Spielebeurteilung

The Elder Scrolls Online

02.05.2014
Mit "The Elder Scrolls Online" kann nun die Welt rund um die "Elder Scrolls"-Spiele Skyrim, Oblivion und Morrowind auch als MMORPG erkundet werden. Es gibt dabei nicht nur spannende Geschichten im Fantasy-Setting zu entdecken, sondern auch packende Spieler-gegen-Spieler Szenarien bieten viel Spielspaß.

Bei "The Elder Scrolls Online" (kurz ESO) handelt es sich um ein Online-Rollenspiel , das in seinen Grundzügen World of Warcraft ähnelt. Im Gegensatz zu den vorherigen (Offline-) Teilen der bekannten Reihe, wie dem mit mehr als 20 Millionen Verkäufen sehr erfolgreichen Skyrim, kann ESO nur online genutzt werden und dann auch gleich zusammen mit tausenden anderen menschlichen Mitspielern. Online-Rollenspiele folgen mitunter anderen Regeln als ihre Offline-Pendants und so versucht Bethesda den Spagat zwischen fesselndem, storygetriebenem Rollenspiel und kurzweiliger Massenbespaßung von Spielern mit unterschiedlichsten Ansprüchen.

In dem Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel ist man nie allein. Unten links zeigt ein kleines Chatfenster die Nachrichten von anderen Spielenden an.


Hinzu kommt ein groß angelegtes Areal, in dem menschliche Spielerinnen und Spieler gegeneinander antreten können und versuchen die Vorherrschaft ihrer Fraktion im riesigen Areal „Cyrodiil“ durchzusetzen - eine Idee an der zuletzt Warhammer Online: Age of Reckoning gescheitert ist. Ähnlich wie in World of Warcraft erschaffen wir uns einen Helden oder eine Heldin, wählen eine der Kampfklassen Drachenritter, Templerin, Nachtklinge oder Zauberer und begeben uns mit Schwert, Bogen und Magie auf den Weg, den von allerlei fantastischem Getier bevölkerten Kontinent Tamriel zu retten. Das ist ein ausschweifendes Unterfangen.

Verschiedene Dungeons müssen erkundet werden. Dabei helfen die richtigen Ausrüstungsgegenstände.
Die Online-Welt schläft nie, wenn wir uns ausloggen. Es spielen tausende Andere weiter, werden mächtiger und finden bessere Ausrüstung. Auch wir werden immer besser, steigen Charakterstufe um Charakterstufe auf und aus simplen Lederfetzen werden stählerne Drachenrüstungen. Das Maximallevel ist momentan Stufe 50, ein durchschnittlicher Spieler benötigt dafür ungefähr 150 Stunden. Dort endet das Spielerlebnis jedoch noch längst nicht, sondern nur die Hauptgeschichte. Es gilt nämlich im militärischen Rang auf dem Schlachtfeld von Cryodiil erfolgreich zu sein, einen oder gar mehrere Berufe zu meistern und die riesige Spielwelt voller Abenteuer und Geschichten zu erkunden. Und das alles – ein guter PC vorausgesetzt - in detailreicher und ansprechender Optik und mit vollständig auf Deutsch vertonten Dialogen.

Neben bekannten Tieren, wie Pferden, leben auch außergewöhnliche Kreaturen auf dem fiktiven Kontinent Tamriel.


Anmerkung: Bei jeder Version des Spieles fallen zusätzliche Kosten von circa 13 Euro im Monat an.
SpieleratgeberNRW
Dieses Spiel wurde getestet von:

Bildnachweis

[1]Bethesda Software[2]Bethesda Software[3]Bethesda Software

Pädagogische Beurteilung:

"The Elder Scrolls Online" ist ein sehr komplexes Spiel, das eine gewaltige Palette an Möglichkeiten bietet. Und diese schier unendlich scheinenden Möglichkeiten machen den Titel auf der einen Seite so interessant, sind aber auf der anderen Seite auch Grundlage für Risiken, denen sich Eltern und auch Spieler bewusst sein sollten. Genau wie alle anderen Online-Spiele, kann ESO nicht „durchgespielt“ werden. Selbst wenn ein Spieler das Maximallevel erreicht hat, bleiben immer noch Endgegner, die es zu besiegen gilt oder vielleicht sogar der Wunsch selbst einmal Kaiser des PvP-Schlachtfelds zu werden. Das ist jedoch alles nicht als einzelner Spieler möglich.

