spielbar-Jugendredaktion

Entwickler-Interview: Unforeseen Incidents

23.08.2018
Unforeseen Incidents ist ein Mystery Point-and-Click Adventure, in dem Spielende in die Rolle von Harper Pendrell schlüpfen und einer Verschwörung auf die Schliche kommen. Alles beginnt mit einem mysteriösen Brief, den Harper einer Journalistin übergeben soll. Schnell wird klar, dass in der Welt des Spiels nichts mit rechten Dingen zugeht und eine Seuche um sich greift. Es ist nun an den SpielerInnen, herauszufinden, wer dahinter steckt und wie Harper letztendlich die Menschheit vor den VerschwörerInnen retten kann.

Wir durften auf der gamescom 2018 mit Marcus sprechen, dessen Feder die Story entstammt. Unforeseen Incidents spielt sich wie eine Mischung aus Firewatch und Twin Peaks und tatsächlich sei beides Inspiration gewesen. Vor allem aber entstand die Idee aus dem Wunsch heraus, ein Lost mit besserem Ende zu erschaffen und dabei Einflüsse der eigenen Kindheit einfließen zu lassen. Marcus erzählte, dass er und seine Kollegen früher von den LucasArts Spielen fasziniert gewesen seien, die Mystery mit den typischen Elementen eines Point-and-Click Adventures verbinden. Auf die Frage, wieso sie sich für eben dieses Genre entschieden haben, obwohl dessen geringe Popularität eigentlich dagegen spricht, antwortete er, dass es schlicht am besten zur Geschichte des Spiels passt und letztlich das Genre ist, mit dem die Macher aufgewachsen sind und dessen Humor sie schätzen.

Harper Pendrell erkundet die Welt.


Unforeseen Incidents hat, wie so viele andere Point-and-Click Adventures, eine gehörige Portion Humor. Dabei sei es den Entwicklern aber wichtig gewesen die Balance zwischen düsteren Themen wie Tod, Seuche und Zerfall, und humorvollen Elementen zu bewahren. Marcus berichtete, dass sie beispielsweise darauf geachtet haben, keine Witze zu reißen, wenn jemand stirbt. Stattdessen zeigt Unforeseen Incidents eher Situationskomik, die dem Hauptcharakter widerfährt. Auf die Frage, ob sich der Humor in Point-and-Click Adventures nicht immer sehr ähnlich sei, antwortete er, dass zum Beispiel die Spiele von Daedalic unter der Federführung von Poki oder auch LucasArts Spiele ihren ganz eigenen Humor mit Wiedererkennungswert hätten. In Unforeseen Incidents sei dies ähnlich, nicht nur bedingt durch den einzigartigen Entstehungsprozess. Marcus arbeitete mit Alasdair Beckett-King zusammen, der parallel zu Marcus die englische Version der Story schrieb. Durch das Schreiben in zwei Sprachen entstand so ein ungewöhnlicher und einzigartiger Humor.

Die Entwickler von Unforeseen Incidents, Tristan, Matthias und Marcus, kommen aus Oer-Erkenschwick und haben sich 2015 unter dem Namen Backwoods Entertainment zu einem Entwicklerstudio zusammengeschlossen. Die Arbeit an Unforeseen Incidents begann allerdings schon vor sieben Jahren während ihres Studiums. Jeder fokussierte sich dabei auf die Elemente des Spiels, die den eigenen Interessen und dem Studium am nächsten waren. Im Laufe der Entwicklung haben sie alte Ideen verworfen und neue gehabt. Unforeseen Incidents ist ihr erstes Spiel, mittlerweile haben sie allerdings eine Förderung für ihr nächstes Projekt, Resort, erhalten.


Platzhalter
Dieser Artikel wurde verfasst von:
Katharina A. & Christina K.

Bildnachweise

[1]Public Domain, http://www.backwoods-entertainment.com/unforeseenincidents.html[2]Public Domain, http://www.backwoods-entertainment.com/unforeseenincidents.html