Spielebeurteilung

Last Exit Flucht

04.10.2016
Wie ist es, ein Flüchtling zu sein? Dieser Frage können Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren in Last Exit Flucht nachgehen. Das Serious Game des UN-Flüchtlingskommissariats erschien zwar bereits 2006, bietet aber mit seiner Thematik immer noch Anreize für Schulklassen zum Thema Flucht.

Das Thema Flucht ist zurzeit aktueller denn je. Und damit auch die Auseinandersetzung damit. Dass die Wissensvermittlung nicht nur durch Nachrichten und andere Bildungsformate funktionieren kann, zeigt "Last Exit Flucht", ein Videospiel vom UN Flüchtlingskommissariat.

Im Alltag sehen sich Flüchtlinge zahlreichen Vorurteilen ausgesetzt.
In dem Serious-Game werden mehrere Stationen eines Flüchtigen durchlebt. Die Reise beginnt im Heimatland bei der eigentlichen Flucht und geht bis in die Integration in dem Zufluchtsland. Der Spieler wird in klassischer Point&Click-Manier durch die Level geführt und muss so zum Beispiel unter Zeitdruck entscheiden, welche Gegenstände er auf der Flucht in seinen Rucksack einpackt.

Flüchtling oder Einwanderer? Welche Kriterien unterscheiden die beiden Positionen?
Last Exit Flucht kann auf der offiziellen Webseite zum Spiel kostenlos ausprobiert werden und ist in insgesamt 12 Sprachen verfügbar.

Auf der Flucht heißt es vorsichtig sein. Andere Personen dürfen die Spielfigur nicht sehen.


 

Siehe auch

bpb:game jam: Serious Games zu Flucht und Vertreibung
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Dieses Spiel wurde getestet von:

Bildnachweis

[1]UNHCR[2]UNHCR[3]UNHCR

Pädagogische Beurteilung:

Entscheidungen und Konsequenzen

Zu Beginn wählt der Spieler sein Aussehen und seinen Namen. Das Spiel startet, indem der Protagonist von mehreren brutalen Polizisten verhört wird. Dabei muss der Spieler mit seinem Namen die Abtretung von Menschenrechten sowie der freien Religionsausübung unterschreiben. Hier wird, wie bei den meisten anderen Aktionen im Spiel auch, die Konsequenz kurz erläutert. Für weitere Informationen können die Spieler außerdem jederzeit in ein angeschlossenes Nachschlagewerk schauen.

Soziales Lernen

Die Szenarien sind oft hart, konsequent und nicht immer direkt durchschaubar. Aber genau das zeichnet ja auch die Lebensrealität eines Flüchtenden aus und macht sie für die Spielenden begreifbar. Die Comicgrafik ist zwar zweckmäßig, dafür aber kinderfreundlich und bietet so einen Anschlusspunkt für jüngere Spieler. "Last Exit Flucht" nimmt 30 bis 45 Minuten in Anspruch und füllt damit perfekt eine Unterrichtsstunde. Jedes Level ist zu Beginn bereits freigeschaltet, sodass Spieler einzelne Aufgaben auch überspringen können.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

Besonders für Schulklassen, die aktuelles weltpolitisches Geschehen verfolgen, eignet sich "Last Exit Flucht". Hier wird versucht, den Spielern auf einer emotionalen Ebene Anschluss an die Lebenswelt von flüchtenden Menschen zu gewähren. Die ernste Thematik eignet sich allerdings erst für Kinder ab 12 Jahren.
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Siehe auch

Games & Refugees

Neben Fernsehen, Zeitungen und Internetportalen beschäftigen sich auch Computerspiele mit der Flüchtlingskrise. Sie ermöglichen einen empathischen Zugang, der Spielende eigene Erfahrungen sammeln lässt – und sie zum kritischen Auseinandersetzen mit der Debatte anregt.

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