Spielebeurteilung

Imagoras – Die Rückkehr der Bilder

15.12.2015
Imagoras wurde zwar als erweitertes Angebot eines Museums konzipiert – muss sich aber hinter anderen Spiele-Apps keinesfalls verstecken. Das Mobile Game von Deck13 und dem Städel Museum weckt Interesse für Kunst, regt die Fantasie an und kann auch spielerisch unterhalten.

Eine unheimliche Macht namens Leere hat den Menschen ihre Fantasie gestohlen. Alle Bilder sind in ein trübes Grau gefärbt. Die Spielenden treffen in diesem düsteren Szenario auf das drachenähnliche Wesen Flux. Mit ihm an ihrer Seite wandern sie durch Gemälde verschiedener Künstler und füllen die Welt wieder mit Farbe.

Jede Figur, die man auf dem Gemälde sieht, hat ihre eigene Geschichte zu erzählen. Zauberwesen Flux macht die Spielenden auf jedes Detail aufmerksam.
Das Mobile Game Imagoras entstand aus einer Zusammenarbeit des Entwicklerstudios Deck13 mit dem Städel Museum in Frankfurt. Aufgabe der Spielenden ist es, die Bilderwelten der Gemälde, Zeichnungen oder Druckgrafiken des Museums genau zu untersuchen und Rätsel zu lösen. Das Spiel ähnelt einem Point’n’Click-Adventure , dessen Spielwelt aus den Kunstwerken besteht. Man berührt auf den Bildern Figuren und Gegenstände, sammelt Objekte ein, wendet sie an der richtigen Stelle an und meistert kleinere Minispiele. Ein Level besteht in Imagoras aus einem Hauptbild und weiteren Kunstwerken, die mit diesem über sogenannte Fluxportale verbunden sind. Um die Aufgaben zu erfüllen, muss man zwischen den Bildern hin und her reisen. Sind alle Rätsel gelöst, kann man sich in das nächste Level begeben.

Am Kopf des Geographen hat sich ein Fluxportal geöffnet. Von hier aus gelangen die Spielenden in ein anderes Bild.
Neben dem normalen Storymodus gibt es in Imagoras auch einen Charaktereditor. Hier kann man Flux mit den eingesammelten Objekten kostümieren und seine eigene Version abspeichern. Diese landen in einer Galerie auf der offiziellen Webseite des Spiels. Hier finden Interessierte außerdem weitere Informationen zu den einzelnen Kunstwerken.

Kleine Minispiele wechseln sich mit Rätselaufgaben ab. Hier müssen die Spielenden den Blumen Farbe geben.

Bildnachweis

[1]Städel Museum[2]Städel Museum[3]Städel Museum

Pädagogische Beurteilung:

Das Hauptaugenmerk von Imagoras liegt nicht nur auf den Kunstwerken, sondern auch auf den Geschichten, die sie erzählen. Hinter den Bildern versteckt sich jeweils eine Geschichte, die mit jeder erfüllten Aufgabe weitergesponnen wird. Dies regt dazu an, sich beim nächsten Museumsbesuch eigene Geschichten zu den Ausstellungsstücken auszudenken.

Das Spielprinzip von Imagoras wird von Flux Schritt für Schritt erklärt und ist leicht zu verstehen. Bleibt doch etwas unklar, steht das Zauberwesen den Spielenden zur Seite und gibt hilfreiche Tipps. Berührt man ihn, wird in Form einer Checkliste die aktuelle Aufgabe angezeigt.

Um an Imagoras Spaß zu haben, muss man sich zunächst auf das Spielprinzip einlassen. Die Figuren der Gemälde, Drucke oder Skizzen sind nicht animiert. Die Figuren erwachen erst durch die Erzählung und durch die eigene Fantasie zum Leben. Die Geschichten nehmen an manchen Stellen auch ernstere Töne an. Diese werden aber von Flux mit Witzen und Sprüchen aufgelockert, sodass Imagoras nie bedrückend wirkt. Beeindruckend an Imagoras ist auch die hohe Qualität der Umsetzung der App. Die Animationen von Flux, die Spielgeräusche und die Vertonung der Texte überzeugen in allen Bereichen und tragen einen wesentlichen Teil zum Spielspaß bei.

Imagoras regt nicht nur die eigene Vorstellungskraft an. Die App weckt auch Interesse für Kunst. Durch das Geschichtenerzählen wird in Ansätzen bereits ein Bild analysiert und interpretiert. Leider ist es aber meist offensichtlich, nach welchem Gegenstand man suchen muss und wer ihn braucht. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist sehr gering gehalten und dürfte ruhig fordernder sein, damit die Spielenden langfristig motiviert bleiben.

Fazit:

Imagoras ist als Experiment, das Städel Museum digital zu erweitern, geglückt. Die App weckt Interesse für Kunst, regt die Fantasie an und kann auch spielerisch unterhalten. Da alle Texte vertont sind, Flux jederzeit Hilfestellung gibt und der Schwierigkeitsgrad eher gering ist, eignet sich Imagoras schon ab einem Alter von 5 Jahren.
Sarah Pützer
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