Spielebeurteilung

Dragon Age: Inquisition

09.02.2015
Risse in der Fantasywelt Thedas lassen Scharen von Dämonen in das Land strömen. Nun ist es Aufgabe der Spielenden, die Risse wieder zu schließen. Dragon Age: Inquisition bietet ein komplexes Szenario, in dem es nicht nur um den Kampf gegen Dämonen, sondern auch politische Machtspiele geht.


Die Fantasywelt Thedas wird von schweren politischen Krisen gezeichnet. Insbesondere die Auseinandersetzung zwischen den spirituellen Eliten des Landes, den Magiern und Templern, spitzt sich zu. Als dann eine Friedensverhandlung von einer gewaltigen Explosion erschüttert wird, erscheinen gewaltige Risse in Thedas, die ein Tor zum sogenannten „Nichts“ öffnen. Daraufhin strömen Scharen von Dämonen in das Land. Nun liegt es an der eigenen Spielfigur und ihren Begleitern die in der ganzen Welt verteilten Risse wieder zu schließen und in Thedas für Frieden zu sorgen. Fortan nennt sich die Vereinigung die „Inquisition“.

In Dragon Age: Inquisition wird man oftmals vor die Wahl gestellt. Die Antwort könnte die anderen Figuren zufrieden stellen – oder auch verärgern.
Das Spiel beginnt, indem man sich eine eigene Spielfigur erstellt. Zur Auswahl stehen zum einen beide Geschlechter und vier Völker, die in Mensch, Elf, Zwerg und den sogenannten Qunari aufgeteilt sind. Zum anderen kann man sich für eine von fünf Klassen entscheiden, die die Spezialfähigkeit der Spielfigur bestimmen. Mit der eigenen Wunschfigur begeben sich dann die Spielenden auf zahlreiche Haupt- und Nebenmissionen. Diese meistert man zum größten Teil nicht alleine, sondern in einem Team, das man sich aus verschiedenen Kämpfern und Kämpferinnen selbst zusammenstellen kann. Zentrale Anlaufstelle ist jederzeit die Himmelsfeste, das Hauptquartier der Inquisition. Von hier aus kann man am „Kartentisch“ verschiedene Orte auswählen und sich per Schnellreise dorthin teleportieren.

In den Kämpfen kann man nicht nur seine eigene Spielfigur steuern, sondern auch per Klick auf das jeweilige Icon zwischen den anderen Teammitgliedern und -mitgliederinnen wechseln.
Ziel ist es nicht nur, wie für Rollenspiele typisch, die eigene Figur durch im Kampf gesammelte Erfahrungspunkte zu stärken. Man muss auch den Einfluss der Inquisition in den einzelnen Gebieten ausbreiten. Hierfür schließt man entstandene Risse, errichtet Lager und erledigt zusätzliche Quests. Durch die erzielten Erfolge erhält man „Machtpunkte“, die man in verschiedene Aufträge investieren kann. Beispielsweise werden auf diese Weise neue Gebiete erkundet und so freigeschaltet.

Im Taktikmodus pausiert der Kampf. Jetzt hat man genügend Zeit, sich eine passende Strategie zu überlegen.
Zusätzlich gibt es in Dragon Age: Inquisition auch einen Multispieler-Modus, der unabhängig von der Kampagne läuft. Hier kann man im Koop-Modus mit bis zu vier Spielenden ebenfalls verschiedene Missionen erledigen und die eigene Figur mit Gegenständen ausrüsten. Bezahlen kann man mit im Spiel gefundenen Goldstücken – oder aber mit „Dragon Age Platin“, einer Sonderwährung, die man mittels Mikrotransaktionen käuflich erwerben kann.

Bei Dragon Age: Inquisition handelt es sich um den dritten Teil der Dragon Age Reihe. Da verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten den Fortlauf des Spiels beeinflussen, gibt es durch „Dragon Age Keep“ die Möglichkeit, in den vorherigen Spielen getroffene Entscheidungen in das neue Spiel zu übernehmen.

Weiterführender Link

Dragon Age Inquisition – Angespielt & Entwicklerinterview

Bildnachweis

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Pädagogische Beurteilung:

Obwohl Dragon Age: Inquisition der dritte Teil einer Reihe ist, fällt der Einstieg in die Geschichte auch Neulingen leicht. Das Spiel beginnt, spannend inszeniert, unmittelbar mit der Explosion – die Hintergründe kann man sich aber durch verschiedene Dialogoptionen im Verlauf des Spiels erklären lassen. Sollte dies nicht nötig sein, kann man diese Optionen aber auch ganz leicht überspringen. Auch die Steuerung wird Stück für Stück erklärt. Dank der Auswahl zwischen vier Schwierigkeitsgraden findet jeder Spielertyp seinen passenden Grad an Herausforderung.

Nach einem beinahe zweistündigen Anfangskapitel kann man schließlich die Spielwelt frei erforschen und sich auf die verschiedenen Quests begeben. Dabei treibt einen vor allem die spannende Geschichte voran, die durchaus Tiefe besitzt. Während man die Dämonen als eindeutige Gegner einordnen kann, fällt dies bei den Templern und Magiern nicht so leicht. Welcher Seite kann man vertrauen und welcher nicht? Die Spielenden müssen sich in Dragon Age: Inquisition häufig entscheiden und damit moralisch einen Standpunkt beziehen. Spannend daran ist, dass die getroffenen Entscheidungen die sozialen Beziehungen zu den anderen Begleitern und auch den Verlauf der Geschichte beeinflussen.

Dadurch sind die Spielenden aufgefordert über die Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken. Der soziale Aspekt in Dragon Age: Inquisition wird damit besonders betont. Im Kampf sind dagegen Schnelligkeit und Präzision gefragt. Erweist sich eine Situation als besonders schwierig, gibt es die Möglichkeit, in einen Taktikmodus zu wechseln. Das Spiel pausiert und man kann in Ruhe die Angriffe der gesamten Gruppe planen. So erhält das Kampfsystem auch eine strategische Note.

Fazit:

Dragon Age: Inquisition weiß seine Spielenden an sich zu binden. Die Welt von Thedas ist riesig und ihre Entdeckung erfordert viel Zeit. Dazu bietet die Beziehung zu den einzelnen Kameraden und Kameradinnen emotionale Tiefe, während sich der Plot dynamisch zu den getroffenen Entscheidungen entwickelt. Auch Darstellungen von Gewalt sind präsent. Das fordernde, düstere Spielszenario eignet sich daher ab einem Alter von 16 Jahren.
Sarah Pützer
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