Spielebeurteilung

Arcania: Gothic 4

24.11.2014
Im vierten Teil der Gothic-Reihe sinnt der namenlose Held nach Rache an König Rhobar III. Dabei wird die eigene Spielfigur auf die Probe gestellt und muss sich der ein oder anderen moralischen Entscheidung stellen. Arcania: Gothic 4 bewahrt trotz einiger Längen seine Spannung, einige Bugs trüben jedoch den Spielspaß.

In der Handlung von Arcania: Gothic 4 geht es um den König Rhobar III, der einen vernichtenden Feldzug gegen die südlichen Inseln Argaan, Kobris und Feshyr führt. Die Hauptfigur findet sich inmitten der Unruhen wieder und will Rache für seine getötete Verlobte Ivy. Der König soll büßen...

Der Protagonist macht sich auf die Suche nach den Mördern seiner Verlobten Ivy. Schauplätze sind die Inseln Feshyr und Argaan.
Als Spieler oder Spielerin schlüpft man, wie in den Vorgängern, in die Rolle eines namenlosen Helden. Man bewegt sich über die Inseln Feshyr und Argaan, auf denen man sich aber erst nach und nach frei bewegen kann, da die Spielwelt nur Stück für Stück freigeschaltet wird. Man erfährt nach und nach, wie sich das Wesen der Figur verändert – auch indem man Erfahrung sammelt und diese in die Verbesserung von fünf Charakterwerten und drei Zaubern investieren kann.
Der Held will Rache für seine tote Verlobte. Als erstes gilt also: Alles was gegen Rhobar III geht ist gut. Dazu löst man Aufgaben, spricht mit anderen Charakteren und kämpft gegen Monster und andere Widersacher. Man ist anfangs ein Widerstandskämpfer, doch das wird sich ändern...

Auf seiner Reise gilt es einige Quests und Kämpfe zu bestehen.
Es gibt in Arcania: Gothic 4 immer wieder verschiedene Handlungsmöglichkeiten zur Auswahl, die die Moral des Spielers oder der Spielerin auf eine harte Probe stellen. Zum Beispiel ist einmal der Lehrmeister des Helden in Haft. Die Hauptfigur muss sich zwischen zwei Leuten entscheiden, die ihn befreien können. Der eine unterstützt insgeheim Rhobar III und will die Stadt unter die Herrschaft eines anderen Landes geben, damit sie nicht untergeht. Der andere ist zwar ehrenhaft, dafür aber ein Narr. Das Ziel dieses Narren ist die Erhaltung der Freiheit dieses Stadtstaates. Wenn er an die Macht kommen würde, wäre sie zwar frei, allerdings nicht lange, weil die Feinde sie vernichten würden. Man hat also die Wahl zwischen einem verlogenen Verräter und einem arroganten Dummkopf. Die Ironie solcher Art durchzieht das gesamte Spiel.

Wem kann man vertrauen, wem nicht? Nicht alle Figuren, auf die man trifft, meinen es gut mit der Hauptfigur.
Es gibt die klassischen Schwierigkeitsgrade Leicht, Mittel und Schwer sowie den Schwierigkeitsgrad „Gothic“ (das wäre in diesem Fall mit Experte gleichzusetzen). In dem Verlauf des Spiels wird der Anspruch immer größer, genau wie der Held sich verändert. Die moralischen Entscheidungen werden im Verlaufe des Spiels immer anspruchsvoller.
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[1]Jowood[2]Jowood[3]Jowood

Siehe auch

Spielebeurteilung

Gothic 3

In dem Fantasy-Rollenspiel Gothic 3 schlüpft man in die Haut eines Kriegers, der sich auf seiner Suche nach dem Zauberer Xardas mit diversen Volksgruppen arrangieren muss. Man muss geschickt Gespräche führen, im Kampf gegen den Feind bestehen und viele Aufträge erfüllen.

1 Kommentar

Moritz, 13 Jahre, Spieletester Greifswald schreibt:

Der Spielspaß ist groß. Gothic 4 ist ein Tor in eine Welt voller Abenteuer und Quests. Die Atmosphäre ist in den Orten am Anfang gut, doch mit der Zeit gibt es zu viele Missionen in Höhlen, die sich sehr ähnlich sehen. Zu dem ist das Spiel unglaublich in die Länge gezogen, was den Spielspaß trübt. Einige Dinge werden allerdings geschichtlich nicht geklärt. Zum Beispiel gibt es einmal eine Andeutung auf die Vorgeschichte des Helden, die nie erklärt wird. Derartige Fehler treten des Öfteren auf.

Für die damalige Zeit besaß das Spiel eine reichhaltige Texturfülle, dafür weniger schöne Gesichtsdetails. Es gibt des Öfteren eine wunderschöne Aussicht, zum Beispiel liegt dort einmal ein Drachenskelett, welches hervorragend in die Umgebung passt. Leider besitzt das Spiel mehrere Bugs - wie zum Beispiel, dass ein Gegner immer wieder gegen einen Felsen läuft, und es dem Spieler dadurch leicht macht, ihn mit Bogen oder Armbrust zu töten.

Zu der Musik kann man folgendes sagen: Es ist für jede Atmosphäre etwas vorhanden - das macht das Spiel auch immer spannender. Außerdem verändert sich die Musik im Kampf - sie wird dramatischer, wenn die Gesundheitsanzeige nach unten geht. Es ist immer ein Hintergrundgeräusch zu hören, das passt. Die Kampfgeräusche sind weniger gut, denn die Kommentare der Gegner wiederholen sich sehr oft. Sie wechseln oft nur zwischen: „Ich hau dich zu Klump!“ und: „Dich fress ich zum Frühstück!“.

Die Dialoge können ab und zu etwas nerven, denn die Sprechweise wirkt gezwungen. Die Gestik der Personen passt absolut nicht zu der Sprechart. Die Vertonung ist gut, jedoch passt die gute Vertonung nicht zu der schlechten Mimik. Doch die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten der Antworten und Fragen machen es interessant.

Am Anfang gibt es das klassische Tutorial. Danach gibt es keine Hilfe mehr, außer den Informationen über die Quests.

Das Spiel besitzt eine einfache, gute Steuerung. Die Tastenbelegung unterscheidet sich von den anderen Gothic-Teilen. Die Benutzeroberfläche ist sehr übersichtlich. Bei der Kameraperspektive handelt es sich um eine Third-Person-Perspektive, die unveränderbar ist.

24.11.2014 um 10:54


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