Spielebeurteilung

Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf

29.07.2009
Ein Rätselspaß für Jung und Alt! Durch die spannende Geschichte wirken die Aufgaben lebendig und laden besonders Kinder zum Grübeln ein. Die Eltern bleiben jedoch nicht lange verschont, schließlich kommt man gemeinsam besser voran.
Im kleinen Dorf Saint-Mystère ist ein reicher Baron verstorben. Sein Testament ist jedoch etwas seltsam. Von einem goldenen Apfel ist dort die Rede. Wer ihn findet, erbt den kompletten Nachlass. Die Familie des betuchten Herrn wendet sich an den berühmten Archäologe und Rätselliebhaber Professor Layton. Dieser soll das Geheimnis um den letzten Willen des Barons lüften. Layton macht sich, in Begleitung seines jungen Assistenten Luke, auf den Weg nach Saint-Mystère. Schließlich vermutet er dort einen mysteriösen Fall. Doch nicht nur er hat eine Schwäche für Denkaufgaben, auch die Bewohner des Dorfes sind echte Rätselfans und konfrontieren das Forscher-Duo mit einer Kopfnuss nach der anderen.
Prof. Layton geht mit Luke dem Geheimnis um den verstorbenen Baron nach.

In den Rollen von Professor und Assistent müssen die Spielenden nun das Dorf erkunden. Sie berühren mit Stift und Touchscreen alles, was ihnen interessant erscheint. Auf diese Weise entdecken sie Gegenstände und neue Aufgaben. Außerdem trifft man im Dorf auf verschiedenste Personen, die ebenfalls Hinweise oder Rätsel parat haben. Nur durch das Lösen der kleinen Denkaufgaben kann man die großen Geheimnisse und Mysterien des Spieles lüften.

Um zum Ziel zu kommen, müssen verschiedene Rätsel und Denkaufgaben gelöst werden.

zu Deutsch: Bringe die drei Wölfe und die drei Küken, die du unten siehst, ans andere Ufer des Flusses. Beachte dabei folgende Regeln: Es können nicht mehr als zwei Tiere gleichzeitig transportiert werden. Das Floß bewegt sich nur, wenn sich mindestens ein Tier darauf befindet. Wenn mehr Wölfe als Küken an einem Ufer sind, fressen die Wölfe die Küken auf und du musst von vonr anfangen.
Du darfst das Floß beliebig oft bewegen. Die schnellste Lösung benötigt nur elf Züge.
Die Palette der über 130 Miniaufgaben reicht von Bilderrätseln über Aufträge, die logisches Denken erfordern, bis hin zu Wahrscheinlichkeitsrechnung. Gemein ist allen Herausforderungen, dass sie in kuriose Geschichten eingebettet sind. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade werden in der Einheit Pikarat angegeben. Mit jeder falschen Antwort verringert sich der Lohn für gelöste Rätsel. Neben Pikarat erhält man auch Hinweise oder Gegenstände für absolvierte Aufgaben. Kommt man einmal gar nicht weiter, lassen sich bis zu drei Tipps pro Denkaufgabe anzeigen.
zu Deutsch:
Stelle Dir eine Digitaluhr, wie unten abgebildet vor.
Wie häufig wird die Uhr die gleiche Zahl mindestens dreimal, aber maximal viermal über den Tagesverlauf anzeigen?

Die Uhr zeigt den Tagesverlauf im 12-Stunden Format an.

Neben den Geheimnissen und Rätseln gibt es im Spiel noch drei Spezialaufgaben. Die anfänglich leerstehenden Zimmer vom Professor und von Luke müssen mit diversen Einrichtungsgegenständen wohnlicher gemacht werden. Weiterhin gilt es ein Bauteilrätsel und ein Gemäldepuzzle zu lösen. Die dafür nötigen Elemente erhält man erst im Laufe des Spieles. Über den Koffer des Professors lassen sich ein Index über alle bisherigen Rätsel, ein Tagebuch sowie das Geheimnisverzeichnis öffnen. Zusätzliche Rätsel kann man über das Internet herunterladen.
Spieleratgeber NRW
Dieses Spiel wurde getestet von:

Pädagogische Beurteilung:

Man muss es mit einem großen "leider" konstatieren, aber es hilft ja nichts an der Wirklichkeit vorbei zu reden: Adventures sind out. Natürlich wird immer noch eine breit Front an Abenteuerspielen hergestellt, doch Kinder und Jugendliche fahren nur selten auf dieses Genre ab, was doch, gerade aus pädagogischer Sicht, so viele fördernde und fordernde Besonderheiten in sich trägt. Man findet Dinge, sammelte sie auf, setzt sie gegebenenfalls zusammen oder nutzt sie einzeln oder in Kombination mit anderen Gegenständen, um eine Vorrichtung zum Laufen zu bringen, andere Dinge zu verschieben und letztlich damit ein kompliziertes Rätsel zu knacken - das ist das Wesen der Adventures, die früher nur an PCs mit Maus denkbar waren, heutzutage auch vor allem auf tragbaren Konsolen gespielt werden. Aber, wie schon geschrieben, leider nicht von Kindern und Jugendlichen, sondern eher von einem erwachsenen Publikum, die mit diesem Genre groß geworden sind. Es mag am Spieltempo liegen, dass Adventures aus der Mode gekommen sind. Der heutige Trend geht eher dahin, Spiele zu kaufen und letztlich damit auch herzustellen, die schnell erklärt sind und nahe der Reizüberflutung mit schnellen Bildern und viel Action aufwarten. So passen sich auch die aktuellen Spiele dem gesellschaftlichen Tempo an, das vor 15 - 20 Jahren, als Adventures ihre Hochphase erlebten, noch ein ganz anderes war.

"Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf" lässt, glaubt man den Verkaufszahlen, Adventures wieder aufleben, so erfolgreich wurde das Spiel unters Volk gebracht. Doch bevor sich Nostalgiker freuen können, sei gesagt, dass das Spiel nur in Grundzügen dem eines früheren Abenteuerspiels entspricht. Denn das Knacken der Kriminalfälle, die die Geschichte von "Professor Layton und geheimnisvolle Dorf" ausmachen, ist hier nur indirekt möglich. Es sind die für sich stehenden Rätsel, die das Spiel ein Genre weiterrücken, nämlich zu den Denkspielen. Im Gegensatz zu Adventures, in denen die Rätsel in das Spielgeschehen eingebaut sind und sich erst nach und nach als erwähnenswerte Knobelei erweisen, sind die hiesigen Kopfnüsse schematisch abgeriegelt. Es gibt eine feststehende Fragestellung, die klar und verständlich ist, und die dann mit Hilfe von drei Hinweisen (die aber nicht in Anspruch genommen werden müssen) zu lösen ist. Solche Rätsel, die zum Teil nach einer Fragestellung einer Mathearbeit klingen, locken immer. Ein jeder Spieler unserer Testergruppe, egal mit welchen genretechnischen Vorlieben gesegnet, wollte sich beweisen, da man überzeugt davon war die Aufgaben auch lösen zu können. Es ist eine seltsame Faszination, die solche mathematische, physikalische oder auch optische Rätsel auslösen. Mit dem Gedanken "nichts ist unmöglich" versucht man sich daran, in der Hoffnung, dass sie auf die Schnelle zu lösen sind und man sich in der Gruppe für kurz als Held erweisen kann. "Das sind doch nur ein paar Zahlen, das muss doch irgendwie klappen", vermutete auch einer unserer Tester (15). Doch auch wenn die Wahrheit anders aussieht und größere Probleme unumgänglich sind, hielt sich die Motivation bis zuletzt in unserer Gruppe. Denn noch größer als der Ärger über den nicht gewussten Lösungsweg, ist die Spannung wie dieser denn jetzt aussieht.

Fazit:

"Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf" ist ein fabelhafter Geniestreich, der sowohl grafisch, soundtechnisch und in Sachen Gameplay begeistert. Die Spieldialoge sind witzig und geistreich, die Gestaltung und die musische Untermalung sind künstlerisch anspruchsvoll. Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren können mit und ohne Unterstützung eintreten in eine durch und durch stimmige Atmosphäre, die nur unterbrochen wird von über 130 kniffligen wie genialen Rätseln. Eltern und Pädagogen sind dazu aufgerufen Hilfestellung auf Augenhöhe zu leisten und gemeinsam mit den Jugendlichen die zum Teil ausgefuchsten Lösungswege zu finden.
Pausen setzt das Spiel sich selbst, denn nach einer besonders schwierigen Rätsellösung möchten die meisten Spieler erstmal etwas Abstand gewinnen. Diese Erfahrung zeigte sich auch in der Testergruppe, in der sich "Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf" als großer Erfolg erwies.
Spieleratgeber NRW
Dieses Spiel wurde beurteilt von:

Siehe auch

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Bildnachweise

[1]Spielbar.de[2]Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf / Nintendo / mobygames.com[3]Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf / Nintendo / igdb.com[4]Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf / Nintendo / mobygames.com[5]20.000 Meilen unter dem Meer / Prime Games / amazon.de[6]Nintendo

2 Kommentare

Christin (11 Jahre) schreibt:

In dem Spiel geht es darum, einen goldenen Apfel zu finden. Dazu müssen allerhand Rätsel gelöst werden. Das ist aber gar nicht so einfach und man braucht bei mehr als 130 Rätseln ganz viel Köpfchen. Die Grafik ist sehr schön und gefällt mir gut. Der Ton passt super dazu.

Die Handlung ist so gemacht, dass man, wenn man etwas haben möchte und im Spiel vorankommen will, ein Rätsel lösen muss. Dabei musste ich manchmal sogar einen Erwachsenen fragen, ob man mir helfen könnte. Doch auch die knackten nicht alle Rätsel ohne weitere Hinweise.

