpflücken die Hauptaufgabe ist besagt schon der Titel. Daher klar ab 16 Jahren.
Im Gegensatz zum Vorgänger wurde sowohl die Grafik um Welten verbessert als auch die Bewegungsanimation und die Möglichkeiten des Charakters Gebäude zu erklimmen. Wer ein Freund von Geschichte ist kommt auf seine Kosten. Es geht durch die halbe Toskana. Wer z.B. schon mal in Florenz war kann die Metzger-Brücke oder die Ressidenz der Medici besuchen und erkennt alles wieder eine ware Augenfreunde.
Das Vorgehen kann meist auf unterschiedliche Arten erfolgen, Schleichen bzw. Angriff sind die beiden Hauptmöglichkeiten. Das Kampfsystem ist gut ausbalanciert und schafft selbst nach Stunden noch Freude. Von Rauchbomben zur Flucht, Wufmessern, Schwerten, Krähenschnäbel, Morgenstern und Gift bis zum Vorläufer der ersten Pistole vom Freund Leonardo da Vinci erfunden gibt es fast alles. Weitere Waffen kann man von toten Gegner aufnehmen und in der eigenen Familienfestung tötliche Spezialangriffe erlernen. Diese Festung kann man mit der Zeit ausbauen um Geld für Waffen und Rüstungsabgrades zu bekommen.
Es gibt unterschiedliche Gegner, die meist kombiniert unterwegs sind um eine Herrausforderung dazustellen. Allerdings ist Kampf meist die schlechteste Möglichkeit da die Reperaturen teuer sind und man besonders am Anfang starken Schaden nimmt. Dagegen kann man beim Schleichen in Menschenmengen untertauchen oder Kurtisanen bezahlen die die Wachen ablenken.
Die Nebenmissionen haben es in sich und sind meist ein Geschicklichkeitstest des Spielers in dem er neben einer guten Bewegungskontrolle auch Köpfchen beweisen muss um zum Ziel zu kommen.
Zivilisten sind absolut Tabu als Angriffsziel. Frau Sauer hat leider nicht richtig recherchiert, im Gegensatz zu Ihrer oben genannten Behauptung (Es erscheint lediglich die nicht ernst zu nehmende Einblendung „Ezio darf keine Unschuldigen töten“. Das Heben des moralischen Zeigefingers bleibt an dieser Stelle halbherzig und wirkungslos.) stellt dies eine Warnung für den Spieler dar, sollte dies wiederholt passieren wird sein Charakter aus der Maschine in der dieser das Abenteuer erlebt ausgestoßen und verliert dabei alle Fortschritte des aktuellen Auftrags bis zum letzten Speicherpunkt. Mir persönlich ist kein Spiel bekannt bei dem dies so umgesetzt wird. Vorallem ist es ja auch Sinn und Zweck den Spieler erst zu warnen, da bei einer Verfolgung durch eine belebte Stadt aus Versehen ein Wurfmesser den Falschen treffen kann. Sollte ein Spieler allerdings gezielt (mehrmals) Zivilisten angreifen wird er bestraft. Die Entwickler halten es nach dem Unschuldprinzip. Einmal kann ein Versehen gewesen sein mehr mals nicht.

Technische Details sind vorallem bei älteren Rechnern zu beachten und eine ständige Internetverbindung wird benötigt, da diese als Kopierschutz dient.

16.10.2010 um 23:16


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