Spielebeurteilung

Science Kombat

24.09.2016
Was machen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eigentlich, wenn sie sich nicht gerade mit mathematischen Formeln oder physikalischen Phänomenen beschäftigen? Ginge es nach dem Beat ’em Up Science Kombat, hieße die Antwort: Kämpfen! Einstein und Co. treten hier zum Faustkampf an.

Im Beat ’em Up des brasilianischen Wissenschaftsmagazins Superinteressante treten acht bekannte Persönlichkeiten der Wissenschaft gegeneinander an: Albert Einstein, Charles Darwin, Nikola Tesla, Isaac Newton, Stephen Hawking, Pythagoras, Marie Curie und Alan Turing.

Zu jeder Figur gibt es eine kurze Biographie, die auf die wichtigsten Errungenschaften aufmerksam macht.
In einem 2D-Kampf im Stile von Street Fighter oder Tekken gilt es den Gegner durch eine Kombination verschiedener Attacken zu besiegen. Dabei besitzt jede Kämpferin oder jede Kämpfer zwei normale Angriffe (leicht und schwer) sowie zwei Spezialattacken. Die Spezialattacken sind an die jeweiligen Forschungen angeknüpft, für die die einzelnen Kämpferinnen und Kämpfer bekannt sind. So kämpft Nikola Tesla zum Beispiel mit elektromagnetischen Feldern, Stephen Hawking beschwört schwarze Löcher herauf und Charles Darwin durchläuft die Evolution vom Affen zum Menschen.

Alan Turing greift mit seiner Spezialattacke an – einem selbstgebastelten Roboter.
Für die Kämpfe werden nur die Pfeiltasten und die Tasten W und E auf der Tastatur gebraucht. In Science Kombat kann man zwischen zwei Spielmodi wählen: Turnier und Einzelkampf. Während man im Turnier gegen alle Figuren hintereinander kämpft und am Ende der geheime Endgegner wartet, kann man im Einzelkampf gezielt Einstein und Co. zum Kampf herausfordern. Die Gegner werden dabei immer vom Computer gesteuert, einen Mehrspielermodus – ob online oder lokal – gibt es in Science Kombat nicht. Das Newsgame kann man kostenlos auf der Homepage von Superinteressante spielen.

Die Hintergründe sind den jeweiligen Forschungslaboren der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angepasst. Hier sieht man zum Beispiel Marie Curies Labor.


Siehe auch

Pokémon Tekken

Bildnachweis

[1]Superinteressante[2]Superinteressante[3]Superinteressante

Pädagogische Beurteilung:

Das Wissenschaftsmagazin Superinteressante machte bereits mit dem Onlinespiel Filosofighters auf sich aufmerksam – da sind es wichtige Philosophen der Weltgeschichte, die gegeneinander kämpfen. Mit Science Kombat wurde dieses Konzept nun auf die Naturwissenschaften übertragen. Acht bekannte Personen aus der Weltgeschichte, deren Namen jeder zumindest schon einmal gehört hat, treten gegeneinander an.

Warum diese Namen aber bekannt sind, ist für das Spiel eher zweitrangig. Zwar führt bei der Figurenauswahl ein kurzer Text jeweils in die Biographie ein, allerdings nur sehr oberflächlich. Im besten Fall wird so Neugier für die Naturwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler geweckt, im Vordergrund steht aber der kurzweilige Spaß für zwischendurch. Schade, denn es fällt schnell ins Auge, dass mit Marie Curie nur eine einzige Frau als Wissenschaftlerin vertreten ist. An diesem Punkt hätte Science Kombat ansetzen können, und mit einer umfassenderen Auswahl auch auf weniger bekannte Persönlichkeiten der Forschung – in erster Linie Frauen – aufmerksam machen können.

Im Gegensatz zu Beat ’em Ups wie Street Fighter sind die Attacken bei Science Kombat sehr übersichtlich, Verteidigungsmöglichkeiten gibt es keine. Daher findet man schnell in die Steuerung hinein. Etwas Geschick reicht, um die Kämpfe erfolgreich zu bestreiten, viel Spielraum für ausgeklügelte Taktikten bleibt in Science Kombat dagegen nicht. In der Regel reicht eine halbe bis dreiviertel Stunde aus, um den Turniermodus einmal durchzuspielen. Ein Mehrspielermodus, der für langfristigeren Spielspaß gesorgt hätte, fehlt leider.

Der Inhalt von Science Kombat ist, wie der Name bereits verrät, kampfbetont. Angelehnt ist der Titel an den Beat ’em Up-Klassiker Mortal Kombat , der für seine blutigen und gewaltvollen Darstellungen bekannt ist. Blut und Verletzungen sind in Science Kombat allerdings nicht zu sehen. Wird eine Figur besiegt, fällt diese einfach um. Weitere Distanzierungsmöglichkeiten bieten die Pixeloptik und das fantastische Setting des Spiels.

Fazit:

Der Leitgedanke des Beat ‘em Ups Science Kombat weckt Neugier: Forscherinnen und Forscher als eine Art Superheldenteam? Für langfristigen Spielspaß fehlen aber taktische Möglichkeiten und ein Mehrspielermodus. Geeignet ist Science Kombat daher für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene, die kurzweiligen Spielspaß für zwischendurch suchen.
Sarah Pützer
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