Geosocial Games

Spielend unterwegs in der eigenen Nachbarschaft

28.05.2013
Wenn Gamer in Zukunft vor die Tür gehen, um mit dem Handy zu spielen, liegt es vielleicht an einem neuen Spieltrend. Die Verbindung von ortsbasierten Spielen mit sozialen Funktionen fordert Teamwork und Mobilität. Die eigene Nachbarschaft wird zum Spielfeld. Einblicke in den Trend der Geosocial Games.

In Ingress ringen die "Erleuchteten" mit dem "Widerstand" um die virtuelle Eroberung realer Orte.
Bei Ingress wird das eigene Smartphone zu Scanner, Datenbank und Kommunikator zugleich. Das Ziel: sogenannte Portale, die in der gesamten Stadt verteilt sind, aufsuchen und einnehmen. Je mehr Portale eingenommen werden, umso besser. Zusammen mit anderen Gamern ringt man so um die Vorherrschaft in der eigenen Nachbarschaft. Ingress deutet einen möglichen Zukunftstrend an, der Augmented Reality Games mit Location-Based Games und umfangreichem Teamwork verbindet.

Während ein großer Teil der Gamer-Community noch zu Hause vor dem Computer oder der Konsole sitzt, treibt es andere zum Spielen nach draußen auf die Straße. Location Based Games (LBG) und GPS-Empfänger (z.B. in Smartphones) machen es möglich, mit interaktiven Spielen die Straße zu erobern.

Das bereits erwähnte Ingress nutzt, wie viele LBG, frei verfügbares Kartenmaterial und fügt diesem eigene Spielinformationen hinzu. Plötzlich sind überall in der Stadt fremdartige Portale verteilt, durch die eine fremde Macht einzudringen versucht. Das Smartphone ist dabei der Schlüssel in diese, eigentlich unsichtbare Welt. Mit Hilfe der App können die Portale geortet, verstärkt und angegriffen werden. Außerdem fungiert es als Kommunikator mit Gleichgesinnten und Energiespeicher. Das Handy eröffnet also den Zugang zu einer erweiterten Realität und wird zugleich Bestandteil des Spiels. Zusammen mit zahlreichen anderen Spielerinnen und Spielern in zwei Fraktionen versucht man so einen großen Teil der Stadt unter seine Kontrolle zu bringen – da bleibt es nicht aus, dass man unterwegs auch anderen, zuvor unbekannten Agenten begegnet.


Ein weiterer aktueller Vertreter der mobilen social Games ist Shadow Cities. Hier übernimmt man die Rolle einer Magierin bzw. eines Magiers, der mit Hilfe des Smartphones die Magieströme der Welt wahrnehmen und manipulieren kann. Gesten auf dem Touchscreen lösen dabei verschiedene Zauber aus, die gegnerische Magier oder magische Geister verletzen oder einfangen können. Auch hier geht es um die Kontrolle von überall verteilten, magischen Kraftpunkten und das Sammeln von Energie für die eigene Fraktion. Wöchentliche und tägliche Missionen sorgen für weitere Langzeitmotivation.

Dass Gaming sich mehr und mehr in den mobilen Bereich verlagert, zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab. Geocaching und pädagogische Projekte wie die Edunauten zeigen, wie gut sich Spielspaß und Bildung mit moderner Technologie verbinden lassen. Neu bei Spielen wie Ingress ist die Verbindung von ortsabhängigem Spielen mit Elementen des Social Gamings: Spielerinnen und Spieler treten in einer gemeinsamen Welt mit- oder gegeneinander an, um ihre Spielziele zu erreichen. Sie bilden Teams, kämpfen für bestimmte Fraktionen und kommunizieren miteinander. Für diesen neuen Trend der Location Based Games hat sich die Bezeichnung des „Geo-Social Game“ (GSG) etabliert.

Aktuell sind allerdings noch wenige solcher Spiele auf dem Markt, von denen die meisten zudem englischsprachig sind. Doch mit der weiten Verbreitung von Smartphones ist zu erwarten, dass sich auch auf dem deutschen Markt in den nächsten Jahren weitere GSG etablieren. Wie bei anderen Handygames gilt es auch hier auf zusätzliche zahlungspflichtige Inhalte zu achten.
Christian Knop
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweise

[1]Ingress / Google / play.google.com

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