Spielebeurteilung

Fire

10.06.2015
Skurril, bunt und witzig – so präsentiert sich Daedalics neues Adventure Fire. Die Spielenden begleiten Neandertaler Ungh auf seiner Suche nach Feuer und müssen auf der Reise zahlreiche Rätsel lösen. Abwechslungsreiche Knobelaufgaben und eine gute Prise Humor sorgen dabei für jede Menge Spielspaß.

Der chaotische Neandertaler Ungh soll das Feuer seines Dorfes bewachen und schlummert bei der Nachtwache prompt ein. Am nächsten Tag ist das Feuer erloschen, Ungh wird aus seinem Dorf verbannt. Damit er in sein Dorf zurückkehren kann, macht sich Ungh auf die Suche nach einer neuen Flamme. Nachdem er einen mysteriösen Apfel verspeist, hat der Neandertaler plötzlich eine Vision: Ihm werden zehn Glühwürmchen gezeigt, die in der ganzen Spielwelt verstreut werden. Möchte er Feuer finden, muss er dazu zunächst alle Glühwürmchen einsammeln.

Ungh hat eine Vision: Zehn kleine Glühwürmchen muss er finden, wenn er das Feuer in sein Dorf zurückbringen möchte.
Fire führt die Spielenden in eine bunte Steinzeitwelt, in der sie kleine Aufgaben bewältigen müssen, um die Geschichte voranzutreiben. Das Spiel ist dabei in zehn verschiedene Abschnitte unterteilt, in denen jeweils eines der Glühwürmchen mal mehr, mal weniger offensichtlich versteckt wurde. In jedem Abschnitt findet man verschiedene Rätsel, die miteinander verkettet sind. Hat man die Lösung zu allen gefunden, kann Ungh schließlich das Glühwürmchen einsammeln und gelangt in den nächsten Abschnitt.

Die Kommunikation unter den Figuren funktioniert ganz ohne Text. Der Regenmann möchte wohl, dass es regnet.
Fire wird in Point-n-Click Manier mit der Maus gesteuert. Verändert sich der Mauszeiger, kann man diese Stelle anklicken. Ungh bewegt sich dann dorthin und interagiert mit der Figur oder dem Gegenstand. Einige Items kann Ungh aufsammeln und durch Mausklick auf einen anderen Gegenstand anwenden. Ein Inventar gibt es allerdings nicht, daher kann man nur ein Item auf einmal tragen. Ungh selbst steuert man durch die verschiedenen handgezeichneten Hintergrundbilder mittels Klick auf die Pfeiltasten am unteren Bildschirmrand.

Bei diesem Rätsel muss man sich ganz auf sein Gehör verlassen. Welches Lied möchte der Mann mit der Maske hören? Wie kann man es nachstellen?
Fire besitzt ansonsten keine weiteren Spielmodi und nur einen einheitlichen Schwierigkeitsgrad. Kommt man an einer Stelle nicht weiter, kann man aber durch Druck auf die Leertaste alle Gegenstände, mit denen man interagieren kann, markieren lassen.

Weiterführender Link

Die Gewinner des Deutschen Computerspielpreises 2015

Bildnachweis

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Pädagogische Beurteilung:

Da Schrift in der Steinzeit noch nicht erfunden war, kommt Fire prima ohne Text und lange Erklärungen zurecht. Ein kleines Schild zeigt visuell zu Beginn, wie man das Menü oder die Hilfestellung aufruft. Der Rest der Steuerung funktioniert intuitiv und ist leicht erlernbar.

Da das Spiel in einzelne voneinander losgelöste Abschnitte unterteilt ist, sind die Rätsel klar strukturiert. Findet man einen Gegenstand in einem Abschnitt, wird er dort für die Lösung gebraucht und kann nicht in den nächsten mitgenommen werden. Die Spielenden können in Ruhe einen übersichtlichen Abschnitt erkunden, alle Interaktionsmöglichkeiten ausprobieren und in einen logischen Zusammenhang bringen, ohne sich dabei überfordert zu fühlen. Einige Rätselpassagen haben es in sich und können einige Spielminuten in Anspruch nehmen. Meist kommt man allerdings mit etwas Geduld, logischem Denken und Entdeckergeist auf die Lösung. Falls nicht, hilft ein Druck auf die Leertaste weiter.

Die Rätsel in Fire sorgen auch mit ihrer Abwechslung für jede Menge Spielspaß. Die Aufgaben folgen keineswegs nur dem Schema „Welchen Gegenstand verwende ich wo?“. An manchen Stellen muss man genau hinhören und das richtige Musikstück nachstellen, an anderen kann man sich in verschiedene Tiere verwandeln. Kleinere Minispiele sorgen für zusätzliches Vergnügen, wenn man beispielsweise in „Der heiße Draht“-Manier mit dem Mauszeiger einen Parcours entlangfahren muss.

Fire überzeugt mit der für Daedalic-Spiele typischen Inszenierung. Liebevoll gezeichnete Hintergrundbilder, witzige Charaktere und skurrile Ideen runden das Spielerlebnis ab. Einziger Wermutstropfen: die kurze Spielzeit. Nach zwei, spätestens drei Stunden ist Fire bereits durchgespielt, dafür kostet das Spiel auch nur zehn Euro. Trotzdem schade, denn mit dem sympathischen Ungh hätte man gerne mehr Zeit verbracht.

Fazit:

Bildliche Erzählweise, intuitive Steuerung und witzige, abwechslungsreiche Rätsel – den Deutschen Computerspielpreis 2015 in der Kategorie Bestes Kinderspiel hat Fire verdient. Die kniffligen Aufgaben fordern, ohne zu überfordern. Fire bringt daher schon Kindern ab sechs Jahren viel Spielspaß und auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten.
Sarah Pützer
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