Spielebeurteilung

X Rebirth

18.03.2014
X Rebirth ist der sechste Titel der X-Reihe und setzt, ebenso wie seine Vorgänger, auf eine große und offene Spielwelt. Ob man seinen Lebensunterhalt als knurriger Kopfgeldjäger oder friedfertiger Fernfahrer im All verdient, bleibt jedem selbst überlassen. Der eine oder andere Bug trübt jedoch das Spielvergnügen.


Nach einer Katastrophe ist der Weltraumsektor um den Planeten Albion vom Rest der Galaxie abgeschnitten. Die Sprungtore, die einst interstellare Reisen ermöglichten, sind größtenteils zerstört. Große Konzerne und Regierungen sind daher dazu gezwungen, sich in diesem Teil des Weltraums neu zu arrangieren. An dieser Stelle schlüpfen die Spielenden in die Rolle des jungen Piloten Ren Otani, der in dieser ereignisreichen Zeit versucht, seinen Weg zu gehen.

Um Raumstationen wie dieser ist immer viel los. Dutzende Schiffe docken an oder ab und bunte Werbung flackert an den Außenwänden.
Die meiste Zeit bei X Rebirth befindet sich Ren im Cockpit der Albion Skunk, einem betagten, kleinen Kriegsschiff. Dort wird er über Monitore und Anzeigen auf der Frontscheibe (HUD) mit Informationen versorgt. Im Flug folgt das Schiff der Position des Mauszeigers, während weitere Tasten Beschleunigung, Waffenauswahl und Kommunikation steuern. Betritt man die Landeplattformen einer der verschiedenen Raumstationen, kann man mit seinem Avatar per WASD verschiedene Auftraggeber oder Gesprächspartner ansteuern. Den Großteil der Spielzeit ist man allerdings im Weltraum unterwegs.

In den Weiten des Alls kann man seinen Lebensunterhalt auf verschiedene Arten verdienen: Ob man als Mineraliensucher Asteroidenfelder abklappert, als Händler nach den besten Angeboten Ausschau hält oder als Piratenjäger Geld mit Waffengewalt verdient – X Rebirth schreibt hier nichts vor. Es spricht auch nichts dagegen, alles auszuprobieren oder eine Mischung davon zu spielen.

In einem Asteroidenfeld ist es oft staubig und unübersichtlich. Insbesondere Asteroiden-Bergbauer sollten ihren Schutz hier nicht vernachlässigen. Sonst ist man seine mühsam erarbeitete Fracht schnell wieder an Piraten los.
Das erwirtschaftete oder erkämpfte Geld kann in X Rebirth auf vielen Wegen investiert werden. Zunächst kann man sein Raumschiff mit neuen, fortschrittlichen Waffensystemen und anderer Ausrüstung, wie Schutzschildgeneratoren oder schnelleren Antrieben verbessern. Das erhöht die eigenen Überlebenschancen im Kampf. Es ist aber auch möglich, weitere Schiffe oder ganze Industrie-Komplexe im Weltall zu kaufen und so die eigenen Möglichkeiten für Transport, Produktion und Handel zu erweitern. Das geschürfte Erz gleich selbst weiterzuverarbeiten, anstatt es zum Raffineriekomplex zu fliegen, bringt schließlich mehr Profit.

Gewaltige Stationen gibt es überall im X-Universum zu sehen. Sind die Waffen stark genug, kann man sie auch angreifen und Modul für Modul zerlegen - aber nicht ohne sich den Zorn der Besitzer zuzuziehen.
X Rebirth bietet eine Einzelspielerkampagne, die die aktuelle X-Geschichte vorantreibt. Diese mündet in einen freien, endlosen Spielmodus. Alternativ kann man auch direkt im freien Spiel ohne jede Story starten. Einen Mehrspieler-Modus gibt es nicht. X Rebirth kann auch mit Joystick und Gamepad gespielt werden.

Bildnachweis

[1]Egosoft[2]Egosoft[3]Egosoft

Pädagogische Beurteilung:

Ein X wie man es erwartet…

Die X-Serie steht seit jeher für eine komplexe und vielschichtige Mischung aus Wirtschafts- und Kampf-Simulation in den Weiten des Alls. Hier macht X Rebirth keine Ausnahme. In den vier weitläufigen Sektoren rund um den zerstörten Planeten Albion gibt es viel zu erkunden. Dutzende Stationen und hunderte fremde Schiffe bevölkern das All und zahlreiche Fraktionen locken mit Aufgaben, die den einen oder anderen Nebenverdienst einbringen. Die vielen Möglichkeiten und die schiere Masse an Inhalt sorgen für ein hohes Maß an Langzeitmotivation und reizen die Abenteuerlust der Spielenden. Es gibt viel zu entdecken!

Es braucht jedoch einige Stunden Einarbeitungszeit und Durchhaltevermögen, um in das X-Universum einzutauchen. Die hohe Komplexität des Spiels ist hier Segen und Fluch zugleich und nicht zu unterschätzen. Hat man bereits Erfahrung mit einem der Vorgänger, findet man sich allerdings schneller zurecht. Trotzdem ist X Rebirth definitiv kein Spiel für zwischendurch.

Die schiere Bildgewalt der Weltall-Panoramen mit seinen staubigen Asteroidenfeldern, gewaltigen wie detaillierten Schlachtschiffen und farbenfrohen Nebeln überzeugt. Hier kann man sich auch vorstellen, nur um der Bilder wegen die Spielwelt zu erkunden. Dazu passend kommt die Soundkulisse mit sphärischen Reiseklängen und actionreicher Kampfmusik daher – auch wenn man sich fragt, warum eine galaxiebereisende Kultur es nicht geschafft hat, einen rauschfreien Funkverkehr zu entwickeln.

… ist es leider doch nicht geworden

Während der verzerrte Funk noch als charakteristisch durchgeht, hakt es bei X Rebirth jedoch an zahlreichen anderen Stellen. Seit das Spiel Ende 2013 erschien, liefern die Entwickler Patches nach, um die zahlreichen Fehler und Unstimmigkeiten zu beseitigen. So krankt(e) es an zahlreichen Grafik- und Questfehlern, die das Vorankommen teilweise unmöglich machen. Auch die Menuführung ist oftmals umständlich und zahlreiche Anzeigen unlogisch zu erreichen. Nach drei Monaten ist X Rebirth zwar spielbar, jedoch kann es schon noch vorkommen, dass Befehle an die Flotte nicht richtig ausgeführt werden oder ein Schiff versucht durch eine Station hindurch, anstatt herum zu fliegen.

Im Gegensatz zur detailreichen und atmosphärischen Weltraum-Optik wirkt das innere der Raumstationen oftmals eintönig, wenig liebevoll und veraltet. Gesprächspartner stehen mit ausdrucksloser Miene immer am gleichen Fleck herum und auch ihre Antworten wiederholen sich oft genug, dass man ins stutzen kommt. Auch der Weltraumkampf wirkt dröge, da die Gegner weder zusammen arbeiten, noch taktisch eine Herausforderung darstellen.

Leider sind es unzählige solcher Details, die das Spielerlebnis trüben und doch teilweise für Frustration sorgen. Wer eine komplexe Weltraumsimulation im gleichen Stil sucht, ist beim Vorgänger X³:Terran Conflict zurzeit besser aufgehoben. Es wäre zu wünschen, dass sich das aber mit zukünftigen Patches ändert. Wegen des komplexen Wirtschaftssystems, der vielschichtigen Welt und den kriegerischen Auseinandersetzungen ist X Rebirth für Spielende ab 12 Jahren geeignet.
Christian Knop
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