Spielebeurteilung

Super Nintendo Odyssey

08.04.2019
Mario schleudert Cappy und wirbelt die Gegner in die Luft. Anschließend werden sie zu einem Stern-Feuerwerk und lassen eine Münze fallen. Mario kann den verschiedenen Gegnern aber auch ganz klassisch auf den Kopf springen, mit demselben Effekt.
„Itsa me, Mario!“ Der Klempner in blauer Latzhose und roter Schirmmütze ist die wohl populärste Videospiel-Figur im Nintendo Universum. Seit 1981 begegnen wir Mario in unzähligen Spieletiteln auf den unterschiedlichsten Nintendo Spielekonsolen und sein Kultstatus ist weiterhin ungebrochen. Auch dieser Teil wurde wieder mit Bestnoten und Preisen ausgezeichnet.

Mario auf der Odyssey, dem hutähnlichen Luftschiff

Die Hauptspiele der Mario-Reihe zählen alle zum Genre der Jump'n'Run-Spiele, Super Mario Odyssey macht da keine Ausnahme und knüpft an den Erfolgen der früheren Teile an.
Im Laufe der Jahre und in Folge der vielen verschiedenen Spiele traten immer wieder neue Charaktere in die Mario-Welt. Zu den bekanntesten gehören wohl eindeutig sein Bruder Luigi, die Prinzessin Peach, der treue Freund und Dinosaurier Yoshi und natürlich auch Marios Erzfeind Bowser.

Bowser entführt wie üblich die geliebte Prinzessin Peach und möchte sie diesmal auch gleich vor den Traualtar zerren. Mario muss zu Beginn also erstmal hilflos mit ansehen, wie Bowser und die Prinzessin auf einem Luftschiff davonfliegen. Natürlich ist die Aufgabe auch in diesem Teil wieder, die Prinzessin um jeden Preis zu retten. Unterstützung bekommen wir diesmal jedoch durch das merkwürdige Hutwesen „Cappy“ (eine Art Hut mit Augen), welches vor demselben Problem wie Mario steht. Bowser hat diesmal nämlich nicht nur Peach, sondern auch Cappys Schwester Tiara entführt, um sie als Brautschleier für die anstehende Hochzeit zu benutzen. Tiara ist ebenfalls eine Art Hutwesen in Form eines weißen Tuches. Cappy und Mario schließen sich also kurzerhand zusammen, um die Verfolgung aufzunehmen, die geplante Hochzeit zu vereiteln und ihre Geliebten zu befreien.

Mario schleudert Cappy und wirbelt die Gegner in die Luft. Anschließend werden sie zu einem Stern-Feuerwerk und lassen eine Münze fallen. Mario kann den verschiedenen Gegnern aber auch ganz klassisch auf den Kopf springen, mit demselben Effekt.

Dazu brauchen die beiden allerdings erstmal ein geeignetes Transportmittel, Bowser ist schließlich mit Hilfe eines Luftschiffs davongeflogen. Die Odyssey, ein hutähnliches Luftschiff, ist schnell gefunden. Fortan gilt es, Power-Monde in der Spielwelt zu finden, die das Segel der Odyssey vergrößern und uns somit Zugang zu den weiteren Welten verschaffen.

Für die lange Reise setzt sich Cappy auf Marios Kopf und ist fortan mit der roten Schirmmütze verschmolzen. Dahinter verbirgt sich nun auch die neue Fähigkeit: Cappy kann geschleudert werden, wodurch wir Steine und andere Dinge in der Spielwelt zerstören und Gegner ausschalten können. Cappy gibt uns durch die Fähigkeit „Capern“ außerdem die Möglichkeit, mit vielen Lebewesen oder Dingen in den verschiedenen Welten zu verschmelzen. Dadurch werden wir nicht nur zu anderen Wesen, sondern übernehmen plötzlich auch ihre Fähigkeiten und Eigenschaften, die wir uns für verschiedenste Aufgaben zunutze machen können und müssen. So müssen wir zum Beispiel einen Frosch „capern“, um höher zu springen, oder einen großen Dinosaurier, um im Weg liegende Steine zu zertrampeln. Das Spiel bietet uns über 50 Möglichkeiten, Dinge oder Lebewesen zu „capern“ und hält somit immer eine Überraschung bereit.

