Spielebeurteilung

Hearthstone: Heroes of Warcraft

24.11.2015
Schnell zu erlernen und gleichzeitig etwas für Strategie-Experten – Hearthstone: Heroes of Warcraft ist ein abwechslungsreiches Sammelkartenspiel für zwischendurch im Warcraft-Universum. Die große Auswahl an Karten bietet etwas für jeden Spielstil und stellt gleichzeitig den Sammeltrieb auf eine harte Probe.


Die Welt von Warcraft ist seit ihrem Entstehen 1994 stetig gewachsen. Neben den Echtzeit-Strategiespielen der Warcraft-Reihe und dem erfolgreichen MMORPG World of Warcraft, erscheint mit Hearthstone: Heroes of Warcraft nun ein digitales Sammelkartenspiel in der Welt von Azeroth. Ähnlich wie beim analogen Genrevater Magic: The Gathering gilt es, die eigenen Spielkarten klug einzusetzen, um sein Gegenüber zu bezwingen. In Hearthstone: Heroes of Warcraft schlüpft man dafür in die Rolle der Helden/innen aus der Warcraft-Welt.

Zu Beginn wählt man einen von neun Helden/innen. Jeder Held/jede Heldin verfügt über eine besondere Fähigkeit, die er im Spiel einsetzen kann. Die Magierin hat beispielsweise einen Feuerball, der Priester kann sich heilen. Zudem gibt es Karten, die nur bestimmten Helden/innen zur Verfügung stehen.
Doch die Heldenfiguren erhalten ihre Macht erst durch den Einsatz der Karten, über die sie befehligen. Mit ihnen rüsten sie sich mit Zaubern oder beschwören Diener, die auf der eigenen Seite kämpfen. Neben einem Angriffs- und einem Lebenspunktewert können diese Diener auch über besondere Fähigkeiten verfügen. Diener, die ihre Lebenspunkte verlieren, verschwinden vom Spielfeld. Wird man ungeschützt angegriffen, verliert man Lebenspunkte. Das Spiel ist beendet, wenn der eigene Held oder der Gegenspieler/die Gegenspielerin seine 30 Lebenspunkte verloren hat.

Viele Karten besitzen besondere Fähigkeiten, die wirken, wenn die Karte ausgespielt wird oder wenn bestimmte Umstände eintreten. Das Heilungs-Totem (unten rechts) heilt einen Diener zum Beispiel automatisch in jeder Runde.
Welche Karten im eigenen „Deck“ enthalten sind, bestimmen die Spielenden selbst. Aus einem Pool von Anfangs rund 50 Karten werden 30 zu einem Deck zusammengestellt. Welche davon im Spiel gezogen werden, ist dann allerdings dem Zufall überlassen. Wieviele Karten man ausspielen kann, ist von deren Mana-Kosten abhängig. In jeder Spielrunde erhält man einen Manapunkt mehr, mit dem man Diener oder Zauber beschwören kann. Durch Siege, Aufleveln der eigenen Helden und den Kauf von Kartenpaketen kann der Karten-Pool auf derzeit über 350 Karten anwachsen.

Da der Manavorrat in jeder Runde um eins steigt, snd die ersten Runden meist leicht. Die stärkeren Diener kosten meist relativ viel, sodass man sie erst spät ausspielen kann.
In Hearthstone: Heroes of Warcraft spielt man online gegen zufällig ausgewählte Gegner. Im „Üben“-Modus kann man sein Deck aber auch vorher gegen einen Computergegner (in zwei Schwierigkeitsstufen) testen. Im dritten Spielmodus, der „Arena“, kommt es darauf an, mit einem zufälligen Deck so lange wie möglich zu bestehen, um Belohnungen zu erhalten. Zum Spielen ist eine permanente Internetverbindung erforderlich.

Pädagogische Beurteilung:

Hearthstone: Heroes of Warcraft zielt einerseits auf die Spielenden der Warcraft-Community, will andererseits aber auch Neulinge und Fans von Sammelkartenspielen mit ins Boot holen. Die bunte Comicgrafik und die kleinen Audio-Kommentare der Helden während des Spiels unterstützen die dichte Warcraft-Atmosphäre. Die detailliert gestalteten Sammelkarten fügen sich ebenso nahtlos in diese Fantasy-Welt ein.

Einfach zu erlernen, schwer zu meistern

Zu Beginn durchlaufen alle Spielenden ein Tutorial, in dem die Grundprinzipien von Hearthstone: Heroes of Warcraft Schritt für Schritt erklärt werden. Die Kartenauswahl ist anfangs noch recht übersichtlich. Neulinge werden nicht überfordert. Hat man einige Spielstunden hinter sich gebracht, eröffnet sich die strategische Tiefe des Sammelkartenspiels. Greift man zuerst den starken Ritter an, der den anderen gegnerischen Dienern hohe Angriffsboni gibt oder konzentriert man sich lieber auf die Masse? Vielleicht hat man ja auch noch einen Zauber auf der Hand, der alle beschädigt oder kann den Ritter einfach in ein ungefährliches Schaf verwandeln? Die Reihenfolge, in der man seine Karten ausspielt, wird im fortlaufenden Spiel immer wichtiger. Sieg und Niederlage liegen nah beieinander. Jede Karte im Deck muss aufeinander abgestimmt sein. Die unzähligen Kartenkombinationen bieten etwas für jeden Spielstil und laden zum Experimentieren ein. Wer es wettkampfbetonter mag, kann sich in gewerteten Spielen mit anderen Messen und auf einer saisonalen Rangliste vergleichen.

Hoher Widerspielwert ohne pay-to-win

Man kann sich in Hearthstone: Heroes of Warcraft alle Karten verdienen, ohne Echtgeld auszugeben. Durch die täglichen Quests und Siege erhält man Gold, das man in neue Kartenpackungen investieren oder als Startgeld für die Arena nutzen kann. Wem das zu langsam geht, der kann über In-App-Käufe für bis zu 45€ neue Karten hinzukaufen. Aber auch das garantiert keinen Sieg, wenn das Gegenüber seine vermeintlich einfachen Karten geschickt ausspielt. Da jede Partie in fünf bis 20 Minuten abgeschlossen ist, ist das digitale Warcraft-Sammelkartenspiel auch gut für Zwischendurch. Mit täglich einer Stunde Spielzeit kann man sich rund alle zwei Tage über fünf neue Karten freuen, was zum Weiterspielen motiviert. Spielende, die sich schnell fürs Sammeln begeistern, müssen ihre Spielzeit hier besonders im Auge behalten.

Hearthstone: Heroes of Warcraft bietet kurzweilige Unterhaltung für Warcraft-Fans, Sammelkarten-Profis sowie für Neulinge. Die gelungene Umsetzung der Warcraft-Atmosphäre in ein neues Spielgenre und die zahlreichen, damit verbundenen Spielmöglichkeiten sorgen für Abwechslung und Spielspaß. Durch den wettbewerbs- und kampfbetonten Inhalt ist Hearthstone: Heroes of Warcraft erst für Spielende ab 12 Jahren geeignet.
Christian Knop
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