Spielebeurteilung

The Last of Us

16.09.2013
Zwischen feindlichen Soldaten und infizierten Menschen machen zwei Überlebende einen Roadtrip durch die zerstörte USA. The Last of Us zeichnet ein düsteres Bild einer Welt, in der jeder mit allen Mitteln um sein Überleben kämpft. Das gruselige Survival-Action-Adventure ist filmreife Unterhaltung für Erwachsene.

Vater und Tochter sitzen gemeinsam vor dem Fernseher. Schnell wird klar, dass es ein besonderer Tag ist. Der Alleinerziehende Joel hat nämlich Geburtstag. Seine Tochter Sarah überreicht ihm als Geschenk eine Armbanduhr. Szenenwechsel. Sarah wird durch einen Telefonanruf von ihrem Onkel Tommy aus dem Schlaf gerissen. Außer Atem fragt er nach Joel. An dieser Stelle übernimmt der Spieler die Steuerung und Sarah macht sich auf die Suche nach ihrem Vater. Eine auf der Kommode liegende Tageszeitung hat als Schlagzeile eine weiter um sich greifende Epidemie. Als Sarah aus dem Fenster schaut, zerstören plötzlich mehrere Explosionen die Stille der Nacht. Sirenengeheul überall. Etwas Furchtbares passiert gerade. Plötzlich kommt Joel durch die Veranda ins Haus gestürmt, verschließt hastig die Tür und sucht nach seiner Handfeuerwaffe. Daraufhin durchbricht ein wildgewordener Mann die Tür und stürmt auf ihn zu. Joel schießt dem Angreifer in den Kopf und stürmt mit Sarah aus dem Haus. Inzwischen ist Tommy mit seinem Auto aufgekreuzt und das Trio versucht aus der Stadt flüchten. Die Epidemie hat um sich gegriffen. Infizierte Menschen fallen tollwütig über Gesunde her. Es herrscht Angst und Chaos auf den Straßen.

Heimlichkeit ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Wird man erst einmal entdeckt, hilft aber oft nur noch der Griff zur Waffe.
Nach einem Autounfall wird die Flucht zu Fuß weitergeführt. Joel und Sarah treffen auf einen Soldaten, der aber statt zu helfen seine Waffe auf sie richtet. Über Funk bekommt der Soldat den Befehl die Beiden zu erschießen. Trotz Beteuerungen, dass sie nicht infiziert sind, feuert der Soldat, beide stürzen hin. Joel sieht in den Lauf des Gewehres, wird aber von Tommy in letzter Sekunde gerettet. Für Sarah kommt jede Rettung zu spät. Sie stirbt in den Armen ihres Vaters.

Zusammen mit Ellie geht es für Joel durch zerstörte und verlassene Städte. Über die Jahre hat sich die Natur schon einen Teil der Straße zurück erobert.
Inzwischen sind 20 Jahre vergangen. Die Welt hat sich verändert. Die zerbrochene Uhr an Joels Handgelenk symbolisiert die zerstörte Zivilisation. In der Hoffnung, den Ausbruch einzudämmen, bombardierte die Regierung die eigenen Städte, ohne Rücksicht auf Gesunde. Deswegen sieht es aus wie nach einem Krieg. Überall lauert immer Tod und Verderben durch Infizierte. Ein Biss überträgt die von Pilzsporen verursachte Krankheit und verwandelt Menschen langsam aber sicher in tollwütige Monster. Die wenigen Überlebenden haben sich verbarrikadiert und Gebiete in Quarantäne Zonen eingeteilt. Das Militär wacht als Ordnungsmacht mit eiserner Faust über die Sicherheit. Gegen das Militär hat sich jedoch die Widerstandsgruppe der "Fireflies" organisiert.

