Spielebeurteilung

TRI: Of Friendship and Madness

17.08.2015
In dem 3D-Puzzle-Adventure TRI kann man sich aus Dreiecken Brücken und Treppen bauen oder sogar der Schwerkraft trotzen. Jeder Winkel der Spielwelt kann erreicht werden, ganz gleich wie weit er entfernt scheint. Mit diesem Spielprinzip überzeugte TRI bereits die Jury des DCP 2015.

TRI: Of Friendship and Madness führt die Spielenden in eine mysteriöse Traumwelt großer Götter. Hier treffen sie auf einen nicht minder rätselhaften Mann mit einer Maske, der ihnen von den verschwundenen Fuchsgöttern erzählt. Aufgabe der Spielenden ist es, die Götter wiederzufinden.

In jedem Level verstecken sich drei Fuchsstatuen, die man auf die drei Sockel abstellen muss. Die Köpfe oben rechts zeigen an, wie viele man schon gefunden hat.
Bei TRI: Of Friendship and Madness handelt es sich um ein 3D-Puzzle-Adventure in der Ego-Perspektive. Mit den WASD -Tasten bewegt man sich durch die Spielwelt, den Blickwinkel verändert man mit der Maus. Mit ihr lassen sich auch per Klick Gegenstände einsammeln oder einsetzen. Das Spiel ist in verschiedene Level mit unterschiedlichen Schauplätzen aufgeteilt. Diese sind wie ein Labyrinth gestaltet. Tunnel führen in große Hallen, von denen aus sich wiederum zahlreiche Wege abspalten. Aufgabe ist es, in jedem Level drei Fuchsstatuen zu finden und auf den dazugehörigen Sockel abzulegen. Hat man das geschafft, gelangt man durch ein Portal in das nächste Level.

Oft sieht man einen Fuchs in einen der Gänge laufen. Nähert man sich ihm, verschwindet er plötzlich.
Um alle Winkel eines Levels zu erkunden, muss man zum einen Schalter betätigen oder Kisten an den richtigen Stellen verwenden. Zum anderen erhält man im Verlauf des Spiels weitere Fähigkeiten, mit denen man Hindernisse umgehen kann. Die wichtigste unter ihnen ist das Erstellen sogenannter TRIs. Indem man drei Punkte an Wänden, Decken und Böden setzt, erzeugt man eine dreieckige Plattform. Reiht man diese aneinander, kann man Brücken oder Treppen bauen und an zuvor unerreichbare Orte gelangen. Im Verlauf des Spiels erhalten die Dreiecke weitere Eigenschaften. Mit ihnen können die Spielenden beispielsweise Wege an Wänden und Decken entlang bauen und so der Schwerkraft trotzen. Sie reflektieren auch gefährliche Laser, die man umgehen muss.

Mit den dreieckigen Plattformen lassen sich Schluchten ganz leicht überwinden. Die Eckpunkte können nur innerhalb des blauen Kreises gesetzt werden.
In TRI gibt es nur einen Spielmodus. Dafür sind in den Leveln noch weitere Statuen versteckt, mit denen man Bonusmaterialien, wie Audiokommentare der Entwickler, freischalten kann. Die Sprachausgabe ist auf Englisch, die Dialoge sind aber mit deutschen Untertiteln versehen.

Weiterführender Link

Deutscher Computerspielpreis 2015

Bildnachweis

[1]TRI[2]TRI[3]TRI

Pädagogische Beurteilung:

Erzeuge ein Dreieck nach dem anderen und überwinde damit jede räumliche Entfernung. TRI: Of Friendship and Madness bietet eine dreidimensionale Spielwiese, die einlädt frei zu experimentieren. Denn die Anzahl der erstellbaren Dreiecke ist nicht begrenzt; der Weg, um an eine Fuchsfigur zu gelangen, nicht vorgegeben. TRI wirkt mit diesem Spielprinzip erfrischend neu und konnte die Jury des Deutschen Computerspielpreises in der Kategorie „Bestes Jugendspiel“ überzeugen.

Das erste Level von TRI dient gleichzeitig als Tutorial. Der mysteriöse Mann mit der Maske führt die Spielenden durch eine Art Parcours, in dem man alle grundlegenden Steuerelemente einmal verwenden muss. Neue Fähigkeiten sind im weiteren Spielverlauf meist als Erklärung an eine Wand geschrieben. Da die Möglichkeiten zunächst noch limitiert sind und erst nach und nach zunehmen, findet man sich in TRI anfangs gut zurecht. Nur das Leveldesign kann zur Herausforderung werden. Durch den verwinkelten Aufbau und die große Bewegungsfreiheit kann man leicht die Orientierung verlieren. Eine Karte gibt es nicht. Daher ist räumliches Denken in TRI umso mehr gefragt.

Wer weitere Herausforderungen sucht, kann sich an einem Speedrun versuchen. Eine Statistik zeigt am Ende des Levels an, wie viele Dreiecke man erstellt oder wie lange man gebraucht hat. In Onlineranglisten wird ausgewertet, wer mit möglichst wenigen Dreiecken möglichst schnell durch das Level gelangt ist.

Der Grafikstil von TRI passt sich dem Dreiecksmotiv an und ist von geometrischen Figuren durchzogen. Zusammen mit der atmosphärischen Musik ergibt sich eine ansprechende Gestaltung, die den traumhaften Charakter von TRI unterstreicht. Schade nur, dass die Spielwelt von TRI an vielen Stellen etwas karg wirkt. Der Entdeckerdrang wird zwar geweckt, allerdings nur wenig belohnt. Geheimnisse oder kleine Details, die mehr über die Geschichte hinter dem Spiel verraten, fehlen leider.

Fazit:

TRI: Of Friendship and Madness lädt zum Experimentieren ein. Für den Erfolg ist insbesondere räumliches Denken gefragt. Kommt man an einer Stelle nicht weiter, gibt das Spiel selbst keine Hilfestellung. Zudem kann man schnell die Übersicht verlieren. Bei jüngeren Spielenden kann das zu Frust führen. Daher eignet sich TRI: Of Friendship and Madness ab einem Alter von 10 Jahren.
Sarah Pützer
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Siehe auch

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