Der wirkliche Spaß beginnt meist wenn wir anfangen, uns mit anderen zu organisieren, zuerst in zufälligen kleinen Gruppen, vielleicht mit Freunden aus dem „echten“ Leben und später dann in sogenannten „Gilden“. "The Elder Scrolls Online" bietet die Möglichkeit in gleich fünf dieser Spielervereinigungen gleichzeitig aktiv zu sein. Wir können also in einer Gilde Handel treiben, mit der anderen schwere Bosskämpfe meistern und uns mit einer dritten auf den Kampf gegen andere Spieler konzentrieren. Jede dieser Gruppen besteht jedoch aus echten Menschen, die eine gewisse Erwartungshaltung ihren Mitgliedern gegenüber haben. Will man etwas erreichen, muss man viel spielen, oder zumindest regelmäßig online sein, um an geplanten Schlachtzügen oder Kämpfen teilnehmen zu können. Dazu wird niemand vom Spiel selbst gezwungen, aber der soziale Druck ist nicht von der Hand zu weisen. Das ist in ESO kein neues Phänomen, Gilden oder Clans sind in jedem Online-Spiel eine reizvolle Möglichkeit sich auszutauschen, Gleichgesinnte und vielleicht sogar Freunde zu finden - jedoch müssen gerade jüngere Spieler oder solche, die vielleicht momentan in einer schwierigen Phase des „echten“ Lebens stecken, zu einer gewissen Distanz zum Spiel und Selbstreflexion in der Lage sein. Sollte das nicht funktionieren, bietet eine so große virtuelle Spielwiese voller Herausforderungen, die den Spieler stets belohnt und so zum Weiterspielen animiert, ein beachtliches Potential, sich in ihr zu verlieren. Für Eltern ist es wichtig zu wissen, dass sich ein Spiel wie "The Elder Scrolls Online" schwerlich „nur für eine halbe Stunde“ spielen lässt. Die Struktur ist so angelegt, dass unter einer Stunde in höheren Level-Bereichen kaum sinnvolle Aktivitäten möglich sind, sodass sich gemeinsam mit den Jugendlichen entworfene Zeitkonten gut eignen, das Spielverhalten im Rahmen zu halten.

Zusätzlich zum sozialen Druck bietet ESO Anreize, sich mindestens einmal am Tag einzuwählen, um etwa das eigene Pferd zu füttern oder Waffenverbesserungen zu erforschen. Füttern wir unseren Gaul alle 24 Stunden, wird er ausdauernder, schneller und kann auch noch Lasten für uns transportieren, füttern wir ihn nicht, werden wir dafür nicht bestraft, aber das Pferd wird auch nicht besser. Spieler werden also explizit für regelmäßiges Spielen belohnt. Und wollen wir gar im Spieler gegen Spieler-Kampf etwas „erreichen“ bietet das Rollenspiel allerlei Ranglisten, in denen wir genau sehen können, wie viel Beitrag wir bisher aufgebracht haben und bekommen auch eine klare Platzierung. Kaiser kann aber nur derjenige werden, der auf dem ersten Rang der eigenen Fraktion steht, während bestimmte Siegbedingungen erfüllt sind - und das ist harte Arbeit.

