Spielebeurteilung

Call of Duty: Infinite Warfare

12.12.2016
Im nunmehr 13. Ableger der "Call of Duty" Serie sind erstmals Marsmenschen die Bösewichter. Ansonsten gibt es nur wenige Veränderungen im Vergleich zu den Vorgängern. Der militärische Grundton ist und bleibt im Spiel unreflektiert.
In der Zukunft wird der Mars besiedelt und Rohstoffe auf Planeten abgebaut. Mit der Zeit hat sich jedoch ein Wirtschaftskrieg zwischen den Menschen auf der Erde und den Siedelnden auf dem Mars entwickelt, der dann in einem Bürgerkrieg mündete. Während einer Militärparade in der Welthauptstadt Genf kommt es zu einem Angriff der Settlement Defence Front (SDF), die die planetare Verteidigung der Erde hacken konnte und nun Kanonen gegen die eigenen Schlachtschiffe feuern. Spielende übernehmen die Rolle von Leutnant Reyes und führen einen Trupp Soldaten gegen die Angreifer. Nach dem Militärschlag wird das Ausmaß der Zerstörung deutlich. Nur noch zwei intakte Raumschiffe sind übrig. Reyes wird zum Captain befördert und befehligt das Trägerschiff Retribution zu verschiedenen Boden- und Raummissionen in der Galaxis.
Spielende müssen sich durch verschiedenen Weltraumschlachten schlagen.
Durch Abschüsse und Erfolge bekommen Spielende Punkte und arbeiten sich die militärische Karriereleiter hoch. Dadurch schalten sie nach und nach bessere Waffen und Ausrüstung frei oder kaufen Prototypen von Waffen. Durch in Reihe ausgeführte Abschüsse bekommen Spielende die Möglichkeit, Drohnen und Luftangriffe anzufordern. Daneben können sie aus mehreren Klassen wie Soldat, Söldner, Roboter etc. auswählen, die individuelle Vor- und Nachteile bieten.
In Call of Duty: Infinite Warfare können viele verschiedene Waffen freigespielt werden.
Mit dem ebenfalls in der Zukunft angesiedelten Vorgänger "Black Ops 3 “ wurden neue Bewegungsmuster eingeführt. Die Soldaten tragen Düsen, um höher zu springen oder einen tiefen Fall abfedern können. Mit diesen Düsen ist es auch möglich an Wänden entlang zu laufen, um größere Abgründe zu bewältigen. Zudem kann die Figur aus dem Lauf heraus auf dem Hosenboden rutschen, wie es Parkour Kletterer machen. Gesteuert wird wie gewohnt aus der Ich-Perspektive mit Maus und Tastatur auf dem PC und mit dem Joypad auf den Konsolen .
Im Online-Modus können Spielende sich untereinander messen.
Es gibt auch verschiedene Online-Modi. In „Jeder gegen Jeden“ und „Team Deatmatch“ gilt es vor allem Abschüsse zu landen. Mit "Capture the Flag“ muss die Flagge des Gegners in die eigene Basis geholt werden. In "Domination“ werden Punkte eingenommen und verteidigt. Und vieles Mehr.
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Bildnachweis

[1]Moodimage-Call_of_Duty:Infinite_Warfare-Screenshot von Activision Blizzard[2]Call_of_Duty-Infinite_Warfare-Screenshot-1 von Actionvision Blizzard, übernommen von Spieleratgeber-nrw.de[3]Call_of_Duty-Infinite_Warfare-Screenshot-2 von Actionvision Blizzard, übernommen von spieleratgeber-nrw.de[4]Call_of_Duty-Infinite_Warfare-Screenshot-3, von Actionvision Blizzard, übernommen von spieleratgeber-nrw.de

Pädagogische Beurteilung:

Spielende werden durch schlauchartige Level von Highlight zu Highlight geführt. Gegner fordern mit Masse, statt mit Intelligenz und tauchen immer an der selben Stelle auf. Die Figuren sind eindimensional gezeichnet und bieten kaum Identifikationspunkte, die Spielende emotional berühren könnten. Zudem ist der durchweg militaristische Grundton, ohne Reflexion oder gar Zweifel, sehr kritisch zu sehen. [...] Zwischen den Schießereien setzen sich Spielende öfters in einen Gleiter und liefern sich Weltraumschlachten gegen Gegnerscharen, die wie die Bodenmissionen an vielen Stellen reizüberflutend sind. Das Gewaltniveau ist nicht hoch, es gibt nur selten Gewaltspitzen, trotzdem ist die Einstufung ab 18 Jahren aufgrund der Militärthematik sowie der unreflektierten Handlungen nachvollziehbar.
Die Kampagne ist wie immer schnell durchgespielt. Anschließend können Spielende den zentralen Online-Modus nutzen. Es ist Ansporn und Herausforderung zugleich, sich gegen menschliche Gegner zu messen. Hier liegt allerdings ein nicht zu unterschätzendes Problem. Das reizvolle Online Spiel kann schnell zu einem Zeitgrab werden, wie auch bei anderen Beschäftigungen, denen man sich zu intensiv widmet.

Diverse Spielmodi mit unterschiedlichen Anforderungen machen besonders Spaß, wenn man sie mit Freunden spielt. Es ist auch möglich einen weiteren Spieler im geteilten Bildschirm einzuklinken, doch dieser muss zwingend ebenfalls einen Playstation Plus Account haben. Nicht so schön! […] Das Online Spiel ist sehr rasant. Wer nicht über schnelle Reflexe und ein scharfes Auge verfügt, kann auch schnell frustriert werden, weil viele erfahrene Spielende dabei sind, über deren Abschussquoten Anfänger und Gewohnheitsspieler sich nur wundern können. Nervig ist übrigens das ständige Rumgehüpfe mit den Sprungdüsen einiger Spieler, die dadurch kaum noch zu treffen sind.

Durch Abschüsse und Erfolge bekommen Spielende Punkte und arbeiten sich die militärische Karriereleiter hoch. Dadurch schalten sie nach und nach bessere Waffen und Ausrüstung frei oder kaufen Prototypen von Waffen. Dieser Motivationsfaktor, dem Jagen und Sammeln Prinzip geschuldet, ist nicht zu unterschätzen und sorgt dafür, sich intensiver mit dem Spiel zu beschäftigen. Oder man geht den einfachen und kostspieligen Weg und kauft sich "Call of Duty" Punkte für echtes Geld, die in neue Waffen, Verbesserungen und Aussehen gesteckt werden können. Dabei ist es eigentlich unfair, sich Vorteile zu erkaufen. […]

Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

Technisch ist "Call of Duty: Infinite Warfare" wie gewohnt auf hohem Niveau. Das Online-Spiel ist schnell und macht vor allem mit Freunden Spaß. Das war es dann aber auch, trotz neuem Szenario bleibt alles beim Alten. Zu wenig für viel Geld, zumal es dieses Jahr auch spannendere Alternativen für Erwachsene gibt. Die Altersfreigabe ab 18 Jahren ist berechtigt, obwohl der Gewaltfaktor nicht hoch ist. Aber das militärische Setting und die unreflektierten Handlungen der Protagonisten setzen erwachsene Menschen voraus, die das Gezeigte jederzeit als übertriebene Fiktion einordnen können.
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