Spielebeurteilung

PewDiePie´s Tuber Simulator

13.10.2016
PewDiePie hat es geschafft! Mit über 48 Millionen Abonnenten dominiert er die hartumkämpfte YouTube-Welt. Mithilfe des Tuber-Simulators können die Spielenden ihrem Idol nacheifern und herausfinden, ob auch sie das Zeug zum erfolgreichen Internet-Star haben. Der Weg zum Erfolg ist jedoch steinig.

Das Ziel in PewDiePie´s Tuber Simulator ist es, als sogenannter Tuber eine YouTube-Karriere zu starten und möglichst viele Views auf selbst gedrehte Videos zu generieren. Der Weg zum Erfolg ist jedoch holprig und erfordert Geduld, wie im echten Leben auch. So besitzen die Spielenden anfangs nur einen Schreibtisch und einen alten Computer in einem heruntergekommenen Raum. Was noch fehlt? Eine Kamera! Diese muss erst im Shop gekauft werden. Zum Glück hat PewDiePie Mitleid und spendiert die erste Kamera. Von nun an heißt es Videos drehen, Klicks sammeln und vor allem nie aufgeben, um eines Tages PewDiePie und die anderen Stars vom YouTube-Thron zu stoßen.

Im Shop sind immer neue Gegenstände für den Raum verfügbar Bild: Outerminds Inc.
Grafisch ist PewDiePies mittlerweile zweite App in einem Retro-Stil gehalten. Auch der Sound erinnert an ältere Spiele. Die Perspektive auf die Spielwelt ist isometrisch, das heißt, sie wird von schräg oben dargestellt. Man kann sich mit Touchscreen-Berührungen zwischen den einzelnen Menüpunkten hin und her bewegen.

Der Tuber dreht in PewDiePies Tuber Simulator immer wieder neue Videos nach wählbaren Rubriken, wobei er den Trend der Zeit beachten sollte. Die Klicks sind als Ingame-Währung eintauschbar gegen neues Inventar im Shop. Damit können die Spielenden ihr karges Zimmer ganz individuell zu einem echten Blickfang umgestalten. Wem teure Musikinstrumente, dekorative Pflanzen und bunte Poster immer noch zu langweilig sind, kann auf verrückte Dinge wie Spielautomaten und Tiere (beispielsweise Drachen) sparen.

So bunt und individuell kann der Raum eines Tubers sein. Bild: Outerminds Inc.
Durch gekaufte Objekte steigen die Spielenden im Level auf und erhalten Geld und Intelligenz. Letztere wird symbolhaft mit Gehirnen dargestellt, die am „Wissensbaum“ für neue Fähigkeiten ausgegeben werden können. Dadurch steigen wiederum die Klickzahlen. Das Geld dagegen kann eingesetzt werden um ebenfalls Items zu kaufen und Wartezeiten zu verkürzen, beispielsweise, wenn die Lieferung der gekauften Objekte andauert. Alternativ verkürzt das Minispiel „Puggle“ die Dauer, in dem PewDiPies Hund in einer Art Flipperspiel als Ball fungiert.
David Koch
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Pädagogische Beurteilung:

PewDiePie gibt zu Beginn am unteren Bildrand viele Tipps im englischen Originalton (inklusive deutscher Untertitel), die einen sanften Einstieg in das Spiel ermöglichen. Im Anschluss ist der Tuber aber auf sich alleine gestellt. Von da an taucht der Charakter PewDiePie in seinem eigenen Spiel nur noch selten auf. Der Spaßfaktor ist anfangs durch schnelles Ansteigen der Views, Abonnements und Levels gegeben. Es gibt auch tägliche Geschenke. Dieser Motivation fällt es sich schwer zu entziehen.

Jedoch kristallisiert sich mit der Zeit heraus, dass die Wartezeiten im Spiel einer schnellen YouTube-Karriere im Weg stehen. Ziehen die Spielenden keine In-App Käufe in Betracht, oder verzichten darauf, Werbung zu sehen, zieht sich PewDiePie´s Tuber Simulator irgendwann in die Länge. Dieser Effekt wird verstärkt, durch das einfache Spielprinzip, das nur wenige, schnell verinnerlichte Facetten bietet. So erfordert das Spiel viel Geduld und die motivierenden Aspekte kaschieren diese Schwächen nur bedingt. Das Drehen der Videos an sich erfolgt mit nur einer Berührung auf das Record-Symbol. Spielende können ihre Kreativität hierbei nicht miteinfließen lassen. So bleibt das Gestalten der eigenen Räume (mit Postern, Pflanzen…) der einzige anziehende Faktor im Tube-Simulator, denn hier können die Spielenden etwas Individualität ausleben, was Spaß macht. Wem Gelegenheitsspiele gefallen, in denen die Spielenden etwas aufbauen müssen, dem könnte dieser Aspekt des Spiels reizen.

Ansonsten sind Konzepte wie der „Wissensbaum“ und die Views in der YouTube-Welt aber recht abstrakt. Daher sind sie Kleinkindern unter Umständen nicht zugänglich. Außerdem besteht die Möglichkeit für Minderjährige, In-App Käufe zu machen, die reizvoll sind. Hier empfiehlt es sich, mit den Kindern darüber zu reden oder die App offline spielen zu lassen.

Fazit:

Letztlich überzeugt PewDiePie´s Tuber Simulator mit einem stimmigen Spielerlebnis, das jedoch keinen Mehrwert enthält und schnell langweilig werden kann. Der Bezug zur realen Medienwelt findet statt und könnte Kleinkinder überfordern. Es spricht aber auch wenig dagegen, Kindern dieses Spiel zu verweigern. Es ist gewaltfrei, anziehend bunt gestaltet und hat motivierende Aspekte. Nur die In-App Käufe stellen ein Risiko dar. Daher eignet sich das Spiel ab einem Alter von 8 Jahren.
David Koch
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