Spielebeurteilung

Broforce

24.08.2015
In Broforce versammeln sich sämtliche Hollywood-Actionhelden und -heldinnen der Achtziger, Neunziger oder Nullerjahre in einem 2D-Jump’n‘Run und vereinen ihre Kräfte gegen das Böse. Ihr Ziel: Die gegnerischen Terroristen bekämpfen. Alles im Namen der Freiheit, versteht sich.

Hinter dem Indie-Titel Broforce versteckt sich ein actionreiches Jump’n’Run, in dem sich bis zu vier Personen gleichzeitig einen Weg durch die 2D-Welt kämpfen, schießen oder sprengen. Broforce kann man im Koop-Modus entweder online oder lokal spielen. Jeder übernimmt dabei die Rolle eines Actionhelden oder einer Actionheldin, die zufällig zugeteilt werden. Unter anderem treten in dem Spiel verschiedene Arnold-Schwarzenegger-Figuren auf, genauso wie Snake Plissken, Indiana Jones oder MacGyver. Jeder von ihnen besitzt eine eigene Waffe und verschiedene Spezialfähigkeiten – von Pistolen über Kettensägen und Sprengstoff ist alles dabei. Mit den Waffen kämpft man nicht nur gegen die Gegner, man kann mit ihnen auch in die Umgebung eingreifen, Tunnel graben, Wände wegsprengen oder die Decke einstürzen lassen.

Hier stellt sich eine pixelige Version von Conan der Barbar dem Kampf. Verfolgt wird er nicht nur von gleich aussehenden Terroristen, sondern auch von einem Kampfhubschrauber.
In jedem Level sind Käfige verteilt, in denen weitere Actionhelden und –heldinnen gefangen sind. Sobald man einen befreit hat, löst dieser die alte Spielfigur automatisch ab. Zudem erhält man für jeden befreiten Helden oder befreite Heldin ein Leben gutgeschrieben. Stirbt man, übernimmt nämlich eine der bereits gespielten Figuren wieder. Wenn man im Koop-Modus spielt und der Partner keine Leben mehr hat, bringt man ihn durch das Öffnen eines Käfigs zurück ins Spiel.

Unten links am Bildschirmrand werden die verbliebenen Leben angezeigt. Die kleinen Symbole stehen für die Spezialfähigkeiten, die  in diesem Fall James Bond noch anwenden kann.
Spielt man Broforce in der „World“ Kampagne , sind die Level in sogenannten Welten gebündelt, wie man es auch aus anderen Jump’n’Runs kennt. Die einzelnen Welten sind durch eine Oberwelt miteinander verbunden, von der aus man auch bereits gespielte Level erneut besuchen kann. In der „Arcade“ Kampagne dagegen spielt man zwar dieselben Level wie in der „World“ Kampagne, allerdings ohne Oberwelt direkt hintereinander. Ein Level endet, wenn man den Endboss, meist ein roter Teufel im Anzug, besiegt hat. Dann stellt die Spielfigur eine Amerikaflagge auf und wird von einem Hubschrauber in das nächste Level gebracht.

Neben den beiden Kampagnen gibt es auch andere Spielmodi, wie zum Beispiel einen Race Modus, in dem alle Spielenden versuchen, so schnell wie möglich das Ende eines Levels zu erreichen, oder dem Explosion Run, in dem die Spielwelt automatisch nach rechts scrollt und die Spielenden unter Zeitdruck setzt. Zusätzlich findet man in Broforce einen Level Editor , mit dem man eigene Level erstellen und mit der Community teilen kann.

Im Koop-Modus heißt es zusammenarbeiten. Während sich einer um die Gegner auf der linken Seite kümmert, konzentriert sich der andere auf die rechte Seite.

Bildnachweis

[1]Devolver Digital[2]Broforce[3]Devolver Digital

Pädagogische Beurteilung:

Spritzendes Pixelblut, große Explosionen und hünenhafte Heldenfiguren: Broforce feiert das Actionkino der letzten 30 Jahre und treibt es auf die Spitze. Dabei steht vor allem Spaß und Zerstörungswut im Fokus statt einer tiefgründigen Story.

Für Neueinsteiger gibt es in Broforce kein Tutorial, das die Spielenden an die Hand nimmt. Dafür funktioniert die Steuerung sehr intuitiv und kann nach Wunsch auch angepasst werden. Da die ersten Level leicht gestaltet sind, findet man trotz des fehlenden Tutorials schnell in das Spiel hinein. Nur das Menü verwirrt am Anfang, da es zahlreiche Unterpunkte gibt, deren Inhalt man nur durch ausprobieren herausfindet.

Broforce unterhält durch seine übertriebene Darstellung und Ironie. Nachdem ein Level beendet ist, hängt sich die Spielfigur lässig an die Strickleiter eines Helikopters, während unter ihr alles explodiert und ein rockiges E-Gitarren-Solo erklingt. Für ein besonderes Spielerlebnis sorgt der Koop-Modus. Hier muss man sich absprechen und zusammenarbeiten – sonst hat man die eigenen Mitspielenden schnell gleich mit abgeschossen.

Obwohl „Broforce“ mit seinem Namen und mit dem Thema typische Männlichkeitsbilder zelebriert, sind in dem Spiel mit der Braut aus Kill Bill oder Ellen Ripley aus Alien auch weibliche Actionheldinnen vertreten, die ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen. Wie in den Vorlagen aus Hollywood ist auch in Broforce Blut und Gewalt präsent – Körper explodieren und Köpfe rollen. Der Fokus liegt auf den kämpferischen Elementen, die Darstellung ist rabiat. Durch den groben Pixellook und die ironisierte Darstellung sind dennoch genügend Distanzierungsmöglichkeiten vorhanden – vorausgesetzt man versteht die vielen Anspielungen im Spiel.

Fazit:

Für Liebhaber und Liebhaberinnen des klassischen Actionkinos bietet Broforce kurzweiligen Spielspaß, indem es sich dem Thema ironisch und klar überspitzt annähert. Jedoch sollte man keine tiefgründige Story dahinter erwarten. Gewalt und Blut ist – wenn auch in Pixeloptik – vorhanden, für Jugendliche ab 16 Jahren sind aber genügend Möglichkeiten zur Distanzierung gegeben.
Sarah Pützer
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