Spielebeurteilung

Farmville

19.04.2011
Die simulierte Farmpflege für zwischendurch glänzt durch eine schöne, animierte Welt und den einfachen Zugang. Zahlreiche Möglichkeiten zur Gestaltung und wechselnde Dekoration garantieren Unterhaltung über lange Zeit. Die Ankopplung an eine Social Community bringt aber auch einige Probleme mit sich.
Farmville ist ein Browsergame, bei dem der Spieler eine eigene Farm aufbauen, vergrößern, Tiere hüten und mit Freunden kommunizieren kann. Mit rund 74 Millionen Nutzern weltweit ist Farmville momentan eines der beliebtesten Browsergames überhaupt.

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In FarmVille baut man seinen eigenen Bauernhof auf.

Alles beginnt mit einer kleinen grünen Wiese auf der ein Männchen steht. Ziel des Spiels ist es, diese Grünfläche zu einer großen attraktiven Farm umzugestalten. Dabei stehen dem Nutzer verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Er kann Felder anlegen und im Marktplatz – dem zentralen Einkaufsplatz des Spiels – verschiedene Samen kaufen, Bäume pflanzen und ernten, Tieren ein zuhause geben oder einfach ein Haus bauen oder Dekorationen aufstellen. Mit jeder Aktion bekommt der Nutzer Experience-Points (Erfahrungspunkte) und steigt damit in höhere Level auf. Je höher der Level der Spielenden ist, desto mehr Möglichkeiten stehen ihnen auf dem Marktplatz des Spiels zur Verfügung.

Für jeden Kauf muss der Spieler eine bestimmte Menge Farmcoins zahlen. Dafür bekommt er aber beispielweise für das Ernten seiner Felder mehr Geld ausbezahlt als die Samen kosteten. Einige Artikel werden im Marktplatz nur gegen sogenanntes Farmcash verkauft. Pro aufgestiegenen Level bekommt der Nutzer einen Farmcash auf sein Konto gutgeschrieben. Wenn er mehr Farmcash haben möchte, muss er diese Spielwährung für echtes Geld kaufen.

Spiel-Shop
Im „Markt“ können Werkzeuge und Saatgüter gegen Spielgeld oder Echtgeld erworben werden.
Weiterhin kann man bei Farmville Freunde zum Spiel einladen und als Nachbarn markieren. Das ermöglicht einem Präsente zu verschenken und seinen Freunden zum Beispiel beim Füttern seiner Hühner zu helfen. Für das Helfen seiner Freunde bekommt man zusätzliche Erfahrungspunkte und Farmcoins. Um seine Farm im Laufe des Spiels konstant zu erweitern und zu vergrößern, braucht man eine jeweils bestimmte Anzahl an Freunden oder eine bestimmte Menge an Farmcash.

Spielszene mit Tieren
Facebook-Kontakte können als „Nachbarn“ hinzugefügt werden (unten im Bild).

Durch die Plattform Facebook wird die Möglichkeit gegeben, sich untereinander über das Spiel auszutauschen und zum Beispiel neue Errungenschaften auf der eigenen Profilseite zu veröffentlichen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, seine Farm mit den Farmen seiner Freunde zu vergleichen und ihnen eine persönliche Nachricht zu hinterlassen.
Spieleratgeber NRW
Dieses Spiel wurde getestet von:

Pädagogische Beurteilung:

Um Farmville spielen zu können muss man sich bei der Social Community Facebook anmelden. Eine Anmeldung bei Facebook ist erst ab 13 Jahren möglich. Ob jemand aber wirklich sein richtiges Alter angibt wird hierbei nicht durch ein Altersverifikationssystem überprüft. Ohne eine Anmeldung ist das Spiel jedoch nicht spielbar. Hat man diese Hürde überwunden und das Spiel als Applikation zum eigenen Facebook-Account hinzugefügt, ist die Spielsteuerung durchaus einfach gehalten. Sie erfolgt ausnahmslos über die Computermaus und ist dabei selbsterklärend und intuitiv. Die Menüs sind übersichtlich gehalten und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Farmville spricht durch diesen einfachen Zugang und sein Thema sicherlich nicht in erster Linie den klassischen Computerspieler an, sondern auch viele Nutzer, die außerhalb der Social Community keine Berührungen mit digitalen Spielen haben.