Im Kampf sollte man auf seine Deckung achten. Leider tun das auch die Gegner instinktiv, was das Zielen um einiges schwieriger macht.
Joel ist in einer dieser Quarantänezonen in Boston untergebracht und verdingt sich als Schmuggler. Eines Tages staunt er nicht schlecht, als er einen ungewöhnlichen Schmuggel-Auftrag bekommt. Er soll die vierzehnjährige Ellie zu einer Gruppe der Fireflies bringen, die allerdings 4000 Km weit weg in Salt Lake City sitzt. Was es mit dieser Schmuggelaktion auf sich hat, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Soviel sei aber gesagt, dass "The Last of Us" ein ungewöhnliches Roadspiel, in Analogie zum Roadmovie ist, das die beiden gegensätzlichen Protagonisten auf eine lange Reise durch ein zerstörtes Land führt.
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Bildnachweis

[1]Sony[2]Sony[3]Sony

Pädagogische Beurteilung:

Nur die Starken überleben

Survival-Spiele sind Action-Adventures, die durch eine angepasste Spielmechanik Bedrohung, Angst und Spannung erzeugen. Passend zum Untergangsszenario wird das Überleben im Spiel durch eingeschränkte Ressourcen wie Munition und Heilmittel bewusst erschwert. Das zwingt Spielende den nächsten Schritt abzuwägen und mit den zur Verfügung stehenden Items zu haushalten. Munitionsknappheit schränkt den Gebrauch von Schusswaffen ein und nicht immer liegt ein Medizinpack im Rucksack. Das führt zu einem eher defensiven, aber spannenderen Spielmuster. Bei "The Last of Us" ist zudem ein geräuschloses Vorgehen essentielles Spielelement. Die durch einen Pilz befallenen Menschen verlieren mit der Zeit ihr Sehvermögen und können daher nur mit dem Gehör die Umgebung wahrnehmen. Das ist gekonnt umgesetzt und ist eine willkommene Abwechslung zum Action-Einerlei der letzten Zeit.

Nah am Geschehen

Das Spiel ist nur für Erwachsene freigegeben und das zu Recht. Im Unterschied zu Horror-Filmen sind Spiele interaktiv, weshalb man schwerer eine Distanz zum Geschehen aufbauen kann. Und während bei anderen Titeln Gewalt übertrieben oder verharmlost dargestellt wird, wirkt die Gewalt, kombiniert mit dem Überlebensprinzip des Spiels, sehr real und hinterlässt beim Spielen ein mulmiges Gefühl. Die Kamera ist ganz dicht dran am Geschehen und erzeugt eine unangenehme Nähe. Figuren schnauben und hecheln bei den Kämpfen, die brutal und dreckig sind. Alles ist erlaubt, um zu überleben. Daher werden Alltagsgegenstände oder die Umgebung als Waffe benutzt. Schießereien sind seltener, da Munition rar und das Zielen alles andere als einfach ist. Des Weiteren ist der Spannungsfaktor durch die unheimliche Grusel-Atmosphäre und die furchteinflößenden Gegner extrem hoch.

Emotionales Spiel

Nur wenigen Videospielen gelingt es, ihren Figuren Leben und Emotionen einzuhauchen. Positivbeispiele ist die Uncharted Reihe (Test: Uncharted) vom gleichen Entwickler Naugthy Dog, "I am Alive" (Test: I am Alive) sowie das Spiel "Journey" (Test: Journey). Das spannend erzählte Endzeit-Drama, die guten Dialoge und die Beziehung zwischen den Figuren Joel und Ellie machen „The Last of Us" lebendig. Spielende fühlen und leiden mit ihnen mit, entwickeln sogar mit der Zeit eine emotionale Bindung, vergleichbar mit Roman- oder Filmcharakteren.

Mit "The Last of Us" haben die Entwickler von Naughty Dog, die in einer apokalyptischen Welt angesiedelte Geschichte um eine Vater-Kind-Beziehung authentisch und mitfühlend umgesetzt. Wie bei einem spannenden Film werden Spielende in das Gezeigte förmlich eingesogen und fiebern bis zum Ende mit. Aufgrund des Settings, der heftig und real dargestellten Gewalt handelt es sich um ein Spiel für Erwachsene.
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Siehe auch

Spielebeurteilung

Metro: Last Light

Im Jahr 2034 ist Moskau zerstört. Die wenigen Überlebenden haben sich in die Tunnel der Metro zurückgezogen und kämpfen ums Überleben. Metro: Last Light ist ein düsteres und schnelles Action-Adventure, das durch seine Atmosphäre und Geschichte überzeugt. Reine Erwachsenenunterhaltung.

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