Die neue Fähigkeit: Capern! Hier hat Mario gerade einen Kettenhund gecapert, zu erkennen an Cappy und dem Schnurrbart.

Der Spielverlauf führt uns durch insgesamt 17 unterschiedliche Welten, in denen wir allerhand verschiedene Gegenstände einsammeln müssen, aber auch die unterschiedlichsten Geschichten erleben. Die Welten sind alle sehr offen gehalten. Man kann von Anfang an überall hin und entdeckt laufend Neues. Dabei gibt es einiges zu sammeln. Es gibt Münzen zu finden, mit denen man sich neue Outfits für Mario kaufen kann sowie weitere Monde, die einem das Weiterkommen erleichtern.
Am Ende steht natürlich der Kampf gegen unseren Erzfeind Bowser und die Befreiung der Prinzessin Peach und Cappys Schwester Tiara an.

Steuerung
Zu Beginn des Spiels bekommen wir in einer Art Tutorial -Welt alle nötigen Spielfunktionen gezeigt, so dass es selbst für Ungeübte unproblematisch ist, die vorerst unkomplizierte Grundsteuerung zu erlernen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es für Geübte keine Herausforderungen mehr gibt. Bestimmte Bewegungen lassen sich nur durch Tastenkombinationen aktivieren. Es ist zum Beispiel möglich, Cappy zu werfen und dann die fliegende Mütze als Sprung-Verlängerung zu nutzen. Dafür bedarf es aber schon einiges mehr an Fingerspitzengefühl und Timing. Ungeübte werden aber auch ohne diese Funktionen gut durch das Spiel kommen.
Es ist außerdem möglich, das Spiel mit den Joy-Controllern zu spielen und bestimmte Aktionen durch Controller-Bewegungen zu steuern. Das funktioniert gut, braucht aber einiges an Übung.

Multiplayer
Super Mario Odyssey kann auch zu zweit im Multiplayer gespielt werden. Dabei steuert einer der beiden Spielenden Mario und die andere Person steuert Cappy. Ähnlich wie im Spiel „Pokémon: Lets Go“ ist die Multiplayerfunktion eher eine Art Sidekick-Variante, die ihre Stärken erst dann voll ausspielt, wenn Eltern mit ihren Kindern gemeinsam spielen wollen, aber weniger Erfahrung im Spiel und der Steuerung haben.
Nach Abschluss des Hauptspiels wird ein Zweispieler-Mini-Game freigeschaltet, bei dem man eine Art Schnitzeljagd auf Zeit mit Mario und Luigi durch die verschiedenen Welten spielen kann. Dieser Modus ist jedoch eher etwas für diejenigen, die die Spielwelt mittlerweile in- und auswendig kennen.

Spielumfang
Der Spielumfang des Spiels ist davon abhängig, wie sehr man sich in die Welten vertieft und wie groß der Entdeckerdrang ist. Wer nur zügig die Hauptgeschichte durchspielen will, schafft das in 12-15 Spielstunden, je nachdem wie die spielerischen Vorerfahrungen sind.
Allerdings gibt es in den verschiedenen Welten unzählige Dinge zu entdecken, einzusammeln und zu erleben. Es ist also ohne weiteres möglich 50 oder mehr Stunden in das Spiel zu investieren, ohne viele Inhalte doppelt zu erleben.
Andreas Langer
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Pädagogische Beurteilung:

