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Cosplaywüste gamescom?

28.08.2012
Gamer identifizieren sich mit ihren Helden aus Computer- und Konsolenspielen. Sich als Spielfigur zu verkleiden, ist eine beliebte Möglichkeit das zu äußern. Unsere Jugendredakteurin Jana ist dem Phänomen Cosplay auf der gamescom nachgegangen.


Schon einige Jahre, bevor die große bunte Welt der Videospiele mich zu faszinieren begann, hatten Mangas (japanische Comics) und Animes (japanische Trickserien) ähnliches geschafft. Mittlerweile sind die Spiele hinzugekommen, aber ich bin noch immer in dieser japanophilen, kreativen Szene aktiv. Von dort kenne ich auch Cosplay, was sich aus den Worten „costume“ und „play“ zusammensetzt. Entsprechend bedeutet es, dass man sich möglichst detailgetreu als eine bekannte Persönlichkeit verkleidet und deren Rolle möglichst originalgetreu nachspielt. Einschränkungen gibt es dabei mittlerweile kaum noch, es können Spielecharaktere sein, Figuren aus einer Serie oder auch beliebte Musiker. Zwar dominieren noch immer japanische Figuren, aber längst kann man auch schon Charaktere anderen Ursprungs bewundern.






links: Cosplay als Prinzessin Rosalina (Super Mario Galaxy), rechts: Original

Viele der Kostüme werden von den Trägern selbst angefertigt und sind mitunter sehr aufwändig gestaltet, was auch ein Grund für das Präsentationsbedürfnis vieler Cosplayer sein dürfte. Auf speziellen Messen, Conventions genannt, will man zeigen, was man geschaffen hat und Gleichgesinnte treffen, Fotos machen, an Wettbewerben wie etwa der Deutschen Cosplay-Meisterschaft teilnehmen, über die Lieblingsserien reden und eben auch gesehen werden. Mittlerweile findet man auch recht viele Cosplayer auf anderen Veranstaltungen. So auch bei der gamescom.
Dort gab es letztes Jahr sogar einen Weltrekordsversuch, bei dem es galt, möglichst viele Cosplayer an einem Ort zu versammeln. Zwar gelang der Rekord nicht, aber die Anzahl der damals anwesenden Cosplayer hatte mich so beeindruckt, dass ich über das Cosplay auf der gamescom 2010 schreiben wollte.

Allerdings traf ich auf weitaus weniger Cosplayer als ich nach meinen Erfahrungen im letzten Jahr erwartet hätte. Nur selten sah man überhaupt jemanden im Kostüm und wenn, dann waren es fast immer dieselben Charaktere, die dargestellt wurden: Marios sah man einige, Jedi passend zu Star Wars: The Old Republic und auch die Hauptcharaktere aus Assassin’s Creed waren verhältnismäßig häufig zu sehen. Nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe, waren 2009 doch viele und vor allem vielfältigere Cosplayer auf der gamescom vertreten.

Aber warum gibt es auf der gamescom 2010 so wenig Cosplayer?

Cosplay scheint noch immer ein Hobby zu sein, das sich vor allem unter Mangafans und Anhängern japanischer Popkultur findet. Natürlich spielen auch sie gerne Videospiele wie zum Beispiel Mario, Kingdom Hearts, Silent Hill, Pokémon oder Final Fantasy. Japanische Spiele eben. Dementsprechende Kostüme waren auch unter den Cosplayern vertreten. Nur ist das lediglich ein Teil der Gamer auf der gamescom. Ich vermute, viele, die etwa Call of Duty oder Fifa anspielen wollen, haben nur wenig Interesse an japanischer Popkultur und erst recht nicht an Cosplay. Das würde den generell eher geringen Anteil der Cosplayer auf der gamescom erklären. Die hohe Anzahl der Cosplayer im Vorjahr hing sicherlich auch mit dem groß angekündigten Weltrekordversuch zusammen. Nicht unwahrscheinlich, dass so Leute motiviert wurden, die ansonsten nicht gekommen wären oder auf eine Verkleidung verzichtet hätten. Etwas Vergleichbares gab es in diesem Jahr nicht.

Die geringe Vielfalt der Kostüme lässt sich wohl mit speziellen Aktionen einiger Aussteller erklären, bei denen entsprechend kostümierte Besucher mit limitierten Geschenken bedacht wurden. So ließ in diesem Jahr beispielsweise die Aussicht auf limitierte Assassin’s Creed: Brotherhood-Pullover auf einmal Assassinen aus dem Boden sprießen.






Cosplay: Bubblehead Nurse (Silent Hill)

Interessanterweise konnten mit solchen Aktionen vor allem männlichen Gamer zum Cosplay überzeigt werden. Die kostümierten Frauen dagegen waren etwas vielfältiger angelegt und machten das Messegelände zum Beispiel als Pikachu und Suicune aus Pokémon oder „Bubblehead Nurse“ aus Silent Hill unsicher.

Diese Cosplayerinnen waren es auch, die mich auf eine Erklärung aufmerksam machten, die mir bisher nicht eingefallen war. Im Vorjahr war ich am Samstag auf der gamescom gewesen, dem Tag mit dem besagten Weltrekordversuch. Nun allerdings war ich am Donnerstag und Freitag vor Ort, da die Schulferien nun auch einen Besuch unter der Woche ermöglichten. Am Samstag, erklärten sie mir, würden es noch mehr Cosplayer werden. Für die nächste gamescom weiß ich: wenn ich Cosplayer sehen möchte, besuche ich die Messe lieber wieder an einem Wochenende.

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1 Kommentar

Astrid schreibt:

Schade eigentlich, dass scheinbar nicht so viele Cosplayer auf der gamescom gesichtet wurden. Ich sehe sie aber auch eher auf Anime Conventions als auf Spielemessen wie der gamescom, um ehrlich zu sein.

19.10.2010 um 23:46


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