Die Geschichte der Spielwelt ist seit dem vor 20 Jahren erschienenen ersten Teil der Reihe stetig gewachsen und wird im Spiel nicht nur durch die Dialoge mit Spielfiguren erzählt sondern auch durch 2.235 Bücher mit insgesamt 480.000 Wörtern - wer alle Bücher lesen möchte, benötigt dafür rund 32 Stunden. Zwar lassen die meisten Spieler die digitalen Geschichtsbücher links liegen, doch ohne eine gewisse Lesekompetenz ist in Tamriel kein Blumentopf zu gewinnen. Hinzu kommen geforderte Englischkenntnisse, wenn man sich mit seinen nicht deutschsprachigen Mitspielern verständigen möchte. Die Idee eines großen Servers bietet so eine reizvolle Möglichkeit auch mal über den digitalen Tellerrand eines deutschen Servers hinauszuschauen.

» Die ganze pädagogische Beurteilung beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

"The Elder Scrolls Online" sieht für ein Online-Rollenspiel schick aus, spielt sich flott und dynamisch, bietet zahlreiche spannende Geschichten und ein packendes Spieler gegen Spieler Szenario. Es kostet neben dem Kaufpreis jeden Monat 13 Euro und ist nur Online spielbar. Die Kämpfe wirken im ersten Moment martialisch, sind aber nicht unnötig brutal inszeniert. Vielmehr steht der taktische Einsatz der richtigen Kombinationen der Charakterfähigkeiten im Vordergrund. Jugendliche ab 16 Jahren können dies, auch aufgrund des Fantasy-Settings, i.d.R. als Fiktion einordnen. Aufgrund der Fülle an Möglichkeiten kann ESO leicht zum Vielspielen verleiten. Daher wird eine gewisse Reife gefordert, die eigene Spielzeit sinnvoll einteilen zu können.
Eltern sollten hierbei unterstützen, das Gespräch mit spielenden Kindern suchen und gemeinsam Regeln, etwa durch ein Spielzeitkonto, festlegen. Zudem herrscht auf dem digitalen Kontinent Tamriel einer rauer Umgangston, das Land ist vom Krieg zerrissen und Gewalt, Folter und Sklaverei sind Themen, mit denen Spielerinnen und Spieler zwangsläufig konfrontiert werden. Beachtet man diese besonderen Umstände, ist "The Elder Scrolls Online" ein reizvolles Online-Rollenspiel, das in Ansätzen versucht neue Wege zu gehen.
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Siehe auch

The Elder Scrolls: Skyrim
Spielebeurteilung

The Elder Scrolls: Skyrim

Der bereits fünfte Teil der beliebten Rollenspielreihe sorgt vor allem durch spielerische Freiheiten für Langzeitunterhaltung. Man entscheidet selbst, ob man der Hauptstory folgt, Nebenquests annimmt oder ziellos zu Fuß oder Pferd die große Spielwelt bereist. Für Entdeckerinnen und Entdecker ab 16 Jahren.

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The Elder Scrolls IV: Oblivion

Der vierte Teil der Rollenspielreihe The Elder Scrolls besticht durch detaillierte Grafik und die hohe KI (künstliche Intelligenz) der Computer gesteuerten Figuren. Auch das physikalisch korrekte Verhalten beweglicher Gegenstände führt hier zu einem hohen Realitätsempfinden.

1 Kommentar

Nikodemus schreibt:

Habe mir das Spiele gekauft, den Kauf aber inzwischen bereut. Nach über 4 Stunden Installation der vier CDs startet endlich der Launcher. Aber nicht zum Spielen, sondern zum elend langsamen Download von irgendwas. Nach weiteren 6 Stunden wird der Download mit Fehlermeldung bei 3% abgebrochen. Der Neustart des Launchers wird nach Stunden wieder mit Fehlermeldung bei 3% abgebrochen.

Fazit: Systemsteuerung > Programme > deinstallieren und nie wieder starten!!!

Bewertungen: So einen Murks sollte man vom Markt verbannen!

18.04.2016 um 07:07


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