Spielebeurteilung

Metro: Last Light

15.08.2013
Im Jahr 2034 ist Moskau zerstört. Die wenigen Überlebenden haben sich in die Tunnel der Metro zurückgezogen und kämpfen ums Überleben. Metro: Last Light ist ein düsteres und schnelles Action-Adventure , das durch seine Atmosphäre und Geschichte überzeugt. Reine Erwachsenenunterhaltung.

Im Jahr 2034 zählt Moskau nur noch rund 40.000 Einwohner. Nachdem ein Atomschlag die Oberfläche verwüstet und unbewohnbar gemacht hat, versuchen die Überlebenden sich in den unterirdischen Tunneln der Metro eine neue Existenz aufzubauen. Neben gefährlichen mutierten Bestien, die den Untergrund und die Oberfläche heimsuchen, sorgen hier allerdings auch zahlreiche politische Konflikte zwischen verschiedenen Gruppierungen für Unruhen.

Alltag in der Metro. Die Menschen leben in den unterirdisch Anlagen in einfachen Verhältnissen und kämpfen um Nahrung, Waffen und Luft – kurz: ums Überleben.
In dieser angespannten Lage schlüpft man in die Rolle von Artjom, der bereits aus dem Vorgängertitel Metro 2033 bekannt ist. Als Teil einer Elite-Einheit kämpft er gegen Mutanten. Bei der Erledigung seiner Aufträge stellen sich ihm jedoch auch Menschen aus anderen politischen Lagern entgegen. Ein Kampf ums Überleben entbrennt. Als Artjom gefangen genommen wird und nur durch Glück entfliehen kann, muss er sich seinen Weg zurück zu Seinesgleichen freikämpfen.

Im Hauptquartier der sogenannten Ranger beginnt Artjoms Geschichte in Metro: Last Light. Im Hintergrund sieht man die politische Karte der Untergrundbahn.
Wie bei einem Ego-Shooter üblich, steuert man die Spielfigur in Metro: Last Light per WASD - Steuerung aus der Ego-Perspektive durch die meist dämmrig beleuchteten und teilweise zerstörten Schächte der Moskauer Metro. Um seinem Ziel näher zu kommen balanciert man mal über schmale Metallträger, ein anderes Mal kriecht man durch Abwasserrohre. Im relativ dicht bevölkerten Untergrund bleiben zudem Zusammenstöße mit anderen Menschen oder hungrigen und teilweise mutierten Tieren nicht aus.

Mit verschiedenen Waffen wehrt man sich gegen Gefahren unter und auf der Oberfläche. Regentropfen auf der Gasmaske behindern zusätzlich die Sicht.
Wie aufmerksam und gefährlich die Gegner sind, aber auch wie viel Munition man unterwegs findet, kann man über drei Schwierigkeitsgrade beeinflussen. Als zusätzliche Herausforderung bietet Metro: Last Light den „Ranger-Modus“, in dem nahezu alle Spielhilfen ausgeblendet werden. Die Geschichte von Metro: Last Light schließt an die Geschehnisse des Romans Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky und des gleichnamigen Spiels an.

Bildnachweis

[1]Metro: Last Light[2]Metro: Last Light[3]Metro: Last Light

Pädagogische Beurteilung:

Wenn man Metro 2033 nicht kennt, liegt die Geschichte des Spiels anfangs ebenso tief im Dunklen, wie die Schächte der Moskauer Untergrundbahn. Die einleitende Videosequenz umreißt die Geschehnisse nur grob und lässt die Spielenden größtenteils im Ungewissen. Die Frage nach der eigenen Identität wird in Metro: Last Light erst nach und nach beantwortet. Mit jedem Gespräch erhält man mehr Informationen und einen immer tieferen Einblick in das Leben der Menschen in der Metro. Wenn man sich dann auch noch die Zeit nimmt, ein paar Minuten neben plaudernden Personen eine Pause einzulegen und zuzuhören, zieht einen das düstere Spiel mit Weltuntergangsszenario schnell in seinen Bann. Spielende, die Metro 2033 gelesen oder gespielt haben, werden diese Einstiegsprobleme nicht haben. Doch auch für sie lohnt sich der Blick nach Links und Rechts und etwas Neugier, um tiefer in die komplexe Spielwelt einzutauchen.

Abgesehen davon ist der Spieleinstieg relativ einfach. Ein Tutorial erklärt alles nötige und gibt Möglichkeiten mit der Bewegungssteuerung und verschiedenen Waffen zu üben. Danach steigt der Schwierigkeitsgrad sanft an. Erfahrene Spielende, die sich von der düsteren Atmosphäre und plötzlich auftauchenden Gegnern nicht ab- und erschrecken lassen, kommen in ersten Spielstunden im mittleren Schwierigkeitsgrad kaum in Bedrängnis.

Wie in der Romanvorlage spielt Metro: Last Light in einer zerstörten Welt, in der das eigene Überleben im Mittelpunkt steht. Die Ressourcen, wie Munition oder auch Luftfilter für Gasmasken, sind begrenzt und müssen daher sorgsam eingesetzt werden. Insbesondere in höheren Schwierigkeitsgraden sind solche Verbrauchsgüter rar. An einem Gegner vorbei zu schleichen anstatt ihn zu bekämpfen kann hier das Mittel zum Erfolg sein. Das Spiel mit Licht, Schatten und Geräuschen erzeugt Spannung und fordert auch die Übersicht und das Taktikverständnis der Spielenden heraus.

Kommt es doch zum Kampf, sind nicht nur schnelle Reflexe, sondern auch ein gutes Auge gefragt. In einem schummrigen, spinnenwebenverhangenen Gang muss der Gegner erst einmal identifiziert werden – am besten bevor das Mündungsfeuer der gegnerischen Waffe im Dunkel aufblitzt. Kämpfe in Metro: Last Light sind schnell, gewalttätig und werden ungeschönt und detailliert dargestellt.

Fazit:

Metro: Last Light ist ein düsteres Action-Adventure, dass durch seine dichte Atmosphäre und die gut ausgearbeitete Geschichte punkten kann. Spielende, die die Romane des Metro-Universums kennen, werden sich schnell zurechtfinden. Durch seine detaillierte Gewaltdarstellung und die bedrohliche Stimmung ist das Spiel nur für Erwachsene geeignet.
Christian Knop
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Siehe auch

Spielebeurteilung

S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl

"Stalker" kann zu Deutsch als "Jäger" oder "Weg-" bzw. "Pfadfinder" übersetzt werden. Im Spiel "S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl" ist sicher eine Art bewaffneter Ortskundiger gemeint, der für Geld oder andere Entlohnung in Bereiche vordringt, in denen das Wissen um die Umgebung über Leben und Tod entscheidet.

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