Spielebeurteilung

Ivy the Kiwi?

05.01.2011
Einsames Küken auf verzweifelter Suche nach der eigenen Mutter benötigt Hilfe von außen. Hinter der rührenden Geschichte steckt ein Geschicklichkeitsspiel mit innovativer Spielsteuerung. Bietet zum Teil knifflige Herausforderungen für alle Altersgruppen.


Die kleine Ivy ist ein einzigartiges Vogeljunges. Ihre Federn sind so rot wie Feuer und obwohl sie Flügel besitzt kann sie nicht fliegen. Ist sie vielleicht ein Vogel der Familie der Kiwis? Sie weiß es nicht. Frisch geschlüpft ist das Junge ganz auf sich allein gestellt. Von der Vogelmama ist weit und breit nichts zu sehen. Einsam und verzweifelt rennt Ivy los, ihre Mama zu suchen.

Einer Fährte von orangefarbenen Federn folgend begibt sich Ivy auf eine lange Reise. Sie legt keine Pause ein, ist immer in Bewegung. Unbeholfen wie sie ist achtet sie dabei nicht auf die Gefahren, die sich ihr in den Weg stellen. Hier sind die Spielenden gefragt. Sie müssen Ivy beispielsweise vor schmerzenden Zacken oder lebensgefährlichen Ratten und Krähen bewahren. Ivy selbst können sie nicht steuern, stattdessen müssen sie versuchen, von außen auf das Vogeljunge einzuwirken. Dazu zeichnen die Spielenden mit dem Wii-Controller Efeuranken, auf denen Ivy läuft und die Ivy als alternative Wege dienen. Auf die Art und Weise können schädliche Hindernisse und Gräben gefahrlos überwunden werden.

Der Einzelspielermodus umfasst über 100 Level, durch die Ivy unbeschadet hindurchgeführt werden muss. Auf Wunsch können innerhalb der Level im Kooperationsmodus auch zwei Spielende kooperativ agieren und sich gegenseitig unterstützen.

Im Mehrspielermodus können dann bis zu vier Spielende gegeneinander antreten. Dargestellt wird dieser Modus im Split Screen. Hier zählt unter anderem die Geschwindigkeit, in der die Spielenden die Level meistern. Ein Scheitern wirkt sich in dem Modus lediglich auf die insgesamt benötigte Zeit aus. Die Schwierigkeit: Die Spielenden können Efeuranken auch in den Bildschirmen der Mitspielenden ziehen und sich somit gegenseitig behindern.
Anne Sauer
Dieses Spiel wurde getestet von:

Pädagogische Beurteilung:

Plattformer, also Spiele in denen das Springen von Plattform zu Plattform elementarer Bestandteil ist, sind nichts Neues. Bereits seit über 15 Jahren findet dieses typische Jump’n’Run-Prinzip in Spielen wie beispielsweise Super Mario Anwendung. Ivy the Kiwi? ist im Grunde genommen ein solcher Plattformer. Die Besonderheit hier ist aber die innovative Steuerung, die dem alten Prinzip wieder neues Leben einhaucht und das Spiel zu einem Geschicklichkeitsspiel mutieren lässt. Statt, wie sonst üblich, die Rolle der Protagonisten zu übernehmen, können die Spielenden hier lediglich von außen auf den Hauptcharakter einwirken. Die Efeulianen richtig zu positionieren, erfordert von den Spielenden einiges an Geschicklichkeit und eine gute Hand-Augen-Koordination. Ivy ist durchgängig in Bewegung. Dadurch bleibt den Spielenden nur wenig Zeit zum Planen ihrer Aktionen. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass lediglich drei Lianen gleichzeitig auf dem Bildschirm vorhanden sein können. Wird eine vierte gezogen, verschwindet die erste wieder. Schnelle Entscheidungsfindung und geringe Reaktionszeit sind hier klar von Vorteil. Der Schwierigkeitsgrad steigt mit zunehmendem Spielverlauf stark an. Gerade in den höheren Level muss mit Frustmomenten gerechnet werden. Denn Checkpoints gibt es nicht. Das heißt, die Spielenden müssen bei einem möglichen Scheitern das gesamte Level wiederholen.

