Spielebeurteilung

Der Puppenspieler

29.07.2014
Sonys Der Puppenspieler bringt ein märchenhaftes Abenteuer auf die Theaterbühne und schlägt dabei auch den ein oder anderen düsteren Ton an. Das Jump'n'Run überzeugt vor allem mit kreativen Ideen und innovativen Steuerelementen. Allerdings erfordert das gekonnte Springen auch etwas Übung.

Kutaro ist ein kleiner Junge, der vom bösen Mond-Bärenkönig entführt und in einer Puppe verwandelt wird. Doch damit nicht genug, verschlingt der Mond-Bärenkönig auch noch Kutaros Puppenkopf und überlässt ihn seinem Schicksal. Fortan muss Kutaro viele Hindernisse überwinden, um seinen Kopf zurückzuerobern.

Kutaro findet während des Spiels verschiedene Köpf, die er sich aufsetzen kann. Verliert er ihn, muss er ihn so schnell wie möglich wieder aufsammeln.
In "Der Puppenspieler" steuert der Spieler die Marionette Kutaro, kämpft sich durch unterschiedliche Level und muss die zwölf Generäle des Mond-Bärenkönig bezwingen. Im Mittelpunkt steht hierbei die Möglichkeit, Kutaro verschiedene Köpfe aufzusetzen, die einerseits die Lebensenergie darstellen und andererseits über verschiedene Fähigkeiten verfügen. Die Darstellung und die Handlungen erinnern hierbei sehr stark an die Little Big Planet Titel, wobei die komplette Spielwelt von "Der Puppenspieler" wie eine große Theaterbühne anmutet.

Die magische Schere ist Kutaros wichtigstes Werkzeug. Sie dient nicht nur als Waffe, sondern auch als Fortbewegungsmittel.
Alle Abschnitte sind wie ein Puppentheater mit beweglichen Requisiten aufgebaut, während ein Erzähler die Geschichte vorträgt. Verstärkt wird der theatralische Eindruck noch durch Kutaros schneidende Waffe. Die riesige Schere, die Kutaro dem Mond-Bärenkönig stibitzt hat, kann neben dem normalen Angriff noch zum Zerschneiden verschiedenster Objekte genutzt werden. So kann sich der Spieler Vorhänge hinauf- oder an herabfallenden Blättern entlang schneiden, um neue Abschnitte zu erreichen oder Geheimnisse zu entdecken. Zur Seite stehen dem mutigen Kutaro abwechselnd die fliegende Katze Ying Yang oder die kleine Feen-Prinzessin Pikarina.

Kutaro steht die Katze Ying Yang zur Seite. Im Koop-Modus wird diese von einem zweiten Spielenden gesteuert.


Weiterführender Link

spielbar-Jugendredaktion: Angespielt - The Puppeteer
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Bildnachweis

[1]Sony[2]Sony[3]Sony

Pädagogische Beurteilung:

Der Vorhang geht auf

Die Geschichte mit ihren einzelnen Akten wird durch Videosequenzen und eine tiefe Erzählerstimme eingeleitet. Die Animationen sind hierbei allesamt liebevoll gestaltet, allerdings empfanden die Tester die Ausschnitte durchweg als zu lang und neigten oftmals dazu, diese zu überspringen. Im ersten Abschnitt werden dem Spieler die grundlegenden Steuerelemente in Form eines Tutorials beigebracht. Kutaro kann neben laufen und springen auch per Tastendruck spezielle Aktionen einsetzen, je nachdem welchen Kopf er gerade trägt. Allerdings haben diese Eigenschaften wenig Einfluss auf den Spielverlauf, sondern führen zu versteckten Objekten wie neuen Köpfen oder Funken. Durch 100 Funken erhält der Spieler ein zusätzliches Leben, während die Köpfe neben den verschiedenen Aktionen die Energieleiste von Kutaro darstellen. Allgemein wurde die Idee der verschiedenen Köpfe von den Testern sehr positiv aufgenommen. So kann Kutaro eine Krone, einen Kürbis, verschiedene Tierköpfe, einen Piratenkopf und vieles mehr aufziehen, bevor er seinen eigenen Kopf zurück erhält.

Einschneidendes Gameplay

Neben Hüpfpassagen, kleinen Rätseln und dem Besiegen von Gegner macht die große Schere des Mond-Bärenkönigs das Besondere aus. Der Spieler kann sich so lästiger Gegner entledigen und in luftige Höhen sowie über tiefe Abgründe katapultieren. Immer wenn eine Schnittnaht zu erkennen ist, konnten sich die Spieler an Vorhängen, herunterfallenden Blättern oder anderen Objekten entlang schneiden. Die Steuerung fiel den Testern zunächst nicht leicht und so endeten einige Versuche im Abgrund. Besonders im späteren Spielverlauf gilt es, gekonnt das Schneiden und Springen zu kombinieren, um knifflige Passagen zu meistern. Sobald die Spieler den Dreh raus hatten, stellten solche Passagen kein Hindernis mehr dar. Jüngere und unerfahrene Spieler benötigen jedoch einiges an Hilfestellung und Übung: „Wie sollen Sechsjährige das denn schaffen?“ (Tester 14 Jahre).

Gruseliges Puppentheater

Zwar sind die Darstellung und die Figuren allesamt in einer kindgerechten Optik gehalten, jedoch sind die Abschnitte allgemein eher düster und besonders die Endgegner können auf junge Kinder unheimlich anmuten. Auch diese besonders herausfordernden Kämpfe erfordern allesamt einen gekonnten Umgang mit der Schere, da sich der Spieler meist an ihnen hinauf-, entlang- oder etwas abschneiden muss. Egal ob eine große Katze mit scharfen Zähnen, ein riesiges Skelett oder ein überdimensionaler Sensenmann, die Bosskämpfe haben eine sehr düstere Atmosphäre und können auf sehr junge Kinder trotz der Puppentheater-Optik durchaus auch unheimlich wirken.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

"Der Puppenspieler" ist ein stimmungsvolles Jump&Run mit vielen kreativen Ideen und innovativen Steuerelementen. Allerdings erfordert gerade das gekonnte Springen und Schneiden etwas an Übung und eine gewisse Erfahrung mit solchen Spielen. Auf sehr junge Kinder können einige Passagen unheimlich wirken, während viele der älteren Tester aus unserer Testergruppe manche Elemente als „kindisch“ titulierten. Allerdings bietet sich gerade der Zweispieler-Modus gut dazu an, das Spiel gemeinsam mit seinem Kind zu erleben, vor allem, da der zweite Spieler lediglich assistierende Aufgaben übernimmt.
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Siehe auch

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