Spielebeurteilung

Crypt of the NecroDancer

18.06.2015
Zu Elektrobeats tanzend Monster bekämpfen – das Indie-Spiel Crypt of the NecroDancer verbindet das Prinzip eines Dungeon Crawlers mit Musikspielelementen. Dabei ist vor allem Geduld, Geschick und jede Menge Rhythmusgefühl gefragt. Denn die Spielfiguren bewegen sich nur im Takt vorwärts.

Heldin von Crypt of the NecroDancer ist eine junge Frau namens Cadence, die aufbricht, um in einer verwunschenen Gruft nach ihrem Vater zu suchen. Dort angekommen verliert sie das Bewusstsein und wird von einem Zauberer namens NecroDancer verflucht. Cadence erwacht und merkt, dass sie sich nur noch im Rhythmus der Musik fortbewegen kann.

Das Herz am unteren Bildschirmrand schlägt im Takt der Musik. Die Striche, bewegen sich passend zur Musik auf das Herz zu und geben zusätzliche Orientierung.(Bild: Brace Yourself Games)
Bei Crypt of the NecroDancer handelt es sich um einen typischen 2D-Dungeon Crawler. Man steuert die Figuren durch eine Labyrinth-artige Umgebung (“Dungeon”), kämpft gegen verschiedene Monster und sucht nach Items, mit deren Hilfe man stärker wird. Das Spiel ist in eine Oberwelt und vier Zonen aufgeteilt, deren Design nach jedem erneuten Betreten zufällig zusammengesetzt wird. Besiegt man den Endboss einer Zone, öffnet sich in der Oberwelt der Zugang zur nächsten. Im Verlauf des Spiels schaltet man weitere spielbare Charaktere frei, die jeweils eigene Stärken und Schwächen besitzen.

Einer der Endbosse verwandelt das Spielfeld in ein Schachbrett
Das Besondere an Crypt of the NecroDancer ist, dass alle Figuren sich nur im Rhythmus der Musik bewegen können. Damit greift das Spiel auch Elemente aus dem Musikspiel-Genre auf. Je mehr Bewegungen man im richtigen Rhythmus ausführen kann, desto mehr Münzen lassen die besiegten Monster zurück, die man wiederum gegen Waffen und Ausrüstungen tauschen kann. Sobald man sich einmal außerhalb des Rhythmus bewegt, werden die Boni wieder auf null gesetzt. Auch die Monster bewegen sich mit der Musik und folgen dabei je nach Typ einem bestimmten Bewegungsmuster. Um einen Gegner anzugreifen, muss man im richtigen Moment gegen ihn hüpfen. Wird man selbst getroffen, verliert man Lebenspunkte in Form von roten Herzen. Sobald alle verbraucht sind, muss man die jeweilige Zone wieder von vorne beginnen.

Man kann im Dungeon auch Diamanten finden, hier am oberen Bildschirmrand angezeigt. Diese kann man gegen permanente Status-Aufbesserungen eintauschen, zum Beispiel ein weiteres Herz für die Lebensanzeige.
Von der Oberwelt aus kann man neben dem normalen Spielmodus aus zahlreichen weiteren Modi auswählen. Es gibt beispielsweise in einen lokalen Koop-Modus , einen Trainingsmodus und einen Deathless-Modus für Experten, in dem man alle vier Zonen ohne einmal zu sterben durchspielen muss. Neben der Tastatur kann man zur Steuerung auch die Maus, ein Gamepad oder sogar eine Tanzmatte wie bei Dance Dance Revolution benutzen. Die Sprachausgabe ist auf Englisch.

Bildnachweis

[1]Brace Yourself Games[2]Brace Yourself Games

Pädagogische Beurteilung:

Erst ein Sprung nach links, dann nach oben, die Bewegung des Gegners abwarten und dann im Takt der Musik gegen ihn gehüpft. Kämpfe in Crypt of the NecroDancer erinnern eher an einen Tanz als eine physische Auseinandersetzung. Ähnlich wie bei einem Tanzpartner müssen die Spielenden auf alle Schritte der Gegner achten, ihr Bewegungsmuster studieren und sich diesem anpassen.

Ein Tutorial führt zu Beginn die Spielenden schnell in die Steuerung ein. Erklärungen erhält man in Monologform von Hauptfigur Cadence und lernt Schritt für Schritt, wie das Prinzip hinter Crypt of the NecroDancer funktioniert. Danach nimmt das Spiel schnell an Fahrt auf. Die Mischung aus Musikspiel und Dungeon Crawler sorgt für Erfolgserlebnisse, wenn man den Takt einmal gefunden hat – und dann beibehält. Nicht nur die Boni spornen dabei die Spielenden an. Nach einer fehlerlosen Reihe richtiger Bewegungen blinkt der Boden in verschiedenen Farben und verleiht dem Spiel einen Hauch von Discofeeling.

Wer allerdings mit Musikspielen nicht viel anfangen kann, wird es in Crypt of the NecroDancer schwer haben. Cadence bewegt sich nur, wenn der richtige Takt getroffen wurde. Das erfordert nicht nur Geschick, sondern auch eine Prise Rhythmusgefühl. Abhilfe schaffen andere spielbare Figuren, die sich zum Beispiel außerhalb des Takts fortbewegen können, dafür aber von Gegnern hartnäckiger verfolgt werden. Um alles freizuschalten, kommt man trotzdem um Protagonistin Cadence nicht herum.

In Crypt of the NecroDancer sind Waffen und an manchen Stellen Blut vorhanden. Allerdings werden durch die Pixeloptik und das fiktive Setting ausreichend Distanzierungsmöglichkeiten gegeben. Bevor das Spiel startet, wird davor gewarnt, dass die blinkenden Bodenlichter epileptische Anfälle auslösen können. Im Menü kann dieses Feature ausgestellt werden.

Fazit:

Mit Crypt of the NecroDancer wird das altbekannte Dungeon Crawler Genre durch Elektrobeats und Musikspielelemente aufgepeppt. Das Spielprinzip funktioniert, macht viel Spaß und schult zeitgleich das eigene Rhythmusgefühl. Da Englischkenntnisse vorausgesetzt werden, eignet sich Crypt of the NecroDancer ab einem Alter von 12 Jahren.
Sarah Pützer
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