Spielebeurteilung

AdVenture Capitalist

21.01.2016
Willkommen in der Welt des grenzenlosen Wachstums und der endlosen Profite, willkommen in der Welt des Kapitalismus. Die Wirtschaftssimulation AdVenture Capitalist nimmt sich selbst nicht so ernst und zieht mit einem einfachen Spielprinzip das Streben nach unbegrenzten Reichtum durch den Kakao.

AdVenture Capitalist ist eine Free2Play Wirtschaftssimulation, in der es sich hauptsächlich um Gewinnmaximierung dreht. Als namenloser Unternehmer beginnt man mit einem einfachen Limonadenstand. Durch Klick auf die Zitrone verkauft man Limonade und macht so Gewinn. Ist der grüne Ladebalken voll, kann man erneut auf die Zitrone klicken und so weiter. Besitzt man genügend Geld, investiert man es in weitere Zitronen, bis man sich irgendwann ein zweites Unternehmensstandbein leisten kann – zum Beispiel einen Zeitungsstand – und dort genauso verfährt. So das Grundprinzip hinter AdVenture Capitalist.

Der Großteil von AdVenture Capitalist spielt sich auf einem einzigen Bildschirm ab. Die grünen Ladebalken zeigen an, wie lange es noch dauert, bis erneut verkauft werden kann. Dies kann auch mal mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
Jeder neue Industriezweig, in den man investiert, bringt zwar mehr Profit ein, braucht aber dafür länger. Bei dem profitabelsten Zweig, einem eigenen Ölunternehmen, dauert es mehrere Stunden, bis man erneut verkaufen kann. Zusätzlich gibt es zahlreiche Boni und Upgrades, in die man sein Geld investieren kann, um so noch schneller Geld zu verdienen. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, gegen Bezahlung einen Manager zu beschäftigen, der das Verkaufen der Ware – also das „Klicken“ auf die jeweiligen Produktbuttons – übernimmt. Durch weitere Investitionen, wie besondere Strohhalme für die Limonaden, wird der Gewinn dieses Produkts vervielfacht. Hat man eine gewisse Anzahl an Limonadenständen, Autowaschanlagen und Co. erworben, schaltet man außerdem weitere Boni frei.

Keine Lust mehr selbst auf die Buttons zu klicken? Dann übernimmt ganz einfach ein Manager diesen Job.
Die Steuerung in AdVenture Capitalist besteht daher nur aus dem Klicken mit der linken Maustaste. Das Spiel reiht sich in das Genre der sogenannten Clicker Games ein, zu denen auch Titel wie Clicker Heroes oder Cookie Clicker zählen. In bestimmten Zeiträumen finden, beispielsweise zu Neujahr, sogenannte Events statt. Diese folgen einem ähnlichen Spielprinzip wie das Hauptspiel, allerdings mit anderen Produkten und Industriezweigen.

Abwechslung kommt ins Spiel, wenn man an einem der Events teilnimmt. Hier kommt beispielsweise eine weitere Spielkomponente hinzu: Während die Produkte auf der rechten Seite für schnelle Gewinne sorgen, verlangsamen sie zeitgleich die Verkaufszeit der Gegenstände auf der linken Seite.

Bildnachweis

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Pädagogische Beurteilung:

Günstig einkaufen, teurer wieder verkaufen – und so Milliardengewinne einfahren. In AdVenture Capitalist geht es vor allem um grenzenlosen Wachstum und endlose Profite. Dabei bedient sich das Spiel einem satirischen Unterton, der das Streben nach Gewinnmaximierung durch den Kakao zieht. Dieser funktioniert zum einen durch die witzige Bildsprache, in der breit lächelnde, Monokel und Zylinder tragende Figuren auftauchen oder Manager namens Forest Trump und Ebenezer Rockerfeller. Zum anderen durch das simple Spielprinzip. Obwohl man selbst kaum etwas tut – schließlich nehmen die Manager irgendwann sogar das Klicken ab –, steigt das Vermögen mit jeder Sekunde.

Wer eine Wirtschaftssimulation mit Realitätsanspruch möchte, wird mit AdVenture Capitalist nicht bedient. Fehlinvestitionen, Konkurrenten oder andere vermeintliche Gefahren, die das eigene Wirtschaftsmonopol in den Ruin treiben könnten, gibt es in dem Spiel genauso wenig wie rote Zahlen. Daher benötigt AdVenture Capitalist auch nicht die volle Aufmerksamkeit und kann als Nebenbeschäftigung stets im Hintergrund weiterlaufen.

Die Einstiegshürde für AdVenture Capitalist ist dementsprechend sehr gering. Nach ein paar Klicks hat man auch ohne ausführliches Tutorial das Spielprinzip verstanden und kann loslegen. Zahlreiche Belohnungen direkt zu Beginn motivieren. Danach ist es vor allem die Faszination an den stets wachsenden Zahlen, die zum Weiterspielen anspornt – und nicht zu unterschätzen ist. Trotz des vermeintlich wenig fordernden Grundprinzips fällt es vielen Personen schwer, das Spiel von alleine zu beenden, wie man Rezensionen auf der Plattform Steam entnehmen kann. Hier gilt es die eigene Spielzeit im Auge zu behalten. AdVenture Capitalist bietet außerdem die Möglichkeit, durch reales Geld eine Ingame-Sonderwährung zu erwerben, mit deren Hilfe man unter anderem Wartezeiten überbrücken kann. Allerdings wird durch das Ignorieren dieser Kaufmöglichkeiten der Spielspaß nicht wesentlich geschmälert.

Fazit:

Bei AdVenture Capitalist handelt es sich um eine satirische Wirschaftssimulation, die trotz ihres einfachen Spielprinzips zu faszinieren weiß. Themen wie Spielzeit und Ingame-Kaufmöglichkeiten sollten mit Kindern und Jugendlichen abgesprochen werden. Das Spiel folgt zwar einem leicht verständlichen Spielprinzip, ist bisher aber nur auf Englisch erschienen. AdVenture Capitalist eignet sich daher ab einem Alter von 10 Jahren.
Sarah Pützer
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Data Dealer

Data Dealer ist ein aufklärendes Satire-Game, das das Bewusstsein für Internetsicherheit und Datenmissbrauch auf ironisch-zynische Art und Weise zu schärfen versucht. Die etwas andere Wirtschaftssimulation fordert ein gewisses Maß an mentaler Reife und Geduld. Leider fehlt es an Abwechslung.

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