Spielebeurteilung

Thief

17.04.2014
In Thief schleicht sich Meisterdieb Garrett durch dunkle Gassen, stiehlt Schmuck und Juwelen von den Reichen und wird ungewollt zum Hoffnungsträger einer ganzen Stadt. Das Action-Adventure bietet dabei viel Nervenkitzel in einer beklemmenden, düsteren Atmosphäre.

Eine Seuche namens Schwermut breitet sich in der vom brutalen Baron Northcrest regierten Stadt aus und der Widerstand des Volkes wird laut. Zu diesem Zeitpunkt kehrt Meisterdieb Garrett zurück, nachdem er ein Jahr zuvor nicht nur sein Gedächtnis, sondern auch seine Schülerin Erin verlor. Auf der Suche nach Rache kommt Garrett auch einer Verschwörung auf die Spur.

Als Meisterdieb Garrett klettern die Spielenden durch eine eindrucksvolle Fantasy-Stadt, die an das London des 19. Jahrhunderts erinnert.
Thief ist in Missionen unterteilt, für die jeweils ein Ziel erreicht werden muss. Das kann ein Ort oder das Stehlen eines bestimmten Gegenstandes sein. Dabei gibt es verschiedene Wege und verschiedene Arten, wie man vorgehen kann. Durch die viktorianisch anmutende Stadt steuert man Protagonist Garrett in der Ego-Perspektive mittels WASD -Steuerung, mit der Maus wird der Blickwinkel verändert. Als Vertreter der Schleich- bzw. „Stealth“-Spiele ist es bei Thief wichtig, sich möglichst von Wachen unbemerkt fortzubewegen. Man kann diese zum einen umgehen, indem man über Dächer klettert und in Häuser einbricht, oder aber durch Tricks ablenken beziehungsweise ausschalten. Eine kleine Anzeige unten links gibt an, ob sich Garrett im Schatten oder im Licht befindet und je nach dem leichter gesehen wird. Wird man trotzdem entdeckt, gibt es die Möglichkeiten zu kämpfen oder schnell zu fliehen.

Verschlossene Türen oder Truhen müssen durch Fingerspitzengefühl geknackt werden.
In Thief kann zwischen drei Schwierigkeitsgraden gewählt werden. Alternativ bietet das Spiel auch die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad individuell zu bestimmen, indem man beispielsweise einstellen kann, wie klug die KI agiert oder ob Zivilisten verletzt werden dürfen. Neben dem normalen Einzelspielermodus gibt es außerdem auch den „Herausforderungsmodus“. In diesem müssen verschiedene Aufgaben erledigt werden, um möglichst viele Punkte zu sammeln und sich so mit anderen Spielenden in Bestenlisten zu messen. Beispielsweise muss Garrett in einem bestimmten Areal so viele Objekte wie möglich unentdeckt erbeuten oder schnellst möglich über die Dächer der Stadt klettern.

Als Meisterdieb muss man auch Personen belauschen und beschatten, um so wichtige Hinweise zu erhalten.
Thief ist das Reboot der gleichnamigen Spielreihe von 1998. Das heißt, dass es die Idee des Originals aufgreift, jedoch unabhängig von diesem auf eine neue Weise weiterführt und daher kein direkter Nachfolger ist. Für die deutsche Version wurden alle Texte übersetzt und die Dialoge synchronisiert.

Bildnachweis

[1]Square Enix[2]Square Enix[3]Square Enix

Pädagogische Beurteilung:

Um Thief zu spielen, müssen die Vorgänger der Serie nicht zwangsläufig bekannt sein. Als Reboot erfindet es die Geschichte um Meisterdieb Garrett neu, auch wenn es kleinere Anekdoten auf die alten Thief-Spiele gibt. Zu Beginn wird man in einem Tutorial mit der Steuerung vertraut gemacht, das zugleich als Prolog des Spiels dient. Durch den individuell einstellbaren Schwierigkeitsgrad können Anfänger gut in das Spiel einsteigen, während fortgeschrittene Spielende auch nicht zu kurz kommen. Sollte das Spiel streckenweise doch zu schwierig sein, lässt sich ein Fokusmodus aktivieren. Währenddessen werden alle wichtigen Gegenstände farbig markiert und das Geschehen läuft in Zeitlupe ab, sodass Kämpfe oder Taschendiebstähle leichter fallen.

Thief bietet durch sein auf Schleichen ausgelegtes Gameplay einen besonderen Nervenkitzel, der durch den Soundtrack auch musikalisch unterstützt wird. Dabei ist taktisches Vorgehen genauso gefragt wie Schnelligkeit und Präzision. Selbst eine nicht wieder geschlossene Tür kann die Wachen in Alarmbereitschaft versetzen. Reihen sich fließende Klettereinlagen und gelungene Ablenkungsmanöver aneinander, sorgt dies für Erfolgserlebnisse. Gedämpft werden solche durch vorbestimmte Wege, die man zu einem Ziel gehen muss. Schnell versperren unüberwindbare Kisten den Weg und zwingen die Spielenden ihre Erkundungstour abzubrechen. Auch am Ton hapert es an einigen Stellen. Entweder bewegen sich die Lippen asynchron zum Gesagten oder die Lautstärke ändert sich plötzlich.

Durch verschiedene Spielmodi und abwechslungsreiche Nebenquests bietet Thief viel Spielspaß. Die anhaltende Spannung und die ständig lauernde Gefahr können allerdings emotional belastend sein. Obwohl Thief als Vertreter des „Stealth“-Genres ein gewaltarmes Vorgehen bevorzugt, ist diese dennoch präsent und kreiert eine beklemmende Atmosphäre. Auch eindeutige Sexszenen sind in dem Spiel zu sehen, sodass Thief nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet ist.
Sarah Pützer
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Siehe auch

Spielebeurteilung

Assassin's Creed Brotherhood

Erneut schlüpfen die Spielenden in die Rolle von Ezio Auditore und nehmen im Italien des 15. Jahrhunderts den Kampf gegen Korruption und Verschwörung auf. Das Spiel bietet cineastische Bilder und eine spannende Geschichte wie die beiden Vorgänger. Neu ist der Online-Mehrspielermodus.

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