Hersteller Nintendo nutzt in der Mario-Hauptreihe immer das gleiche Schema: die Jungfrau in Nöten muss vom tapferen, männlichen Helden gerettet werden. Dieses Schema ist bedenklich, da es unterschwellig ein nicht mehr zeitgemäßes Weltbild und veraltete Rollenklischees vermittelt. Die Reduzierung der Frau auf ein hilfloses Wesen, welches wiederkehrend vom starken, männlichen Helden gerettet werden muss, der für die Rettung immer mit einem Kuss belohnt wird, sollte auch bei Nintendo irgendwann zum Auslauf-Modell werden. In vielen anderen Nintendo-Spielen begegnet Prinzessin Peach den vielen anderen Charakteren aus dem Nintendo-Universum mittlerweile auf Augenhöhe: beim Rennen in Super Mario Kart, beim Prügeln in Super Smash Bros., bei den vielfältigen Herausforderungen in Super Mario Party, Mario + Rabbids Kingdom Battle und Mario Tennis Aces. 2005 drehte Nintendo das Rette-die-Prinzessin-Prinzip im Spin-Off „Super Prinzess Peach“ (für die Nintendo DS ) sogar komplett um und die Prinzessin musste Mario retten. Ein zweiter Teil wird von der Nintendo-Fangemeinde mittlerweile sehnlichst gewünscht und kann der Spielereihe nur guttun.

Mario und Luigi sind Kindern schon in der Grundschule bekannt. Am Spielprinzip hat sich mit Blick auf die Jump‘n‘Run-Vorgänger nur wenig verändert. Das Spiel bietet eine Menge Unterhaltung und viele Geschichten. Dabei können immer wieder neue Dinge entdeckt und teilweise knifflige Rätsel gelöst werden. Trotz der Fülle an Inhalten ist die Luft pro Spielwelt nach zwei bis drei Stunden raus - was jedoch nicht heißt, dass man die Lust am Spiel verliert. Vielmehr kann man sich den Spielwelten in einzelnen Etappen widmen.

Tipp: Eltern können die Spielzeit gut mithilfe der verschiedenen Spielwelten begrenzen. In einer der 17 Welten kann man sich ungefähr zwei bis drei Stunden aufhalten und hat dann so ziemlich alles gefunden. Da sich die Spielwelten optisch gut voneinander unterscheiden, ist für Eltern gut erkennbar, wenn das Kind ins nächste Level gewechselt ist.


Das Spiel kommt gänzlich ohne explizite Inhalte aus und die Spielwelten sind in einem bunten, comicartigen und Kinder ansprechenden Grafikstil gehalten. Nur sehr wenige Inhalte könnten kleinere Kinder gruseln. Mario und Cappy können nicht sterben, sie verlieren lediglich ein paar ihrer gesammelten Münzen, wenn sie in einen Abgrund fallen. Es gibt also kein Game Over, selbst wenn Spielerinnen und Spieler mal keine Münzen mehr übrighaben sollten.

Aufgrund der oben genannten Punkte und der leichten Steuerung mit einer sich langsam steigernden Komplexität empfehlen wir das Spiel ab 8 Jahren, gern gemeinsam mit den Eltern.

Fazit:

Mario Odyssey ist ein tolles Spiel für Groß und Klein mit vielen Geschichten, einigen Rätseln und Knobelinhalten für die ganze Familie. Auch abwechselnd spielen oder zusehen macht bei diesem Spiel Spaß.
Andreas Langer
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Bildnachweise

[1]Super Nintendo Odyssey / Nintendo / Pressematerial[2]Super Nintendo Odyssey / Nintendo / Screenshot by spielbar.de[3]Super Nintendo Odyssey / Nintendo / Screenshot by spielbar.de[4]Super Nintendo Odyssey / Nintendo / Screenshot by spielbar.de[5]Pokémon: Let's Go / The Pokémon Company & Nintendo / Screenshot by spielbar.de[6]Screenshot Redaktion spielbar.de[7]igdb.com, Presskit The Legend of Zelda: Breath of the Wild[8]Paper Mario: Color Splash Pressematerial, Nintento[9]Pressematerial, Nintendo[10]Pressematerial, Nintendo