spielbar-Jugendredaktion

Interview mit Margareta Büche über das Spiel „AVORION“

22.08.2018
Dieser kleine, unscheinbare Stand in der Indie-Arena Booth sprach mich schon aus weiter Entfernung an. Das Logo fand ich höchst interessant. Kurz angezockt und dann stand es fest: Ich brauche dieses Spiel. Avorion ist einfach zu lernen. Alles besteht aus Blöcken, was einem eine Gestaltungsfreiheit gibt, wie in keinem zweiten Spiel. Man baut sich ein Raumschiff nach seiner Vorstellung und kann handeln, kämpfen, zerstören und aufbauen. Mal abgesehen vom Spielen, habe ich mit den Entwicklerinnen und Entwicklern gesprochen. Ich habe noch kein Entwicklerteam mit mehr Passion und Überzeugung gesehen. Ich habe mit Margareta Büche gesprochen. Sie war zwar etwas aufgeregt, da dies für Avorion das erste Mal auf der gamescom ist, aber vielleicht war es genau solch ein Faktor, der sie so sympathisch gemacht hat. Man hat gemerkt, dass sie dieses Spiel liebt und viel Mühe und viel Zeit in dieses Spiel steckt und stecken wird.

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Der Stand von Avorion auf der gamescom 2018.


Ich: Wie ist das Leben als Indie-Programmiererin? Ich meine so Megabrands sind ja sehr dominant auf dem Markt?
Margareta: Also wir haben alle Informatik studiert und es war ein Hobbyprojekt… sprich es wurde alles aus eigener Tasche bezahlt. Bis wir dann auf die glorreiche Idee kamen, es auf Steam Greenlight zu packen. Die Rückmeldung war überwältigend gut. Dann kam Kickstarter und dann fing der Verkauf über Steam an. Naja jetzt, nach drei Jahren, müssen wir zum Glück nicht mehr alles aus der eigenen Tasche bezahlen. Aber wie heißt es so schön… aller Anfang ist schwer.
Ich: In welcher Version sind Sie denn? Also schon Beta oder noch Alpha?
Margareta: Also wir sind noch in der Beta. Wir hoffen, dass wir im Frühling 2019 Feature Complete sind und das Spiel fertig releasen können. Also wir machen enorme Fortschritte.
Ich: Sind DLCs in Planung? Oder gibt es schon neue Features in Planung?
Margareta: Später bestimmt, aber momentan wollen wir uns darauf konzentrieren, dass die Story besser und umfangreicher wird, aber auch neue Features zum Spiel dazu kommen. Wenn das alles fertig ist, können wir über DLCs nachdenken [lacht]. Und zu den Features… da gibt es einige. Auf jeden Fall ein neues Gate-System, eine längere und bessere Story, mehr Missionen und natürlich ist ein Multiplayer geplant. PvP ist auch möglich.
Ich: Wie siehts aus, wenn das Spiel released wurde, werden Sie noch dran arbeiten?
Margareta: Ja klar. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass das Spiel noch lange Zeit weiterentwickelt wird und weiterlebt.
Ich: Was macht Avorion so einzigartig?
Margareta: Es ist das Prinzip, dass alles aus Blöcken besteht, alles kann da kaputt gehen, wo es angeschossen wurde, es kann alles so gebaut werden wie man selber will.
Ich: Wie sind Sie auf diese einzigartige Idee gekommen? Dieses Modulare?
Margareta: Um etwas mal klarzustellen…[lacht]…wir spielen alle sehr gerne Minecraft [lacht]. Und dadurch, dass unser Hauptentwickler auch sehr gerne Weltraumspiele spielt, dachten wir uns, dass es doch mal eine gute Idee ist, beide Gedanken zu vereinen. Da ja alles aus Blöcken besteht, kommt noch ein cooles Feature dazu. Schiffe können an jeder beliebigen Stelle zerbrechen und das war uns auch sehr wichtig. Es hat uns auch bei anderen Spielen immer so gestört, dass die Animationen immer gleich waren und so wollten wir was Einzigartiges auf den Markt bringen.
Ich: Wie viele Köpfe sind Sie denn?
Margareta: Also momentan sind wir zu fünft und im September bekommen wir noch einen Gamedesigner dazu.
Ich: Und würden Sie mir den Beruf als Gamedeveloper oder spezifisch für Indie Games empfehlen?
Margareta: Man muss eine ordentliche Portion Glück mitbringen. Wenn du z.B. Gamedesign studierst, dann hast du gute Chance auf Erfolg, da auch große Firmen Designer suchen…Naja sonst ist es recht schwierig, aber machbar. Aber der bessere Weg ist halt erstmal allgemein Informatik zu studieren und sich dann zu spezialisieren, da man so einfach mehr „griffbereites“ Wissen hat.
Ich: Wie verkauft sich denn das Spiel so?
Margareta: Es verkauft sich für ein Indie-Game sehr gut und es freut mich, dass wir uns schon so eine große Community aufbauen konnten und es so vielen Leuten Spaß macht.
Ich: Und macht der Beruf Spaß?
Margareta: Ja…Auf jeden Fall…was cooleres kann ich mir nicht vorstellen.

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Denis, Niclas und Margarete bei Avorion


Als Zusammenfassung kann ich sagen, dass mich dieses Spiel sehr beindruckt hat und alleine die Vorstellung, dass noch weitere coole Features dazu kommen, bewegt mich persönlich zum Kauf. Man könnte vielleicht noch zur Verbesserung des Gaming-Gefühls noch dynamischere Objekte einfügen, wie z.B. Asteroiden, die sich bewegen, oder weitere Sternen wie z.B. in Form des Saturns.
Und als Schlusssatz der beiden Interviews, welche ich auf der gamescom 2018 geführt habe, kann ich sagen, dass ich oft gehört habe, dass es sehr schwierig ist, als Indie-brand zu überleben, es aber extrem wichtig und motivierend ist, wenn man Rückmeldung von der Community bekommt. Zu der beruflichen Perspektive wurde ich auch sehr gut beraten und schlussendlich kann ich sagen, dass, wenn man auf der Suche nach dem schnellen Geld ist, man in der Gamedevelopment Branche nicht richtig ist. Trotzdem haben mich diese Interviews angespornt mein Ziel zu verfolgen, Informatik zu studieren.
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Dieser Artikel wurde verfasst von:
Denis U. (16)

Bildnachweise

[1]Public Domain, https://www.avorion.net/