Spielebeurteilung

Armikrog

02.12.2015
Witzige Charaktere, skurrile Ideen und jede Menge Knete – Armikrog überzeugt als Point’n’Click-Adventure mit einzigartiger Optik. Die Spielenden begleiten Abenteurer Tommynaut in eine seltsame Festung und treffen dort auf jede Menge Rätsel. Diese richten sich aber eher an Adventure-Erfahrende.

In Armikrog schlüpft man in die Rolle von Tommynaut, einem von drei Raumfahrerbrüdern, die ihren Heimatplaneten Ixen retten sollen. Auf diesem geht nämlich langsam das überlebenswichtige P-tonium aus. Nachdem seine beiden Brüder von der Suche nicht zurückgekehrt sind, macht sich nun Tommynaut mit seinem Hund Beak-Beak auf den Weg zur P-tonium-Quelle. Nachdem sie auf einem Planeten notlanden müssen, finden sie Unterschlupf in der mysteriösen Festung Armikrog.

Das Abenteuer geht los! Tommynaut und Beak-Beak machen sich auf die Reise zur P-tonium-Quelle.
Auf die Spielenden warten zahlreiche Rätsel und Aufgaben, die sie bewältigen müssen, um so Stück für Stück in der Festung voran zu kommen. In typischer Point’n’Click-Manier steuert man die Figuren in Armikrog mittels Mausklick und untersucht so auch die Umgebung. Lässt sich mit einer Stelle interagieren, verändert sich der Mauszeiger. Man steuert außerdem nicht nur Tommynaut, sondern durch einen Klick auch seinen Hund Beak-Beak. Während ersterer Gegenstände einsammeln und anwenden kann, passt der kleinere Beak-Beak durch niedrige Gänge und Tunnel.

Ein Inventar gibt es in Armikrog nicht. Klickt man auf eine Stelle, an der ein Gegenstand angewandt werden muss, setzt Tommynaut diesen automatisch ein - vorausgesetzt man hat diesen entsprechend zuvor eingesammelt.

Ob Plüschmonster oder Knetfigur, jedes Detail in Armikrog ist handgefertigt.
Neben dem Einzelspielermodus gibt keine weiteren Spielmodi oder einstellbare Schwierigkeitsgrade. Das Spiel ist auf Englisch vertont und mit deutschen Untertiteln versehen. Armikrog gilt als indirekter Nachfolger des 1996 erschienenen Adventures The Neverwood, das von demselben Entwicklerteam stammt, beginnt inhaltlich aber eine neue Geschichte.

Wie in einem Hamsterrad müssen sich hier die Spielenden nach rechts und links bewegen, damit in der Mitte des Rads das richtige Muster entsteht.

Bildnachweis

[1]Versus Evil[2]Versus Evil[3]Versus Evil

Pädagogische Beurteilung:

Ob Figuren, Hintergründe oder kleinste Details – in Armikrog wurden sämtliche Sets eigenhändig aus Knete und Plüsch geschaffen und mittels Stop-Motion animiert. Dadurch erhält das Adventure einen ganz eigenen, verspielten Charme, der durch zahlreiche skurrile Einfälle verstärkt wird. Vom Geschichten erzählenden Oktopus bis zum Zähne fletschenden Plüschmonster – an kreativen Einfällen mangelt es in Armikrog nicht. Auch an Witz wurde nicht gespart, beispielsweise wenn Beak-Beak mit seinem trockenen Humor so manches Rätsel auflockert.

Die Rätsel haben es gerade für Adventure-Neulinge ganz schön in sich. Während die Steuerung in Armikrog leicht fällt und selbsterklärend ist – immerhin wird nur die linke Maustaste benötigt –, fehlt eine Einführung in das Spielprinzip. Sobald das Intro abgeschlossen ist und die Spielenden die Steuerung übernehmen, beginnen die ersten Rätsel. Stößt man zunächst auf eine einzelne Stelle, an der man nicht weiterkommt, folgen gleich darauf weitere. Dadurch muss man direkt zu Beginn an mehreren Baustellen gleichzeitig arbeiten. Keine leichte Aufgabe, wenn man nicht bereits mit dem Prinzip eines Adventures vertraut ist. Eine Hilfestellung bei anspruchsvollen Passagen bietet das Spiel nicht an.

Um Spaß an Armikrog zu haben, sollte man Geduld und Neugierde mitbringen. Typisch für ein Adventure besteht das Spiel aus ruhigen Passagen, in denen man seine Umgebung erkundet, Hinweise sammelt und diese logisch miteinander verbindet. Anstelle von motorischen Fähigkeiten ist vor allem die eigene Kombinationsgabe gefragt. Schade nur, dass sich nach einer gewissen Zeit die Muster der Rätsel wiederholen. Während die Inszenierung vor kreativen Einfällen überschäumt, fehlen leider ein paar zündende Ideen im Gameplay.

Nichtsdestotrotz überzeugt Armikrog mit seiner liebevollen Gestaltung, witzigen Charakteren und bizarren Ideen, die das Adventure von anderen Titeln deutlich abhebt. Der bunte Knetstil richtet sich an Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Allerdings ist Armikrog nur mit einer englischen Sprachausgabe und deutschen Untertiteln erhältlich, sodass ohne Englischkenntnisse viele der Witze verloren gehen.

Fazit:

Mit seinem eigenwilligen Stil und fantasiereichen Knetwelten weiß Armikrog zu beeindrucken. Bringt man etwas Geduld mit, sorgen die Rätselpassagen für kurzfristigen Spielspaß – vorausgesetzt man findet auch ohne Einführung in das Spielprinzip hinein. Aufgrund der Sprachbarriere und fehlenden Hilfestellungen eignet sich Armikrog ab einem Alter von 10 Jahren.
Sarah Pützer
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