Durch die Ankoppelung an die Social Community Facebook sind vor allem in Hinblick auf jüngere Benutzer neue Problemfelder auszumachen. Während der Nutzer bei anderen, freien Browsergames bisher überwiegend anonym im Netz unterwegs war, steigt er über Facebook mit vielen persönlichen Daten wie zum Beispiel seinem Namen, seinem Profilbild, seinem Geburtstag und seinen Interessen und Hobbies in das Spiel ein. Dadurch legt Zynga, der Betreiber des Spiels, nicht nur eine virtuelle Akte über jeden Spieler an, sondern kann zusätzlich auch gezielt Werbung für den jeweiligen Nutzer schalten. "Die Datenschutzerklärung ist teilweise sehr vage und der Anbieter behält sich vor, so gut wie alles abzurufen", sagt dazu Henry Krasemann vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig- Holstein.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

Farmville ist ein ansehnliches Spiel für zwischendurch und glänzt durch seine schöne animierte Welt und den einfachen Zugang. Je weiter man in dem Spiel kommt, desto zeitaufwändiger wird es jedoch, die eigene Farm zu pflegen. Die Faszination im Spiel ist, dass man seine Farm immer wieder grundlegend verändern kann und einem mit jedem höheren Level mehr Möglichkeiten der Gestaltung zur Verfügung stehen. Durch neue Funktionen und limitierte Editionen die immer wieder ins Spiel gebracht werden, wird der Nutzer dauerhaft am Spielen gehalten. Durch den entstehenden Leistungsdruck innerhalb des Freundeskreises sollte man aber die entstehenden Spielzeiten nicht unterschätzen. Daher sollte das Spiel erst von Jugendlichen ab 14 Jahren gespielt werden, die in der Lage sind reflektiert mit den eigenen Spielzeiten umzugehen. Eine pädagogische Auseinandersetzung über das Thema exzessives Spielen erscheint auch für diese Altersgruppe trotzdem von Nöten.
Spieleratgeber NRW
Dieses Spiel wurde beurteilt von:

Siehe auch

Social Games bei Facebook

Social Games - Die Community als Spieleplattform

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satirisches Social-Game Cow Clicker

Stupides Klicken in zeitlichen Intervallen

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Im Spiel Hay Day lassen sich Münzen und Edelsteine gegen Echtgeld erwerben. Der „Wechselkurs“ schwankt jedoch von Paket zu Paket.

Informiert sein über Free-to-play-Apps

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2 Kommentare

Markus Sindermann schreibt:

Um Farmville spielen zu können muss man sich bei der Social Community Facebook anmelden. Eine Anmeldung bei Facebook ist erst ab 13 Jahren möglich. Ob jemand aber wirklich sein richtiges Alter angibt wird hierbei nicht durch ein Altersverifikationssystem überprüft. Ohne eine Anmeldung ist das Spiel jedoch nicht spielbar. Hat man diese Hürde überwunden und das Spiel als Applikation zum eigenen Facebook-Account hinzugefügt, ist die Spielsteuerung durchaus einfach gehalten. Sie erfolgt ausnahmslos über die Computermaus und ist dabei selbsterklärend und intuitiv. Die Menüs sind übersichtlich gehalten und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Farmville spricht durch diesen einfachen Zugang und sein Thema sicherlich nicht in erster Linie den klassischen Computerspieler an, sondern auch viele Nutzer, die außerhalb der Social Community keine Berührungen mit digitalen Spielen haben.

Durch die Ankoppelung an die Social Community Facebook sind vor allem in Hinblick auf jüngere Benutzer neue Problemfelder auszumachen. Während der Nutzer bei anderen, freien Browsergames bisher überwiegend anonym im Netz unterwegs war, steigt er über Facebook mit vielen persönlichen Daten wie zum Beispiel seinem Namen, seinem Profilbild, seinem Geburtstag und seinen Interessen und Hobbies in das Spiel ein. Dadurch legt Zynga, der Betreiber des Spiels, nicht nur eine virtuelle Akte über jeden Spieler an, sondern kann zusätzlich auch gezielt Werbung für den jeweiligen Nutzer schalten. "Die Datenschutzerklärung ist teilweise sehr vage und der Anbieter behält sich vor, so gut wie alles abzurufen", sagt dazu Henry Krasemann vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig- Holstein.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:
Farmville ist ein ansehnliches Spiel für zwischendurch und glänzt durch seine schöne animierte Welt und den einfachen Zugang. Je weiter man in dem Spiel kommt, desto zeitaufwändiger wird es jedoch, die eigene Farm zu pflegen. Die Faszination im Spiel ist, dass man seine Farm immer wieder grundlegend verändern kann und einem mit jedem höheren Level mehr Möglichkeiten der Gestaltung zur Verfügung stehen. Durch neue Funktionen und limitierte Editionen die immer wieder ins Spiel gebracht werden, wird der Nutzer dauerhaft am Spielen gehalten. Durch den entstehenden Leistungsdruck innerhalb des Freundeskreises sollte man aber die entstehenden Spielzeiten nicht unterschätzen. Daher sollte das Spiel erst von Jugendlichen ab 14 Jahren gespielt werden, die in der Lage sind reflektiert mit den eigenen Spielzeiten umzugehen. Eine pädagogische Auseinandersetzung über das Thema exzessives Spielen erscheint auch für diese Altersgruppe trotzdem von Nöten.

19.04.2010 um 15:48
0213 /// »I’m clicking a cow!« – Die Parodie d schreibt:

[...] eine Art Satire, ein Facebook-Spiel über Facebook-Spiele. Als solches ahmt es Social Games wie FarmVille & Co nach, reduziert sie jedoch auf ihre elementaren Strukturen und [...]

15.07.2011 um 09:15


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