Spielebeurteilung

Broken Age

22.07.2015
Broken Age erzählt passend zum Titel die Geschichte zweier Teenager, die aus ihrem bisherigen Leben ausbrechen wollen. Das Point'n'Click-Adventure verwickelt beide Hauptfiguren geschickt in eine fantasievolle sowie spannende Geschichte und punktet vor allem mit seinem außergewöhnlichen Stil.

Broken Age ist ein in mehrere Episoden aufgeteiltes Adventure und erzählt die Geschichte von zwei Jugendlichen, Vella und Shay. Die beiden scheinen zunächst keine Verbindung zueinander haben, außer dass beide auf ihre Art und Weise aus ihrem bisherigen Leben ausbrechen wollen. Vella soll zum Schutz ihres Heimatdorfes einem gigantischen Monster geopfert werden und beschließt gegen das Monster zu kämpfen. Shay scheint der einzige Passagier eines Raumschiffes zu sein, das von einem übermütterlichen Computer gesteuert wird. Eines Tages trifft er den Entschluss, das Raumschiff zu verlassen.

Mit dem Mauszeiger untersucht man Vellas Umgebung. Gibt es einen Punkt, mit dem man interagieren kann, verändert sich der Zeiger.
Broken Age folgt in seinem Aufbau einem traditionellem Point’n’Click Adventure. Um die Geschichte voranzutreiben, muss man Gegenstände finden, Dialoge führen und eine Kette verschiedener Rätsel lösen. Diese folgen vor allem dem Prinzip: Wie kann ich Gegenstand X einsetzen, damit ich an Gegenstand Y gelange? Gesteuert werden die Hauptfiguren Vella oder Shay mittels Mausklick, die Tastatur wird nicht benötigt. Möchte man einen Gegenstand benutzen, zieht man ihn aus dem Inventar am unteren Bildschirmrand per „Drag’n’Drop“ auf die Stelle, an der man ihn anwenden möchte. Die Spielenden können zwischen den Welten der beiden Hauptfiguren jederzeit wechseln, jedoch sind diese – zumindest zu Beginn – nicht miteinander verbunden.

Bei Shay gleicht jeder Tag dem anderen. Sein mütterlicher Boardcomputer weckt ihn, bereitet ihm Frühstück zu und beschäftigt ihn mit ausgedachten „Missionen“.
Neben dem Einzelspielermodus gibt es in dem Adventure keine weiteren Spielmodi oder einstellbare Schwierigkeitsgrade. Alle Texte sind auf Deutsch übersetzt und vertont. Die erste Episode von Broken Age erschien im Januar 2014, die zweite im April 2015. Ein Termin für die dritte Episode steht bisher noch nicht fest.

In vielen Dialogen gibt es mehrere Optionen, zwischen denen man wählen kann. Manche Fragen dienen dazu, mehr Hintergrundinformationen zur Spielwelt zu erhalten. Durch eine andere Dialogoption erhält man möglicherweise ein Item.

Bildnachweis

[1]Double Fine Productions[2]Double Fine Productions[3]Double Fine Productions

Pädagogische Beurteilung:

Broken Age fällt vor allem durch seinen künstlerisch anmutenden Stil auf. Jeder Screenshot gleicht einem Gemälde, das mit dem Pinsel auf eine Leinwand gebracht wurde. Untermalt werden die schönen Bilder von atmosphärisch passender Musik und einer qualitativ hochwertigen Vertonung.

Der Einstieg in Broken Age fällt auch ohne Tutorial sehr leicht. Die Steuerung funktioniert nur über die linke Maustaste und ist daher schnell erlernt. Fährt der Mauszeiger über eine anklickbare Stelle, verändert er sich. So kann man sich jederzeit schnell einen Überblick verschaffen, mit welchen Punkten man interagieren kann.

Für Spielspaß sorgen, neben der ansprechenden Inszenierung, die kniffligen Rätsel. Hier wird vor allem der Entdeckergeist angesprochen. Mit wem oder was kann ich interagieren? Was passiert dann? Die Spielenden müssen genau auf Hinweise in den Dialogen oder in der Umgebung achten und anschließend die gesammelten Informationen logisch zusammensetzen. Typisch für ein Adventure besteht Broken Age überwiegend aus ruhigen Sequenzen, in denen man die Spielwelt erkundet. Von den Spielenden ist daher Geduld gefordert. Von dem Spiel selbst gibt es bei anspruchsvollen Rätselpassagen keine Hilfestellung. Allerdings können die Spielenden jederzeit zu der anderen Hauptfigur wechseln, und die jeweils andere Geschichte erst einmal weiterführen. Auf diese Weise kommt bei Broken Age selten Frust auf.

Die Geschichte zeugt, passend zum Malstil, von viel Fantasie und Einfallsreichtum. Die Handlungsstränge sind nicht nur ansprechend, sondern auch äußerst witzig inszeniert – und das, obwohl ernste Themen, wie beispielsweise Menschenopfer, angeschnitten werden. Darstellungen von Blut und Gewalt sind an keiner Stelle zu sehen.

Fazit:

Wer fantasievolle Geschichten mag und gerne Rätsel löst, wird mit Broken Age viel Freude haben. Das Adventure verbindet auf geschickte Weise die beiden Hauptfiguren und punktet mit seiner liebevoll gestalteten Spielwelt. Trotz Kinderbuchoptik findet das eine oder andere ernste Thema Erwähnung, zudem gibt das Spiel keine Hilfestellungen bei schwierigen Rätseleinlagen. Broken Age bietet daher Spielspaß für Jugendliche ab 10 Jahren – aber auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten.
Sarah Pützer
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