Spielebeurteilung

Landwirtschafts-Simulator 15

17.06.2015
Der Großstadt entkommen und einmal virtuell Landluft schnuppern? Der Landwirtschafts-Simulator 15 macht es möglich. Als fünfter Teil der Reihe bleibt er dem bewährten Prinzip treu: Traktor fahren, Felder bestellen, Finanzen im Auge behalten. Es fehlt der Simulation aber an Abwechslung, um langfristig zu motivieren.

Im Landwirtschafts-Simulator 15 können die Spielenden ihre Qualitäten als angehende Landwirte testen. Zu Beginn wählt man zwischen zwei Karten: Baut man seinen Hof im skandinavisch anmutenden Bjornholm auf oder zieht es einen ins amerikanische Westbridge Hills? Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad fällt die Höhe des Startkapitals aus. Man besitzt zudem bereits zu Beginn die ersten eigenen Felder und Fahrzeuge, wie zum Beispiel Traktoren und Erntemaschinen.

Mit dem Traktor geht es hinaus aufs Feld. Oben rechts wird das Budget und die Uhrzeit angezeigt, unten links die Karte.
Ziel ist es, den eigenen Hof zu erhalten und erfolgreich zu bewirtschaften. Das erste Geld verdient man mit Ackerbau: Felder müssen gepflügt, besät, gedüngt und schließlich geerntet werden. Dafür wählt man das richtige Fahrzeug aus, kuppelt den passenden Anhänger an und fährt in möglichst geraden Linien über die Felder. Die Erträge transportiert man zu der jeweiligen Verkaufsstelle und lädt sie dort gegen Bezahlung ab. Sobald man genügend Geld erwirtschaftet hat, kann man es in weitere Felder, Fahrzeuge, Geräte oder Nutztiere investieren. Hier entscheidet sich, auf welches Aufgabengebiet man sich spezialisieren möchte: Ackerbau, Viehzucht oder – neu in der Landwirtschafts-Simulator-Reihe – Forstwirtschaft. Wer zusätzlich etwas Geld verdienen möchte, kann an Anschlagbrettern nach Aufträgen Ausschau halten. Gegen Bezahlung mäht man Rasen, transportiert Gegenstände oder liefert ein bestimmtes Produkt innerhalb von zehn Minuten von A nach B. Eine Strafe, falls man eine Mission nicht schafft, hat man nicht zu befürchten.

Erstmals kann man sich in der Landwirtschafts-Simulator-Reihe auch auf den Zweig der Forstwirtschaft konzentrieren.
Im Landwirtschafts-Simulator 15 wechseln sich Tag und Nacht ab. Eine Uhr in der oberen Ecke zeigt die aktuelle Uhrzeit im Spiel an. Man kann die Uhr in Echtzeit laufen lassen oder bis zu 120-mal schneller, um beispielsweise die Nacht schneller zu überbrücken. Eine Karte zeigt an, wo man sich befindet und in welche Richtung man läuft. Während man sich zu Fuß in der Ego-Perspektive bewegt, schaltet das Spiel zu einer Third-Person-Perspektive um, sobald man sich in einem der Fahrzeuge befindet.

Eine Übersicht hält Informationen zum Wetter und zur Finanzlage bereit. Schade, dass der ganze Bereich der Forstwirtschaft nur über „Sonstiges“ läuft.


Anmerkung der spielbar-Redaktion: Der Landwirtschafts-Simulator 15 ist der mittlerweile fünfte Teil der beliebten Reihe. Während die PC-Version bereits seit Oktober 2014 im Handel ist, erschien die von uns getestete Konsolenversion im Mai 2015. Für die PlayStation 4 und Xbox One gibt es einen Online-Multiplayer -Modus, der von uns nicht getestet wurde.

Bildnachweis

[1]Landwirtschafts-Simulator 15[2]Astragon[3]Landwirtschafts-Simulator 15

Pädagogische Beurteilung:

Der Landwirtschafts-Simulator 15 hat den Anspruch, die Arbeit auf dem Land möglichst realitätsnah darzustellen. Ein Feld wird daher nicht nur durch einen Knopfdruck bestellt. Erst muss man mit dem Traktor an den Pflug heranfahren, ihn ankoppeln und dann einschalten, bevor man mit der Arbeit beginnt. Ein Tutorial im Hauptmenü erklärt einzelne landwirtschaftliche Aktionen, zum Beispiel Felder besäen oder Kühe füttern, Schritt für Schritt. Hier lernt man ebenfalls, was ein Grubber macht und wie Maishäckseln funktioniert. So erhalten die Spielenden einen Einblick in die tatsächlichen Arbeitsprozesse eines landwirtschaftlichen Betriebs.

Danach wird man als Neuling allerdings sehr schnell alleine gelassen. Es gibt zwar weitere Hilfestellungen, wie zum Beispiel in der Spielwelt verteilte „?“-Symbole, allerdings geben diese nur geringfügig Auskünfte. Dem Landwirtschafts-Simulator 15 fehlt ein zentrales Tutorial, das nicht nur einzelne Aktionen zeigt, sondern in das grundlegende Spielprinzip einführt. Erklärungen zu den genauen Abläufen oder eine Übersicht zu den wichtigsten Handlungsorten fehlen.

Um nach dem holprigen Einstieg Spaß am Landwirtschafts-Simulator 15 zu haben, muss man Geduld mitbringen. Dem realistischen Anspruch entsprechend bewegen sich die Fahrzeuge äußerst langsam, ein Feld zu bestellen kann einige Minuten dauern. Außerdem sind die Wege teilweise sehr lang. Wer querfeldein fahren möchte, um eine Strecke abzukürzen, landet dank Zäunen und Hügeln schnell in einer Sackgasse. Allerdings kennt man nach einiger Zeit die Wege zu den einzelnen Stationen. Hat man keine Lust auf langwierige Feldarbeit, kann man gegen Bezahlung einen Helfer dafür engagieren. Dann gilt es eher die eigene Wirtschaft am Laufen zu halten. Was sind meine Einnahme, was meine Ausgaben? Welchen Bereich möchte ich weiter ausbauen? Geld ist im Landwirtschafts-Simulator knapp bemessen – daher müssen Investitionen gut überlegt sein.

Leider hat sich das Potenzial der Simulation schnell erschöpft. Den Missionen fehlt es an Abwechslung, die Spielwelt wirkt schnell karg und leer. Die Karte ist von Beginn an komplett zugänglich, neue Gebiete gibt es nicht zu entdecken. Das kulissenhafte Dorf wird nur durch vorbeifahrende Autos belebt. Dabei würde es den Spielspaß ungemein steigern, wenn man mit anderen Personen interagieren könnte. Warum zum Beispiel nicht mit Händlern bessere Preise aushandeln oder Kooperationen mit anderen Landwirtschaftsbetrieben bilden?

Fazit:

Der Landwirtschafts-Simulator 15 spricht eine spezielle Zielgruppe an, die beim Spielen eher Ruhe und Gemächlichkeit sucht. Wer dagegen schnelle Action und viel Abwechslung erwartet, wird mit dem Spiel keine Freude haben. Wenn Eltern ihr Kind beim Spielen begleiten und über die mangelhafte Einführung hinweghelfen, ist die Simulation ab einem Alter von 8 Jahren geeignet.
Sarah Pützer
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