Der handgezeichnete Grafikstil und die ruhige Hintergrundmusik versprühen durchgängig eine warme, familienfreundliche Atmosphäre. Die kleine niedliche Protagonistin weckt sofort den Beschützerinstinkt. Das motiviert zum Weiterspielen, möchte man doch Vogeljunges und Mutter wieder glücklich vereint sehen. Die rührende Geschichte lässt über die stark eingeschränkte Farbpalette hinwegsehen, unter der die Abwechslung etwas leidet.

Fazit:

Ivy the Kiwi? ist ein charmantes Spiel für alle Altersklassen. Es ermöglicht dank der intuitiven Steuerung einen problemlosen Einstieg für junge Spielende ohne viel Spielerfahrung. Gleichzeitig bietet es geübten Spielenden genügend Herausforderungen, um Langeweile auszuschließen. Bei Problemen in höheren Level bietet sich der Kooperationsmodus förmlich an. Kinder und Eltern können sich hier gegenseitig unterstützen und so gemeinsam schwierige Passagen überwinden. Mit einer solchen Unterstützung können bereits Kinder ab sechs Jahren Spaß an dem Spiel haben.
Anne Sauer
Dieses Spiel wurde beurteilt von:

Siehe auch

Spielebeurteilung

Max and the Magic Marker

Das Spiel vereint Elemente des Jump ’n’ Run mit denen eines Adventures. Ausgestattet mit einem digitalen, magischen Stift lösen die Spielenden kreative Rätsel. Individuelle Lösungen sind vorprogrammiert und sorgen für Spaß bei Jung und Alt. Unserer Spieletester vom Infocafe Neu-Isenburg empfehlen es weiter!

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Bildnachweise

[1]Spielbar.de[2]Der magische Stift / THQ / nintendo.de

1 Kommentar

Anne Sauer (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Plattformer, also Spiele in denen das Springen von Plattform zu Plattform elementarer Bestandteil ist, sind nichts Neues. Bereits seit über 15 Jahren findet dieses typische Jump’n’Run-Prinzip in Spielen wie beispielsweise Super Mario Anwendung. Ivy the Kiwi? ist im Grunde genommen ein solcher Plattformer. Die Besonderheit hier ist aber die innovative Steuerung, die dem alten Prinzip wieder neues Leben einhaucht und das Spiel zu einem Geschicklichkeitsspiel mutieren lässt. Statt, wie sonst üblich, die Rolle der Protagonisten zu übernehmen, können die Spielenden hier lediglich von außen auf den Hauptcharakter einwirken. Die Efeulianen richtig zu positionieren, erfordert von den Spielenden einiges an Geschicklichkeit und eine gute Hand-Augen-Koordination. Ivy ist durchgängig in Bewegung. Dadurch bleibt den Spielenden nur wenig Zeit zum Planen ihrer Aktionen. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass lediglich drei Lianen gleichzeitig auf dem Bildschirm vorhanden sein können. Wird eine vierte gezogen, verschwindet die erste wieder. Schnelle Entscheidungsfindung und geringe Reaktionszeit sind hier klar von Vorteil. Der Schwierigkeitsgrad steigt mit zunehmendem Spielverlauf stark an. Gerade in den höheren Level muss mit Frustmomenten gerechnet werden. Denn Checkpoints gibt es nicht. Das heißt, die Spielenden müssen bei einem möglichen Scheitern das gesamte Level wiederholen.

Der handgezeichnete Grafikstil und die ruhige Hintergrundmusik versprühen durchgängig eine warme, familienfreundliche Atmosphäre. Die kleine niedliche Protagonistin weckt sofort den Beschützerinstinkt. Das motiviert zum Weiterspielen, möchte man doch Vogeljunges und Mutter wieder glücklich vereint sehen. Die rührende Geschichte lässt über die stark eingeschränkte Farbpalette hinwegsehen, unter der die Abwechslung etwas leidet.

Ivy the Kiwi? ist ein charmantes Spiel für alle Altersklassen. Es ermöglicht dank der intuitiven Steuerung einen problemlosen Einstieg für junge Spielende ohne viel Spielerfahrung. Gleichzeitig bietet es geübten Spielenden genügend Herausforderungen, um Langeweile auszuschließen. Bei Problemen in höheren Level bietet sich der Kooperationsmodus förmlich an. Kinder und Eltern können sich hier gegenseitig unterstützen und so gemeinsam schwierige Passagen überwinden. Mit einer solchen Unterstützung können bereits Kinder ab sechs Jahren Spaß an dem Spiel haben.

05.01.2011 um 19:04


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