spielbar-Jugendredaktion

FIFA bleibt FIFA

22.08.2018
Am 28. September dieses Jahres wird EA SPORTS der Welt mit der Veröffentlichung von FIFA 19 den neusten Teil der bekannten Serie, die jährlich Millionen von Spielerinnen und Spielern aller Altersklassen an die Konsole oder den Computer lockt, offenbaren. Wer den AAA-Titel auf PC, PS4, Xbox One oder Nintendo Switch, auf dessen Cover Christiano Ronaldo im neuen Juventus-Turin-Dress posiert, vorher schon testen will, wird traditionell bereits zwei Wochen vorher die Demo-Version von FIFA 19 testen oder aber bereits drei Tage vorher einen Early Access mit den erweiterten Editionen erhalten. EA hat die Demo noch nicht offiziell bestätigt, mit großer Wahrscheinlichkeit wird man jedoch nicht mit dieser Tradition brechen.

EA SPORTS wirbt mit der Fortsetzung der aus den vorherigen Titeln bereits bekannten Serie „The Journey“, die überraschend subtil und nicht aufgezwungen in die FIFA Reihe etabliert wurde. Aber auch die erworbenen Lizenzen der Europa League und besonders der Champions League, mit der das Entwicklerstudio bereits auf der gamescom angibt, werden in den Vordergrund gestellt. Das Flaggschiff der Spielmodi ist jedoch der Ultimate-Team-Modus (FUT), der als Schriftzug prägnant die Banner ziert. Genau für diesen Spielmodus hat EA SPORTS aus diesem Grund auch in diesem Jahr drei Editionen angeboten, die mit steigendem Preis zusätzliche Gadgets, wie Christiano Ronaldo als temporären Leihspieler, dem beliebten Modus hinzufügen. Im Gameplay hat EA zusätzlich einige erhebliche Veränderungen angekündigt. So sollen sogenannte „dynamische Taktiken“ die Möglichkeit der Individualisierung der Teams nach dem Geschmack aller Detailliebhaber*innen erweitern. Aufregend klingen zudem das neu eingeführte „Abschlusstiming“, mit dem präzisere Schüsse bei höherem Risiko abgegeben werden können, und die „50/50-Battles“, bei denen Fähigkeiten des virtuellen Sportlers oder der Sportlerin und Reaktionsfähigkeit der Spielerinnen und Spieler einen Zweikampf zwischen zwei Spielenden entscheiden sollen. Insgesamt soll das Spiel damit schneller und flüssiger gestaltet werden.

Doch wie spielt es sich tatsächlich? Auf der gamescom bietet EA in einem klug gestalteten, zweigeteilten Bereich einen 15-minütigen Einblick in eine Demoversion des Spiels, bei der sich bis zu zwei Spieler*innen an einer Konsole einen Überblick über ein erstes Gruppenspiel der Champions League verschaffen können. Mit ohrumschließenden Kopfhörern können Spieler*innen hier in der begrenzten Zeit komplett in die FIFA-Welt eintauchen und sich ein Duell mit üblichen Mannschaften der Liga wie FC Bayern München, Real Madrid oder Tottenham Hotspur liefern. Wer den Titel dort anspielt, merkt jedoch schnell, dass FIFA eben FIFA ist. So spielt sich der Teil in einer rasch vorbeigehenden Viertelstunde erstaunlich ähnlich wie sein Vorgänger. Selbstverständlich hat EA auf viele gleiche Animationen zurückgegriffen, aber auch ordentlich nachgelegt, was für Langzeitspieler*innen der Serie eine angenehme Abwechslung schafft. Möglich macht dies eine Überarbeitung der „Real Player Motion Technology“, bei der die Bewegungen echter Fußballprofis getrackt und in das Spiel eingearbeitet worden sind. Die Texturen von FIFA 19 sehen traditionell auch ein Stück besser aus als im vorherigen Teil. Das merkt man in der kurzen Zeit jedoch deutlich und ist dem Jahr 2018 auch angemessen. Müsste man das Gameplay nach anderthalb Spielen beschreiben, so würde man zu dem Schluss kommen, dass sich das Spielgeschehen tatsächlich flüssiger als in FIFA 18 abspielt, was in der Gesamterfahrung angenehm auffällt. Auch die versprochenen Taktikoptionen halten, was sie versprechen. Bis ins kleinste Detail kann man seine Mannschaften auch während des Spiels anpassen. In 15 Minuten schafft das jedoch selbst der erfahrenste Taktiker oder die erfahrenste Taktikerin nicht. Die Anweisungen im Spiel, beispielsweise wie man seine Außenverteidiger*innen spontan nach vorne schicken kann, wurden ebenfalls überarbeitet – die ausgewählten Optionen sind nur deutlicher sichtbar. Ein kleiner Makel, der hoffentlich der Demoversion geschuldet ist, macht sich in der Be-A-Goalkeeper-Ansicht bemerkbar. Diese kann während des normalen Spiels per Taste aufgerufen werden. In dieser Ansicht fallen die FPS des Spiels in der Version der gamescom merklich, was ein Testen des Torwarts in der Form sehr erschwert und schade ist.
EA stellt auf der gamescom 2018 ihr neues Fifa19 vor.

Summa summarum ruft der neue Teil ähnliche Gefühle hervor wie die vorherigen Teile zur selben Zeit in den letzten Jahren. Einiges hat sich verändert und verbessert, vieles bleibt aber insgesamt gleich. Jedoch muss man dies in einem zeitlichen Kontext sehen. Vergleicht man FIFA 19 und seinen direkten Vorgänger, so erscheint vieles gleich. Vergleicht man jedoch FIFA 19 und FIFA 15, so sieht man bereits maßgebliche Veränderungen und Verbesserungen. Dass für ein „reines Update“, wie Zyniker*innen sagen würden, jedoch der Vollpreis gezahlt werden muss, ist eine andere Frage.
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Dieser Artikel wurde verfasst von:
Steven L. (17)

Bildnachweise

[1]Steven L.[2]Steven L.