Trotz der schwierigen Rätsel gefällt mir das Spiel sehr gut. Es ist eine echte Herausforderung und das Lösen macht deshalb großen Spaß. Ich würde es Kindern und auch Erwachsenen empfehlen.

29.07.2009 um 13:44
Markus Wollmann (Spieleratgeber NRW) schreibt:

Man muss es mit einem großen "leider" konstatieren, aber es hilft ja nichts an der Wirklichkeit vorbei zu reden: Adventures sind out. Natürlich wird immer noch eine breit Front an Abenteuerspielen hergestellt, doch Kinder und Jugendliche fahren nur selten auf dieses Genre ab, was doch, gerade aus pädagogischer Sicht, so viele fördernde und fordernde Besonderheiten in sich trägt. Man findet Dinge, sammelte sie auf, setzt sie gegebenenfalls zusammen oder nutzt sie einzeln oder in Kombination mit anderen Gegenständen, um eine Vorrichtung zum Laufen zu bringen, andere Dinge zu verschieben und letztlich damit ein kompliziertes Rätsel zu knacken - das ist das Wesen der Adventures, die früher nur an PCs mit Maus denkbar waren, heutzutage auch vor allem auf tragbaren Konsolen gespielt werden. Aber, wie schon geschrieben, leider nicht von Kindern und Jugendlichen, sondern eher von einem erwachsenen Publikum, die mit diesem Genre groß geworden sind. Es mag am Spieltempo liegen, dass Adventures aus der Mode gekommen sind. Der heutige Trend geht eher dahin, Spiele zu kaufen und letztlich damit auch herzustellen, die schnell erklärt sind und nahe der Reizüberflutung mit schnellen Bildern und viel Action aufwarten. So passen sich auch die aktuellen Spiele dem gesellschaftlichen Tempo an, das vor 15 - 20 Jahren, als Adventures ihre Hochphase erlebten, noch ein ganz anderes war.

"Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf" lässt, glaubt man den Verkaufszahlen, Adventures wieder aufleben, so erfolgreich wurde das Spiel unters Volk gebracht. Doch bevor sich Nostalgiker freuen können, sei gesagt, dass das Spiel nur in Grundzügen dem eines früheren Abenteuerspiels entspricht. Denn das Knacken der Kriminalfälle, die die Geschichte von "Professor Layton und geheimnisvolle Dorf" ausmachen, ist hier nur indirekt möglich. Es sind die für sich stehenden Rätsel, die das Spiel ein Genre weiterrücken, nämlich zu den Denkspielen. Im Gegensatz zu Adventures, in denen die Rätsel in das Spielgeschehen eingebaut sind und sich erst nach und nach als erwähnenswerte Knobelei erweisen, sind die hiesigen Kopfnüsse schematisch abgeriegelt. Es gibt eine feststehende Fragestellung, die klar und verständlich ist, und die dann mit Hilfe von drei Hinweisen (die aber nicht in Anspruch genommen werden müssen) zu lösen ist. Solche Rätsel, die zum Teil nach einer Fragestellung einer Mathearbeit klingen, locken immer. Ein jeder Spieler unserer Testergruppe, egal mit welchen genretechnischen Vorlieben gesegnet, wollte sich beweisen, da man überzeugt davon war die Aufgaben auch lösen zu können. Es ist eine seltsame Faszination, die solche mathematische, physikalische oder auch optische Rätsel auslösen. Mit dem Gedanken "nichts ist unmöglich" versucht man sich daran, in der Hoffnung, dass sie auf die Schnelle zu lösen sind und man sich in der Gruppe für kurz als Held erweisen kann. "Das sind doch nur ein paar Zahlen, das muss doch irgendwie klappen", vermutete auch einer unserer Tester (15). Doch auch wenn die Wahrheit anders aussieht und größere Probleme unumgänglich sind, hielt sich die Motivation bis zuletzt in unserer Gruppe. Denn noch größer als der Ärger über den nicht gewussten Lösungsweg, ist die Spannung wie dieser denn jetzt aussieht.

» vollständige Beurteilung

Fazit:
"Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf" ist ein fabelhafter Geniestreich, der sowohl grafisch, soundtechnisch und in Sachen Gameplay begeistert. Die Spieldialoge sind witzig und geistreich, die Gestaltung und die musische Untermalung sind künstlerisch anspruchsvoll. Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren können mit und ohne Unterstützung eintreten in eine durch und durch stimmige Atmosphäre, die nur unterbrochen wird von über 130 kniffligen wie genialen Rätseln. Eltern und Pädagogen sind dazu aufgerufen Hilfestellung auf Augenhöhe zu leisten und gemeinsam mit den Jugendlichen die zum Teil ausgefuchsten Lösungswege zu finden.
Pausen setzt das Spiel sich selbst, denn nach einer besonders schwierigen Rätsellösung möchten die meisten Spieler erstmal etwas Abstand gewinnen. Diese Erfahrung zeigte sich auch in der Testergruppe, in der sich "Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf" als großer Erfolg erwies.

29.07.2009 um 13:47


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